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Hilfe für den Denkmalschutz im „Grundton D“

Am 20. September 2008 gastiert die Konzertreihe „Grundton D“ in der Wandelhalle in Eisenach. Um 17.00 Uhr spielt dort das Bundesjazzorchester unter Leitung von Jiggs Whigham. Seit 1991 ist die gemeinsam vom Deutschlandfunk und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz veranstaltete Benefizreihe mit hochkarätigen Konzerten auf der Reise durch bedürftige Denkmale in den östlichen Bundesländern. Die Erlöse aus den Konzerten kommen jeweils direkt den Bauwerken zugute, zu deren Gunsten sie stattfinden. Fast 3 Millionen Euro kamen so bisher durch Eintrittsgelder und Spenden für dringend notwendige Baumaßnahmen zusammen. Mit der Verbindung von Musik und Architektur begeistert die Konzertreihe jedes Jahr Menschen für das kulturelle Erbe und gewinnt sie zu aktiver Mithilfe. Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die Konzertreihe des Deutschlandfunks eine großartige Möglichkeit, für die bekannten und unbekannten Kleinode um Unterstützung zu werben. Die Konzerte und Berichte über die Aufführungsorte werden vom DLF bundesweit ausgestrahlt, das Konzert in Eisenach am 6. Januar 2009 um 21.05 Uhr.

Wie fast alle Denkmale, zugunsten derer im Jahr 2008 Konzerte veranstaltet werden, ist auch die Eisenacher Wandelhalle ein Förderprojekt der Denkmalschutz-Stiftung. Nach einer Nutzung als herzoglicher Küchengarten in der Zeit von 1694-1748 entstand unter der Leitung von Johann Georg Sckell am Standort eines ehemaligen Kartäuserklosters um 1790 ein Park. Nach 1802 wurde er unter Leitung des Botanikers Friedrich Gottlieb Dietrich zum botanischen Garten ausgebaut. 1844 begann die Umgestaltung der Anlage durch Hermann Jägers. Am nordwestlichen Rand des nach dem vormaligen Kloster benannten Kartausgartens gab sich Großherzog Wilhelm Ernst am 9. Juli 1906 persönlich die Ehre, anlässlich der Fertigstellung der Wandelhalle feierlich das Kurbad Eisenach zu eröffnen.

Die Wandelhalle wurde 1906 nach Plänen des Dresdner Architekten Johannes Bollert als Bestandteil des Kur- und Mineralbades errichtet. Der langgestreckte Bau wird durch einen Mittel- und je einen Seitenpavillon akzentuiert. Zur Gartenseite hin öffnet sich die Halle mit Pfeilerarkaden und der Mittelpavillon mit einem halbrunden Portikus. Die Seitenpavillons werden zur Gartenseite hin durch Vorbauten ergänzt. Nachdem 1938 der Kurbetrieb eingestellt wurde, nutzte man das Gebäude für kulturelle Zwecke. 1974 wurde der Parkbereich östlich der Wandelhalle verändert. Zur Anlage gehört auch noch ein 1825 erbautes Gärtnerhaus mit einem Teezimmer, das französische Landschaftstapeten aus der Zeit um 1830 birgt. Die Wandelhalle im Park bildet noch heute einen besonderen Blickpunkt.
Ein weiteres Konzert findet am 21. September in Brandenburg im Gutshaus Sieversdorf statt.

Rainer Beichler | | Quelle:

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