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 | Bildquelle: Waldorfschule

Beschreibung:
Bildquelle: Waldorfschule

Cumpanei der Waldorfschule lädt zu Oberuferer Weihnachtsspielen

Die Cumpanei der Freien Waldorfschule Eisenach/Wartburgkreis lädt morgen (18. Dezember) zu ihren traditionellen Oberuferer Weihnachtsspielen ein. Im Saal der Waldorfschule (Ernst-Thälmann-Straße 62) in Eisenach beginnt 19 Uhr «Das Paradeisspiel» und um 20 Uhr ist «Das Christgeburtsspiel» zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die zur Cumpanei gehörenden Schüler, Eltern und Lehrer wollen mit ihren Aufführungen auf die besinnliche Zeit einstimmen. Es gibt viele Eisenacher, für die diese Spiele zur liebgewordenen Einstimmung auf die Feiertage zwingend dazugehören. «Möge unser Spiel auch in diesem Jahr die Herzen erwärmen», wünschen sich die Darsteller.

Das Oberuferer Weihnachtsspiel ist Teil eines Zyklus von Spielen um biblische Ereignisse, sogenannten Mysterienspiele, wie sie im Mittelalter häufig waren. Das Paradeis-Spiel, das Christgeburt-Spiel und das Dreikönig-Spiel wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts von Karl Julius Schröer wiederentdeckt. Benannt sind sie nach dem Entdeckungsort «Oberufer», einem bis 1918/20 von Deutschen und Ungarn besiedelten Dorf an der gleichnamigen Donaufurt. Die Ortschaft wurde 1946 in die slowakische Stadt Bratislava eingemeindet.

Der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, gab eine leicht modifizierte Fassung dieser Spiele heraus und regte Aufführungen an. Sie werden alljährlich in Waldorfeinrichtungen um die Weihnachtszeit von Schülern, Lehrern, Mitarbeitern und manchmal auch Eltern oder mit der jeweiligen Einrichtung verbundenen Menschen aufgeführt.

Heutige Aufführungen halten sich gewöhnlich an den Originaltext, der sehr volksnah geschrieben und in einem Dialekt in Reimen abgefasst ist. Es wird dabei viel gesungen, die ernsthaftere Handlung ist teilweise mit recht derbem Humor durchsetzt. Dazu kommt die volksnahe Verlagerung des biblischen Weihnachtsgeschehens in eine bekannte Umwelt. So beklagen sich im Christgeburtsspiel die Hirten auf dem Feld über die klirrende Kälte, sie rutschen wiederholt auf dem gefrorenen Boden aus und versuchen, sich gegenseitig ihre Handschuhe zu stibitzen.

Rainer Beichler |

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