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Eisenach muss um Kreisstadtstatus kämpfen

Wartburgkreis muss schnellstmöglich Theater- und Orchesterverträgen zustimmen

Mit dem Beschluss der Landesregierung zur zukünftigen Struktur der Thüringer Landkreise ist die nötige Klarheit geschaffen, damit der Kreistag des Wartburgkreises die Entscheidung über die Unterzeichnung zur zukünftigen Mitfinanzierung des Landestheaters Eisenach und der Philharmonie Gotha-Eisenach treffen kann. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Eisenacher Stadtrat ruft die Fraktionen von CDU/FDP und der Freien Wähler im Kreistag des Wartburgkreises dazu auf, nun einem entsprechenden Beschluss im Kreistag nicht mehr die Zustimmung zu verweigern:

Die Zeit der Ausflüchte ist endgültig vorbei. CDU, FDP und Freie Wähler müssen im Kreistag des Wartburgkreises Farbe bekennen. Das Trauerspiel auf dem Rücken der Musiker, Tänzer, Schauspieler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Werkstätten muss endlich vorbei sein. Die Beschäftigten und ihre Familien brauchen Planungssicherheit und keine weitere Hängepartei. Alles andere wäre eine vorsätzliche Beschädigung des Kulturstandortes Eisenach, so Klostermann.

Darüber hinaus müssen aber auch zügige Entscheidungen über die zukünftige Kreisstadt und den Behördensitz, die zukünftige Aufstellung der Tourismus- und Wirtschaftsförderung, der Schulnetzplanung, die Struktur der Volkshochschule und Kreismusikschule sowie der Jugend- und Kulturförderung in der Region getroffen werden. Hierzu seien Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern und klare Aussagen der politisch Verantwortlichen in der Region nötig, allen voran von Landrat Krebs.

Für alle politisch Verantwortlichen in der Eisenacher Stadtverwaltung und im Stadtrat bedeutet die heutige Entscheidung der Landesregierung, dass wir nun gemeinsame Anstrengungen für den Kreisstadtstatus unternehmen müssen. Eisenach ist als Mittelzentrum mit Teilfunktion eines Oberzentrums der natürliche Entwicklungskern der Region mit überregionaler Ausstrahlungskraft. Deshalb sollte es im Zuge der Rückkreisung unbedingt gestärkt werden. Schon das Expertengutachten zur Gebietsreform der damaligen CDU-geführten Landesregierung hatte die Festlegung getroffen, ehemalige kreisfreie Städte bei der Entscheidung über den künftigen Kreissitz der Verwaltung vorrangig zu berücksichtigen. Wir sollten daher auf unsere Partnerinnen und Partner in der nördlichen Wartburgregion zugehen, um gemeinsam für dieses Ziel in Erfurt zu werben, macht Klostermann deutlich.

 

Andrea T. | | Quelle:

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  • Landkreisbewohner

    Klostermann geht den zweiten Schritt vor dem ersten. Der Kreisstadtstatus wird überschätzt. Dass der künftige Landkreis Verwaltungssitze in Eisenach und Bad Salzungen braucht (und bereits hat) dürfte unstrittig sein. Wo dann der Landrat sein Büro hat und dementsprechend die „Kreisstadt“ ihren Sitz hätte, ist doch im digitalen Zeitalter eher nebensächlich. Der größte Fehler wäre, bestehende Strukturen gegen teures (Steuer-)Geld nur wegen dieses Statussymbols vorschnell über den Haufen zu werfen – Behördenumzüge sind kein Schnäppchen, das dürfte bekannt sein.

    Wenn statt slcher Scheindiskussionen um den irrelevanten Kreissitz die Politik noch endlich den Mut aufbrächte, sich endlich von diesem jährlich im sechsstelligen Bereich defizitären Theater zu trennen – dann könnte man etliche finanzielle Probleme von Stadt und Kreis lösen.

    • Gisela Rexrodt

      So einfach ist das nicht, den Kreissitz nur als Statussymbol zu bezeichnen. Das hat auch nichts mit digitalem Zeitalter zu tun. Hier geht es nicht nur um Formulare usw. Für den Kreissitz erhält man reichlich Förderung durch das Land. Wenn Eisenach „nur“ kreisangehörige Stadt wird, sitzt sie mit wenigen Vertretern im Kreistag. Da wollen wir doch mal sehen, wer wen beim Verteilen des Geldes für Investitionen in Eisenach überstimmt. (Geht doch jetzt schon Nordkreis gegen Südkreis.) Kreisumlage zahlt Eisenach dann ca. 12 Millionen. Die Verteilung des Geldes bestimmt aber ein ganzer Kreistag, nicht nur die Abgeordneten von Eisenach. Meiningen hatte mal dagegen geklagt, dass sie die meiste Umlage zahlen, aber das Wenigste bekommen. Hat nichts geholfen. Zu Herrn Klostermann aber darf man sagen: Im Wahlprogramm der SPD von 2014 steht: Bürgerentscheid zum Kreissitz. Da sollten die Genossen mal langsam anfangen, es vorzubereiten.

  • Jakob

    Landkreisbewohner sieht das doch sehr realistisch. Es wäre ein Kraftakt ohne Nutzen, bestehende Kreisverwaltungskapazitäten aus Bad Salzungen mitsamt der Mitarbeiter nach Eisenach umzuziehen. Gleichzeitig macht es aber Sinn, den Kreis nicht all zu sehr zu zentralisieren, so dass man am Ende gute Ideen wird entwickeln müssen, welche sonstigen Einrichtungen in Eisenach oder im sonstigen Kreisgebiet sinnvollerweise angesiedelt werden könnten. Vor diesem Hintergrund kann man die „Anstrengungen für den Kreisstadtstatus“ Eisenachs als vergeblich verschossenes Pulver ansehen.

  • Jakob

    Andererseits wird dem Wartburgkreis ein Bevölkerungsrückgang von 19.5% geweissagt. Dann würden langfristig die meisten Menschen zu den Behörden in BaSa weite Wege zurücklegen müssen, während sie eigentlich eh schon ständig in Eisenach – das bei der Bevölkerung aufgrund seiner Attraktivität zulegen wird – beim Einkaufen, beim Arzt oder im Theater wären. Vielleicht würde sich so ein kleiner Behördenumzug langfristig also doch lohnen? Na jedenfalls viel Spaß beim Aushandeln, da wird noch einiges Pulver auf sämtlichen Seiten verschossen werden.

  • vigilando ascendimus

    Eine Kreisstadt gehört in das Zentrum, nach Eisenach, Das Gebäude in Salzungen ist ohnehin nur gemietet. Eine Nebestelle in Salzungen macht Sinn.

    Wenn Eisenach nicht Kreisstadt wird, liegt Gotha allemal naher als Salzungen!

  • Phlegias

    Oh man….wieder das defizitäre Theater. Klar…wer braucht schon Kultur? Der Herr(?) Landkreisbewohner offensichtlich nicht. Wie soll man auch Banausen die Wirkung von Kultur erklären. „Die im Theater sprechen so komisch“, „die Musik im Theater gefällt mir nicht“, „Goethe ist doch schon lange tot….Helene Fischer lebt und sieht auch viel besser aus“….
    Aber warum hören wir nicht einfach auf die dörflichen Strukturen zu pampern? Wozu muss ich für die Milchproduktion in Deutschland Steuern zahlen? Warum können wir die nicht einfach wesentlich billiger aus dem Ausland einkaufen und nebenher noch die dortigen Strukturen stärken? Damit z.B. die Zahl der Wirtschaftsflüchtlinge geringer wird? Gleichzeitig würden sich meine Lebenshaltungskosten verringern (Ja: weniger Steuern wegen keinerlei Subventionen mehr UND geringere Kosten für Lebensmittel), so daß ich locker in der Lager wäre höhere Preise für Theaterkarten zu zahlen.
    Zum Thema „BaSa“ als Kreisstadt möchte ich mich wirklich nicht mehr äußern….die Idee ist so abstrus, die kann echt nur von der CDU eingebracht werden. Nee, dann lieber den von Dewes lancierten Plan und an erfolgreichere Gebiete angschlossen werden….gerne auch ohne Kreisstadtstatus.

    • Gisela Rexrodt

      Vielen Dank. Ich darf ergänzen:
      Kultur ist die Gesamtheit aller Formen der Kunst, der Liebe und des Denkens, die, im Verlaufe von Jahrtausenden, dem Menschen erlaubt haben, weniger Sklave zu sein. (Andre Malraux)

      • Phlegias

        Ein schönes Zitat, kannte ich bisher nicht. Danke dafür. Und leider auch ziemlich passend…

    • Jäger

      Sehr Kurios, der Istzustand ist, es wird doch schon fasst alles im Ausland gekauft, wodurch in D ein riesen Heer an Nichtverdienern wuchs und dies wird von Tag zu Tag größer. Auch Opel schraubt nur Teile aus aller Welt zusammen. Je mehr sich also ihre Lebenshaltungskosten reduzieren um so weniger wird es in ihrer Geldbörse. Eisenach liegt auf Platz 291 bei Durchschnittsverdiensten, der Wartburgkreis wird erst gar nicht genannt, meine Vermutung, auf Platz 400. Durch das Nichtverdienen können der Bürger hat auch das Land, der kreis, die Stadt weniger Geldeinnahmen die man verteilen könnte, Kultur hängt ergo an einem Tropf der leer läuft. Der Bürger braucht Geld in der Hand und das reichlich, so das er regionales erwirbt, was wiederum mehr Arbeitsplätze und damit mehr Verdienste schafft. Fertigtütenbrot aus China, Milch aus Rumänien , Autobauteile aus überall in der Welt sind der falsche Weg, auch wenn dies durch die Globalisierung so gewollt wurde. Eine Gemeinschaft funktioniert nur ( auch die Kultur) wenn viele verdienen und nicht wenige viel. Die alten Länder hatten auch vor der Wende schon Schulden bis über beide Ohren, nach 1989 ist der Osten an einer Kreuzung falsch abgebogen und wiederholt exakt die gleichen Fehler der alten Länder.

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