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Bildquelle: privat/Stadtverwaltung

Hölderin-Trio, Michael Sell und Barock-Musiker eröffnen Telemann-Tage

Das Eröffnungskonzert der 13. Eisenacher Telemann-Tage findet am Samstag, 21. Juni um 20 Uhr in der Sparkasse am Markt statt. Zu Gast sind das Hölderlin Trio aus Frankfurt am Main und Barockinstrumentalisten aus Berlin und Freyburg unter der Leitung des Cembalisten Alexander Ferdinand Grychtolik. Sie spielen Werke und Georg Philipp Telemann und von Michael Sell. Dort ist auch Sells Komposition „La Bourse“ zu hören.

Zum Hölderlin-Trio gehören Johannes Prappacher (Viola), Malte Burba (Trompete, Euphonium), Albrecht Riermeier (Percussion). Die Leitnug hat Michael Sell.

Malte Burba: „Einfach Trompete zu blasen genügt einem Malte Burba nicht.“ Dies schreibt Andreas Bomba über Malte, Jahrgang 1957. Der aus Frankfurt stammende Musiker spielt verschiedenartigste Blechblasinstrumente – neben Trompete und Euphonium gehören Alphorn, Althorn, Posaune, Schnecken- und Muschelhörner sowie das australische Didgeridoo zu den Instrumenten, die er scheinbar mühelos beherrscht. Dies und seine sensible künstlerische Intuition machen es ihm möglich, als Interpret komponierter Musik traditionellen wie zeitgenössischen experimentellen Zuschnitts ebenso kompetent aufzutreten wie als improvisierender Musiker. Seit 1987 ist Malte Burba an mehreren Produktionen von „Kultur im Ghetto“ beteiligt.

Johannes Prappacher: Sein großer Ton befähigt den jungen Bratscher zur Interpretation der interessanten Werke Neuer und Neuester Musik. Gleichwohl durchlief er in seiner Ausbildung und auf seinem jungen Berufsweg wichtige Stationen der europäischen Musiktradition als Solist und Orchestermitglied. So fand er einerseits zum Düsseldorfer Nay Trio und entwickelte andererseits Interesse und Engagement für Neueste Musik, die ihn in die Ensembles Micheal Sells und in das Ensemble Repieno führten. Im Hölderlin Trio entfalten sich Prappachers Talente ideal in der kompetenten Umsetzung von Sells Ideen

Albrecht Riermeier: Seine musikalische Biographie weist ihn als Wanderer zwischen den Welten aus. Er arbeitete mit hervorragenden Vertretern des Jazz wie Chris McGregor, Harry Beckett und John Tchicai, Okay Temiz, David Friedmann. Daneben stehen Film- und Theatermusiken u.a. mit Ulrike Ottinger – und zugleich erscheint er als Komponist und Interpret von Werken der Neuen Musik (Hölderlin Trio, Neue Deutsche Blasmusik, Michael-Sell-Ensemble). Mit „Neue Deutsche Blasmusik“ und „la Bourse“ ist er seit 1987 Gast bei „Kultur im Ghetto“.

Neben dem Hölderlin-Trio spielen an diesem Abend auch Barockinstrumentalisten aus Berlin und Freyburg. Namentlich sind dies Birgit Schmieder (Barockoboe), Sylvia Rosin (Barockoboe), Claudia Mende (Barockvioline), Julia Jahnke-Kähler (Barockvioline), Susanne Walter (Barockviola), Markus Friemel (Barockfagott), Thomas Fritzsch (Basse de Violon) und Alexander Ferdinand Grychtolik (Cembalo und Leitung).
Für sie alle ist die Auseinandersetzung mit Telemannscher Musik sowie mitteldeutscher Musik des 17. und 18. Jahrhunderts ein zentrales künstlerischen Betätigungsfeld.

Die Musikerinnen und Musiker haben alle eine Ausbildung an Zentren für Alte Musik wie in den Niederlanden oder der Schweiz vorzuweisen. Dazu kommt eine rege internationale Konzerttätigkeit, zum Beispiel mit dem European Baroque Orchestra und anderen Spezialensembles für Alte Musik.

Michael Sell mit seiner Komposition „La Bourse“
La Bourse/Die Börse ist eine Komposition des Komponisten Michael Sell, die 1994 im Auftrag der Gruppe Kultur im Ghetto entstanden ist. Den Hintergrund der Komposition Sells bildet Georg Philipp Telemanns Orchestersuite La Bourse (Frankfurt, 1720), die den globalen Börsenkrach von 1720 (Mississippi-Hoffnung als globale Geldverbrennungsaktion) in Musik dokumentiert.
Der Frankfurter Komponist Michael Sell hat eine neue Komposition geschaffen – eine moderne konzertante Interpretation der „Börse“. Themen von „La Bourse“ werden als Strukturelemente aus Telemanns Werk zitiert, in phantasievollen und überraschenden Überblendungen in Neue Musik überführt und in kunstvollen und informativen Aufführungen erfolgreich in Europa aufgeführt.
Michel Sell (1942) Komponist, Dirigent, Trompeter, geboren in Königstein, studiert Politologie und Naturwissenschaften, wird Trompeter (Schallplatten, Rundfunk- und Fernsehproduktionen).

Rainer Beichler | | Quelle:

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