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Glockenguss zum Lutherfest

Viele Gemeindemitglieder aus der Thüringer Kirchgemeinde Haßleben kamen am Samstag nach Eisenach. Sie wollten das Lutherfest besuchen und am Gießen ihrer Kirchglocke beiwohnen.
Am Samstag wurde unter den Blicken der Lutherfestbesucher ein Schaugießen veranstaltet.
Schon am Vormittag ging es los, der Ofen wurde angeheizt und mit den «Zutaten» für das Gießen (78 % Kupfer und 22 % Zinn) gefüttert. Bis 15 Uhr wurde das Ganze auf 1050 Grad gebracht.

In Handarbeit haben die Glockenbauer der Firma Rudolf Perner Glockengießerei Passau die Form gefertigt.
Sie besteht aus drei Teilen, die Schicht für Schicht aus Lehm gearbeitet sind. Es ist der Kern, der spätere Innenraum der Glocke, in dem der Klöppel hin und her schwingt, dann die sogenannte falsche Glocke, die genau die Gestalt der später gegossenen Glocke haben wird, und letztlich der Mantel.
Wenn diese dreischichtige Lehmglocke getrocknet ist, wird der Mantel abgehoben, die falsche Glocke zerstört und der Mantel wieder auf die Glockenform aufgesetzt. So entsteht ein Zwischenraum zwischen Kern und Mantelinnenseite, wo schließlich die heiße Glockenspeise hineingeleitet wird. Dieser Prozess geschah in Eisenach. Zuvor haben die Glockenbauer viele Tage in Passau an der Form gearbeitet. Mit der Lehmbauweise ist gesichert, das jede Glocke ihren eigenen Klang hat. In Deutschland haben sich deshalb die Glockenbauer auf diese Formenbauweise geeinigt. Darüber informierte Alois Bürgermeister von der Glockengießerei.

300 Glocken werden im Jahr von diesem Unternehmen gefertigt.
Gut 145 kg Speise wurden am Samstag in die Form gefüllt. Nun muss alles Abkühlen. In gut drei Wochen wird dann der Klang dieser Glocke geprüft. Dann steht erste fest, ob der Guss in Eisenach geglückt ist. Montag wurde alles wieder nach Passau transportiert.

In Thüringen gibt es in der Evangelisch -Lutherischen Kirche rund 3700 Glocken.

Rainer Beichler |

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