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«Dracula»-Premiere in völliger Dunkelheit

Zu einem Theatererlebnis in völliger Dunkelheit lädt das Eisenacher Theater am Markt in der Halloween-Nacht am Sonntag, 31. Oktober um 19.30 Uhr ein. Auf Feldbetten liegend können an diesem Abend bis zu 28 Zuschauer den Grusel-Klassiker «Dracula» erstmals als ein Theaterstück zum Hören und Fühlen erleben. Regisseur Marcus Coenens Inszenierung verwandelt die Schauergeschichte in eine sinnliche Grenzerfahrung und entführt das Publikum zurück in die Kinderzeit, als Monster und Gespenster in der Dunkelheit als real erlebt wurden.

In seiner Regie erzählt das Jugend-Ensemble des TAM die Geschichte eines jungen Rechtsanwaltes, der geschäftlich zum abgelegenen Schloss eines merkwürdigen Grafen reist. Schon dessen äußere Erscheinung mit blasser Haut, roten Lippen und auffallend spitzen Zähnen ist unheimlich. Bald schon stellt der junge Mann fest: Etwas geht nicht mit rechten Dingen zu im Schloss…

Die bekannte Vampirfigur „Graf Dracula“, den Bram Stoker 1897 mit seinem gleichnamigen Roman zur Legende machte, hat immer wieder Konjunktur. Unzählige Male ist das Märchen vom untoten, transsilvanischen Grafen nacherzählt, verfilmt, vertont und auf die Bühne gebracht worden.

Für Regisseur Marcus Coenen ist Bram Stokers Dracula eine Gesamtmetapher für das Unerklärliche. In seinen Augen steht Vampirismus für eine dunkle und versteckte Seite, die in jedem menschlichen Wesen zu Hause ist. Und so will er mit seiner Inszenierung keine triviale Schauerunterhaltung bieten, sondern sich den Ängsten nähern, die jeder in sich trägt. «In der Dunkelheit ist man ganz allein, wie das Kind, das man früher war», erklärt Marcus Coenen «dabei ist unsere Inszenierung aber nicht mit einer Geisterbahn zu vergleichen, wir wollen keine Teenager zum Kreischen bringen und niemanden verstören – wir bieten vielmehr ein besonderes, sinnliches Erlebnis, das sich einstellt, wenn man eine Geschichte nur über Geräusche und körperliche Berührungen im Sourround-Effekt erfährt.»

Die Darsteller – alles Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren – mussten sich auf diese Sinnlichkeit erst einlassen. «Stokers Roman entstand im verklemmten viktorianischen Zeitalter, wo alles bis oberhalb des Halses verdeckt war und ein Vampirbiss eine überaus leidenschaftliche Vorstellung für die Leute war. Heute sind junge Leute anders verklemmt.
In der Probenarbeit war es für die Jugendlichen beispielsweise schwierig, ihren Atem hörbar zu machen, ohne sich dabei zu schämen», weiß Marcus Coenen zu berichten. Er schrieb die Stückfassung für seine Dracula-Inszenierung selbst. Aus dem Roman von Stoker, dem Film von Coppola, einem Comic und einem Hörspiel entstand ein dichter, spannungsgeladener Text, der auch ohne den Anblick von Darstellern sofort Bilder im Kopf entstehen lässt. Wer zur Halloween-Nacht verhindert ist, kann die Inszenierung auch noch am Donnerstag, 12. November und am Freitag, 12. November um jeweils 19.30 Uhr erleben.

Karten sind per Mail unter kontakt@theaterammarkt.de oder telefonisch unter 03691-7409470, der Nummer des Theaterbüros, erhältlich. Weitere Informationen auch unter www.theaterammarkt.de.

Rainer Beichler | | Quelle:

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