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Erklärung der Kulturpartner des Landestheaters Eisenach und der Eisenacher Landeskapelle

Am 5.11.2015 legte der Thüringer Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff sein Diskussionspapier zur Strukturreform der Thüringer Theaterlandschaft unter dem Titel „Perspektive 2025“ vor. Für das Landestheater Eisenach werden drei Modelle vorgeschlagen. Modell 1, die Beibehaltung des Status quo, kommt aufgrund der prekären finanziellen Lage der Stadt nicht in Frage. Modell 2 und 3 enthalten neben positiv zu bewertenden Aspekten, wie der Tarifangleichung, auch problematische Überlegungen. Sie sehen Fusionen mit langfristigem Personalabbau vor, die den Standort Eisenach in seiner kulturellen Ausstrahlung schwächen.

In die Diskussion zu einer zukunftsfähigen Theaterstruktur treten nun auch die Kulturvereine und Akteure der Kirchgemeinden der Wartburgregion ein. Sie sind zur Verwirklichung ihrer ehrenamtlich organisierten Projekte auch auf die professionelle Unterstützung des Landestheaters Eisenach und der Landeskapelle angewiesen oder arbeiten mit ihnen eng zusammen.

Bei einem Treffen von Kulturpartnern des Landestheaters Eisenach und der Landeskapelle am 4.11.2015 in Eisenach wurde deutlich herausgearbeitet, dass Theater und Orchester den Kern eines dichten Netzes von Kulturinitiativen in der Wartburgregion bilden. Abhängig von einem ausreichend ausgestatteten Theater und einer eigenständigen Landeskapelle sind:

• Lux-Festspiele ausgehend von Ruhla in der Wartburgregion
• Sommerfestspiele Dermbach
• Konzertveranstaltungen in Bad Salzungen
• Veranstaltungen im Kurtheater Bad Liebenstein
• Eisenacher Sommergewinn
• Eisenacher Telemanntage
• Veranstaltungsreihe zu Johann Melchior Molter
• Veranstaltungen des Kammermusikvereins der Wartburgstadt e.V., z.B. im Schloss Wilhelmsthal
• Veranstaltungen der Mitteldeutschen Barock-Compagney
• Konzerte und Kirchenmusik in der Georgenkirche /Taufkirche Johann-Sebastian Bachs
• Kirchenmusik in der Wartburgregion
• Orchesterpatenschaft mit der Musikschule „Johann Sebastian Bach“
• Kinderkonzerte
• Kinder- und Jugendballett
• Bürgerbühne
• Seniorentheater
• Öffentliche Konzertveranstaltungen im Hotel Thüringer Hof

Mit Fusionen verbundender Personalabbau, lange Fahrten zu Kooperationstheatern und die Auslagerung der Werkstätten würden deutliche Folgen für die Kultur in der gesamten Wartburgregion haben und die in jahrelanger, ehrenamtlicher Arbeit geknüpften soziokulturellen Vernetzungen unwiederbringlich zerstören.

Daher erwarten wir eine Kulturpolitik, die die starken kulturellen Wurzeln Thüringens wertschätzt. Ein traditionsvergessener Umgang mit der Thüringer Theater- und Orchesterkultur wird den Bedürfnissen der Thüringer nach einem sinnerfüllten Leben in den Städten und Gemeinden und den Erwartungen der Besucher des Freistaates nicht gerecht.

Die Bewertung der Musik- und Theaterkultur nach rein betriebswirtschaftlichen Maßstäben durch die öffentliche Hand wird strikt abgelehnt. Sie ist durch eine ganzheitliche Betrachtung der gesellschaftlichen Wirkkraft von Orchestern und Theatern zu ersetzen. Das Landestheater Eisenach und die Landeskapelle sind wesentliche wertschöpfende Standortfaktoren, die langfristig zivilgesellschaftlich engagierte Bevölkerungsgruppen binden und kulturinteressierte Besucher in die Wartburgregion bringen. Theater und Orchester müssen in die Lage versetzt werden, auch zukünftig ihre Bildungs-und Kulturaufgaben in der Region wahrnehmen und ausbauen zu können. Daher ist die Finanzierung des Landestheaters Eisenach mit den Sparten Schauspiel, Ballett, einer eigenständigen Landeskapelle, den Werkstätten und allen anderen an den Theaterbetrieb gebundenen Teilen ausreichend zu sichern.

Unterzeichner:
Lux Festspielverein e.V.
Förderverein des KurTheaters Bad Liebenstein e.V.
Kammermusik der Wartburgstadt e. V.
Mitteldeutsche Barock-Compagney e.V.
Kunst und Kulturverein Dermbacher Schloss e.V.
Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach, Pfarrer Andreas Fritsch (Molterehrung 2015)
Michael-Praetorius-Gesellschaft e. V., Creuzburg
Sommergewinnszunft Eisenach e.V.
Kirchenmusikdirektor Christian Stötzner, Kantor an der Eisenacher Georgenkirche
Freunde und Förderer des Landestheaters Eisenach e.V.

Diese Erklärung ist offen für weitere Unterzeichner, die sich über das Kontaktformular der Website der Freunde und Förderer des Landestheaters Eisenach e.V. (www.theaterfreunde-eisenach.de) melden können.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Wolfgang

    Wenn ich den oben stehenden Artikel lese, frage ich mich dann noch wo das Problem ist.
    Sofern alle oben genannten Vereine für das Orchester und die Bespaßung durch selbiges auf Ihren Festivitäten bezahlen, sollte doch ein ordentlicher Betarg zusammen kommen.
    Oer wird hier auf Kosten der Eisenacher Steuerzahler kostenlos gearbeitet. Da die Herren und Damen des Orchester jetzt nach Tarif bezahlt werden sollen, wird Eisenach mit den Jährlichen Unterhaltskosten für das Theater von 2 Millionen EUR nicht mehr auskommen.
    Für mich ist noch wichtig zu wissen, wie hoch die Besucherzahlen im abgelaufenen Jahr waren. Die wirklichen Zahlen.

    • Nachdenker

      „Wolfgang“: Ich bezahle als Eisenacher Steuerzahler auch die städtischen Ausgaben für die Halle des THSV mit, obwohl ich diese in kleinster Weise nutze, oder Handballspiele besuche. Eine Stadt lebt von gewissen kulturellen und anderen Angeboten und zieht hierdurch Besucher in die Stadt, bietet den Einwohnern eine gewisse Lebensqualität. Was glauben Sie, wäre die Stadt Eisenach ohne die touristischen Anziehungspunkte? Dazu gehört auch ein gewisses Angebot an Kultur. Sie wissen, wie Eisenach ursprünglich zu einem Theater gekommen ist?

      Nachdenklich, aber positiv gestimmt, Grüße vom

      Nachdenker

      • Gisela Rexrodt

        Ich darf Ihre sehr richtigen Worte noch um andere, nicht kulturelle und sportliche Argumente ergänzen. Ob Bundesmittel, Landesmittel oder kommunale Mittel, alle werden vom Steuerzahler eingebracht, woher auch sonst. Somit zahlen wir mit unseren Steuern auch die Schulen, Volkshochschulen, die Kitas, das Gesundheitwesen, Vereine, Verbände, Schwimmbäder usw. Da könnte jeder, der kein Schulkind mehr hat, sagen, sollen das doch die bezahlen, die noch Bildung wünschen/brauchen. (Oder, ich gehe in kein Bad, ich brauche keinen Arzt, ich bin in keinem Verein) Die Verwendung der Steuern unterliegt dem Solidaritätsprinzip, was unumgänglich ist. Deren Verwendung muss aber kritisch begleitete werden, wie wir aus zahlreichen Beispielen wissen.

        • Felix Berg

          Da haben sie recht, das Solidarprinzip ermöglicht vieles für viele. Probleme tauchen auf wenn ein Lobbyist die Bühne betritt oder gar in Bündeln auftreten um für Vorteile mal hier mal da zu sorgen. So kommt das das einige Bereiche immer wieder mit Leistungen überschüttet werden und andere nie. Wer kennt wen ist zur Macht gelangt und unterläuft das Soldidarprinzip mächtig. Die andere Seite ist, wer Geld zugestanden bekommt verlässt sich darauf und wird träge für eigene Ideen, gerade da sich auch Hierarchien herausgebildet haben, die wie eine Blockade wirken. Kurz um, es wird nicht gemeinsam für etwas eingetreten, das schnelle Geld ist wichtiger unter wer kennt wen, ein wirken für die Zukunft zum wohl aller ist da nicht mehr relevant.

      • Wolfgang

        Hallo Nachdenker,
        wie steht es zu den Besucherzahlen des Thater. Diese Antwort steht noch aus.
        Was also ist wichtiger, eine mit guten Angebot ausgestattete Volkshochschule, eine gute Stadtbibliothek, ein bezahlbares Stadtbad, Turnhallen für Sportvereine? Ich bin sicher diese Besucherzahlen gebe mir mehr Argumente als jene für das Theater. Ich bin nicht gegen ein Theater, nur gegen ein Theater in der jetzigen Form. Wer sich nicht anpasst ……

        • Nachdenker

          Hallo Wolfgang,

          ich denke beispielsweise der Förderverein vom Theater, oder das Landestheater selbst kann über Besucherzahlen eine konkrete Auskunft geben. Ich bin da der falsche Ansprechpartner um Zahlen zu nennen. Und Prioritäten, da hat nun wirklich jeder Mensch bedingt durch die persönlichen Vorlieben andere Ansichten, die einfach respektiert werden sollten.

          P.S.: Wenn ich an die unzähligen „Spaßbäder“ aus der Nachwendezeit denke, mit Unsummen an Fördermitteln erbaut und mittlerweile mehrfach vor dem Tod gerettet! Ja, Geld ist ausreichend vorhanden, leider klappt es mit der richtigen Koordinierung nicht! Aber das wäre jetzt ein weiteres unendliches Thema.

  • Musikkritiker

    Die Volksmusikbranche wird vom GEZ-Zahler am Leben gehalten, die Orchester halt vom Steuerzahler. Andere Branchen und Musikrichtungen sind hingegen auf sich allein gestellt. Unverständlich, aber das ist halt so, das nennt man Lobbyismus.

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