Eisenach Online

Werbung

„Hospitäler -Oasen der Fürsorge und Musentempel“

Das vierte Themenwochenende im Elisabeth-Jahr steht unter der Überschrift „Hospitäler -Oasen der Fürsorge und Musentempel““ und findet am 12. und 13. Oktober in Eisenach statt. Vorgesehen sind dazu Vorträge, Konzerte und ein Stadtrundgang.
Elisabeths große soziale Leistungen stehen immer wieder im Zentrum der Betrachtung. Sie war gewissermaßen das Gewissen ihrer Gesellschaft, übersah das Elend nicht und gründete Hospitäler.
So etwas geschah auch im frühen 12. Jahrhundert in Venedig. In diesen „Ospedali“ oder Frauenkonservatorien erhielten die Armen und Waisen eine fundierte musikalische Ausbildung. Sie sollten Gott mit ihrer Kehle dienen. Nicht zuletzt ersangen sie in hochkarätigen Konzerten, liturgischen Feiern, Oratorien ihrem Krankenhaus die nötigen Zuwendungen. Diese reichhaltige und hochwertige Szene zog Musiker aus ganz Europa an. Sie beeinflusste die Musikgeschichte auch von Thüringen massiv.
Das Solokonzert wäre ohne die letztlich erfolgreiche vivaldi’schen Ausformung undenkbar – Vivaldi lehrte am Ospedale della Pietá. Das Oratorium bereitete den Boden für die Oper des 19. Jahrhunderts; die Solomotette befruchtete die protestantische Kirchenkantate.

Freitag, 12. Oktober, 18 Uhr, Martin-Luther-Gymnasium Eisenach: Einführungsvortrag: Hospitäler als Musentempel; Prof. Dr. Helen Geyer, Hochschule für Musik „Franz Liszt“, Weimar, 3 EUR, nur Tageskasse
Prof. Dr. Helen Geyer, Vorsitzende der Academia Musicalis Thuringiae und Spezialistin auf dem Gebiet der Alten Musik, spricht über die venezianischen Ospedali als Tempel der Musen, aus deren Mauern Komponisten wie Johann Adolph Hasse ihre Eindrücke mit nach Mitteldeutschland nahmen und damit die hiesige Musiklandschaft entscheidend prägten.

Freitag, 12. Oktober, 19.30 Uhr, Georgenkirche Eisenach: GRAZIE VENEZIANE – Der Klang Venedigs. Mit Werken von Hasse, Galuppi und Porpora; Mit dem Körnerschen Sing-Verein Dresden und dem Dresdner Instrumental-Concert unter der Leitung von Peter Kopp
Solistinnen: Deborah York (Sopran), Valentina Varriale (Sopran) und José Maria Lo Monaco (Mezzosopran) Mit freundlicher Unterstützung der LINDIG AG; Karten zu 45/35/25/18 Euro unter 0180-5055505 oder unter 03691-79320 (Ticketshop Thüringen und Tourist-Info Eisenach) Der Körnersche Sing-Verein gehört zu den mittlerweile arrivierten Chören der deutschen Klassikszene. 1993 von Peter Kopp gegründet, besteht er zum großen Teil aus Absolventen der Dresdner Musikhochschule und ehemaligen Mitgliedern des Dresdner Kreuzchores. Begleitet wird der Körnersche Sing-Verein vom Dresdner Instrumental-Concert, das sich dem Musizieren auf historischen Instrumenten verschrieben hat. Zu Gehör kommen bisher unbekannte Werke, die in den venezianischen Frauenhospitälern – den Ospedali – entstanden sind. Die drei Solistinnen des Abends stammen alle aus Venedig.

Samstag, 13. Oktober, 14 Uhr, Eisenach: Stadtführung: Eisenach musikalisch, mit Dr. Claus Oefner. Treffpunkt vor der Georgenkirche auf dem Marktplatz; 3 Euro

Samstag, 13. Oktober, 16 Uhr, Martin-Luther-Gymnasium Eisenach, Vortrag: Heilung der Seele und des Leibes – Leben im Hospital der Frühen Neuzeit, mit Prof. Dr. Gerhard Aumüller, Philipps-Universität Marburg. 3 EUR, nur Tageskasse Prof.
Dr. Gerhard Aumüller vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der Phillipps-Universität Marburg referiert über die Umstände und Bedingungen an den Hospitälern zur Zeit der Heiligen Elisabeth. Dabei wird nicht nur die medizinische Seite beleuchtet, sondern auch ein Überblick über das musikalische Leben an diesen Instituten gegeben.

Samstag, 13. Oktober, 19.30 Uhr, Bachhaus Eisenach: Konzert auf den historischen Orgeln – Musik aus den Hospitälern, mit Jolando Scarpa, Bologna. 15/10 Euro, Karten: 03691-79230 (Tourist-Information Eisenach)
Mit dem 1978 veröffentlichten Buch „Arte e Musica all’Ospedalletto“, begann eine Reihe von musikwissenschaftlichen Recherchen und Studien, die sich mit der musikalischen Tätigkeit der vier großen Ospedali Venedigs im 17. und 18. Jahrhundert beschäftigten. Dabei sind bis dato unbekannte Partituren von Propora, Haydn, Pampani, Galuppi und anderen Komponisten ans Licht gekommen. Genießen Sie diese Musik auf einer historischen Orgel, gespielt vom Organisten der Chiesa Evangelista Metodista in Bologna und Musikdirektor des Ensembles Laura Conti, Jolando Scarpa.

Das letzte Elisabeth-Themenwochenende ist zugleich das Eröffnungswochenende des Festivals „Güldener Herbst“

Rainer Beichler | | Quelle:

Werbung
Top