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 | Bildquelle: Paul-Philipp Braun

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Bildquelle: Paul-Philipp Braun

Die Schulleitung wurde mit Handschellen gefesselt

Für Außenstehende mutete es schon etwas befremdlich an, was sich da am gestrigen Donnerstag am Eisenacher Ernst-Abbe Gymnasium ereignete. Schon in den frühen Morgenstunden waren Klänge der Punkband «Kaspar Hauser» vom sonst recht ruhigen Schulgelände zu vernehmen, Trillerpfeifen schallten seit 7:00 Uhr durch das Südviertel und rot-weißes Absperrband zierte die Hofeinfahrt der Schule. Es war der letzte Schultag des diesjährigen Abiturjahrgangs, welcher da für viel Aufregung und Abwechslung an dem Gymnasium in der Wartburgallee sorgte.

Unter dem Abiturmotto «Abi looking for freedom» hatten die Pennäler am Donnerstag ein Programm für die jüngeren Schüler auf die Beine gestellt, welches sich durchaus sehen lassen konnte. So waren es zwei schwarze, große Autos, welche Schulleiterin Angela Kraft und Oberstufenleiter Ottomar Schäfer in die Schule brachten. Gefesselt mit Handschellen und eskortiert von maskierten «Sicherheitsleuten» musste sich die Schulleitung zunächst einen Gang in das Schulhaus bahnen. Gehindert wurde sie dabei vor allem von Skeletten, Spinnenweben, Kunstnebel und einer undurchdringbaren Dunkelheit. Stundenlang hatten die Abiturienten nämlich im Keller der Schule eine Geisterbahn aufgebaut, durch die sowohl Schüler als auch Lehrer in das Schulhaus gelangten.

Im Gebäude waren es vor allem Unmengen an Zeitung, Flatterband und Toilettenpapier, die auf die Schulleitung und deren Gefolge warteten. Mit viel Mühe hatten die Abiturienten das Innere des Schulhauses dekoriert und beispielsweise einen Raum vollkommen mit Silberfolie ausgekleidet oder in einem Raum ein Planschbecken gestellt, das mit Fruchtsaft gefüllt war. Rund eine Stunde lang erfreuten sich Schüler und Lehrer gleichermaßen an diesen Ausnahmezustand des Schulhauses, bevor die Zwölftklässler in die Turnhalle luden.

Mit einem bunten Programm erfreuten sie dort die Anwesenden. Denn neben den obligatorischen Lehrerspielen, bei denen in diesem Jahr zwei Referendare mit verbundenen Augen die Freiheitsstatue von New York malen mussten, waren es vor allem kleine Dankesgeschenke an ehemalige Fachlehrer und ein eigens komponierter «Abiblues», die für Freude in der Turnhalle sorgten.

Bis zum 12. Mai haben die Abiturienten nun Ferien. Dann beginnen mit dem Deutschabitur ihre Abschlussprüfungen.

Natürlich durfte auch der obligatorische Lippenstift auf den Wangen der jüngeren Schüler nicht fehlen.

Foto: ©Paul-Philipp Braun

Die New Yorker Freiheitsstatue zierte nicht nur die Kleidung der Abiturienten, sondern musste auch von Referendaren mit verbundenen Augen gemalt werden.

Foto: ©Paul-Philipp Braun

Komplett mit Alufolie und Scheinwerfern hatten die Zwölfer einen Klassenraum geschmückt.

Foto: ©Paul-Philipp Braun

Mit Skeletten, künstlichen Spinnenweben und einem Grabstein hatten die Pennäler ein Gruselkabinett im Schulkeller gebaut.

Foto: ©Paul-Philipp Braun

Schulleiterin Angela Kraft und Oberstufenleiter Ottomar Schäfer freuten sich, als sie sich nach ihrer Gefangennahme auf dem Schulhof wiedersahen.

Foto: ©Paul-Philipp Braun

Paul-Philipp Braun |

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