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Belagerung der Brandenburg

«Der Brandenburgverein als Veranstalter hat es sich auf die Fahne geschrieben, die Besucher mit jedem Fest nicht nur in das Mittelalter zu entführen, sondern auch Geschichte und Sagengut aus der grenzübergreifenden Region des mittleren Werratales zu vermitteln. Mit der Inszenierung von Ritterturnieren und Historienspielen vor der Kulisse der Brandenburg werden den Besuchern schauträchtige Aktionen geboten, mit denen nur wenige Mittelalterfeste aufwarten können», so Reinhard Schneider, Vorsitzender des Vereines.

Das Programm wurde aktiv von ca. 400 Akteure aus ganz Deutschland mitgestaltet.

Noch ganz unter dem Eindruck des im vergangenen Jahr gefeierten 800-jährigen Jubiläums des Geburtstages der Heiligen Elisabeth stehend, widmete sich das diesjährige Brandenburgfest dem historischen Geschehen zur Zeit der Kreuzzüge von 1227 bis 1250.
Die imposante Doppelburgruine Brandenburg sei, obwohl scheinbar abgelegen, mit großen geschichtlichen Ereignissen auf vielfältige Weise verknüpft.
Der Zenit des Brandenburger Geschlechtes fällt in die Regierungsjahre der Stauferkaiser im ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert.
Aus dieser Zeit stammen die ältesten erhaltenen Bauten der Burg. Schön zu sehen ist dies z.B. an den Buckelquadern des sechseckigen Turmes der Westburg – die Verwendung von Buckelquadern war typisch für die Architektur in der Zeit des Kaisers Friedrich II.

Prägende Ereignisse der späten Stauferzeit waren z.B. die friedliche und erfolgreiche Kreuzfahrt Kaiser Friedrich II., der Hoftag zu Mainz von 1235 und der Kreuzzug König Ludwig IX. von Frankreich, der 1250 zur Belagerung von al-Mansura führte.
In dieses Geschehen waren auch Landgraf Ludwig IV. von Thüringen, der Gemahl der Heiligen Elisabeth, und zwei Grafen der Brandenburg einbezogen.

Der Brandenburgverein setzte zum Brandenburgfest mit einem Massenaufgebot von Aktiven aus der Mittelalterszene diese Ereignisse mit einem Historienspiel, einem Ritterturnier und einer Burgbelagerung in Szene.
Die zentrale Gestalt des Festes ist Kaiser Friedrich II., dem die kampflose Wiedergewinnung der heiligen Stätten gelang und mit seiner Kreuzfahrt zwischen Orient und Okzident vermittelte.
Er wurde auch Stupor mundi – das „Staunen der Welt“ genannt, weil er seine Zeitgenossen durch seine überragende Persönlichkeit faszinierte.
Er war seiner Zeit um Epochen voraus, Förderer der Wissenschaft und Kunst, Gesetzgeber, Gelehrter, Mittler zwischen den Kulturen und Religionen. Für die einen war er der erste aufgeklärte Herrscher und Reformator, für die anderen skrupelloser Politiker und Ketzer.

Und so wurde die Burg zweimal am Wochenende erstürmt aber nicht genommen – Belagerung. Zum Einsatz kam mit je zwei Schuss auch der Nachbau der Blide.


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Rainer Beichler |

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