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«Hexenspucke» und Bücherspende

«Blutige Erdbeeren», «Green Vamp» und «Hexenspucke» hießen einige der Cocktails, die zum Nachtgarten am 5. September auf der Extra-Karte des Café «Toccata» standen.
Passend zu den finsteren Geschichten im Mondenschein hatten Beate Eichholz und ihr Team diese Getränke kreiert. Wie schon beim ersten Nachtgarten gab es eine große Zahl von Zuhörern. Mancher hatte vorsichtshalber Plätze im romantisch beleuchteten Rathausgarten reservieren lassen.
Mit Perücke und Handschuhen angetan – so wie Roald Dahl in seinem Kinderbuch «Hexen hexen» die Damen der besenreitenden Zunft beschreibt – eröffnete Gisela Büchner, Vorsitzende des Fördervereins Stadtbibliothek Eisenach e.V. den Abend und trug auch als erste aus diesem Buch vor. Schaurig schön ging es weiter mit der Buchhändlerin Judith Bärenklau, die aus Eva Menasses «Schicksal» las.
Mit großer Spannung verfolgten die Zuhörer dann Anton Tschechows Schilderung «Einer schrecklichen Nacht», die Jörg Hansen, Direktor des Bachhauses Eisenach vorlas.
Insgesamt zehn Vorleser sorgten an diesem Abend für gruselhumorige Unterhaltung: Tonimaria Kalkbrenner mit Werner Bergengruen «Der Kopf», Matthias Klaß mit einer eigenen Geschichte «Nightmare und Karneval», Maria Gantner mit der englischen Legende vom begrabenen Mond, Elke Sommer mit Edgar Allan Poes «Das ovale Porträt». Harry Weghenkel brachte Gottfried August Bürgers Ballade von «Des Pfarrers Tochter von Taubenheim» zu Gehör und Sybille Neumann-Bollo ließ die Hörer mit der Neugier auf das Ende von Richard Adams «Der eiserne Wolf» zurück. Noch einmal in die Welt Roald Dahls entführte Bibliothekarin Petra Werner mit «Der Wunsch».
Nach gut zwei Stunden, in denen immer mal wieder ein Regenschauer versuchte, die Unentwegten zu vertreiben, setzte Dr. Wolfgang Schenk mit literarisch-witzigen Ausflügen in die Welt des finsteren Getränkes ‚Kaffee‘ den Schlusspunkt. «Coffeum wirft die Jungfrau um» hieß die These, die er auf unnachahmliche Art zu belegen versuchte.
Die musikalische Begleitung des Abends lag in den Händen von Gitarrist Libor Fischer, dessen exquisites Spiel die Besucher immer wieder zu Extra-Applaus veranlasste.
Die Initiatoren des «Nachtgartens», Kunstverein Eisenach e. V. und Förderverein Stadtbibliothek Eisenach e. V., bestärkt durch den bisherigen Erfolg, planen im nächsten Jahr in dieser Form und an diesem Ort weitere Veranstaltungen. Großer Dank gilt daher allen Mitmachern, Vorlesern und Musikern, die zum Erfolg beitrugen.
Grund zur Freude gibt es auch in der Stadtbibliothek Eisenach: Statt eines Eintrittsgeldes haben die Zuhörer des 2. Nachtgartens Bücher im Wert von rund 100 € für den Bestand der Bibliothek erworben.

Rainer Beichler | | Quelle:

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