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Kaffee-Geschichten und Freundschaftsbrötchen

Drei weitere Veranstaltungen gibt es von Januar bis März in der Ausstellung „Sammeltassenzeit“ im Thüringer Museum. Das Museum kooperiert dabei mit dem Förderverein „Freunde des Thüringer Museums e.V.“. In der Ausstellung im Stadtschloss am Markt sind Sammeltassen aus privaten Eisenacher Haushalten zu sehen. Anmeldungen zu diesen Veranstaltungen sind im Thüringer Museum (Tel.: 03691/670453) möglich; der Eintritt kostet jeweils 10 Euro.

In der ersten Veranstaltung am Samstag, 29. Januar heißt es um 11 Uhr: „Freundschaftsbrötchen & Kaffee mit Luise v. Göchhausen“. In dieser Gemeinschaftsveranstaltung mit der Goethe-Gesellschaft gibt es Interessantes zu erfahren aus dem Munde von Luise von Göchhausen. Sie wurde im Eisenacher Stadtschloss geboren. Im Jahr 1783 wurde sie Erste Hofdame der Herzogin Anna Amalia in Weimar. Ende des 18. Jahrhunderts lud das Hoffräulein Luise von Göchhausen jeden Samstag zum „Freundschaftsbrötchen“ in das Wittumspalais in Weimar ein. Hier trafen sich Vertreter des gebildeten Groß- und Mittelbürgertums, der Adels und der freien und akademischen Berufe, um über Wissenschaft, Musik, Literatur und Kunst zu diskutieren – und dabei die neuen Modegetränke aus Porzellantassen zu genießen. Jeder Teilnehmer der „Freunschaftsbrötchen“-Runde musste übrigens zu Beginn ein Dankopfer für den Genius loci (Geist des Ortes) in Form eines Gedichtes oder einer Komposition bringen.

Der scharfe Verstand der Hofdame Luise von Göchhausen, ihre umfassenden Fremdsprachkenntnisse und ihre Unterhaltungsgabe ließen Goethe, Herder und Wieland freundschaftlichen Umgang mit ihr pflegen. Zu Goethe hatte sie ein besonders herzliches Verhältnis. Sie gilt als Retterin des „Urfaust“, denn Goethe hatte den Text vernichtet und nur ihre Abschrift des Manuskripts bewahrte das Werk vor dem Vergessen.

Die Ausstellung „Sammeltassenzeit“ im Stadtschloss des Thüringer Museums dauert noch bis zum 31. März. Es ist eine besondere Ausstellung, denn präsentiert werden ausschließlich Sammeltassen von privaten Leihgebern. Rund 150 Sammeltassen wurden von Bürgerinnen und Bürgern aus Eisenach und Umgebung dem Thüringer Museum Eisenach dafür zur Verfügung gestellt.

Alle Leihgaben sind zur Zeit im Stadtschloss ausgestellt. Darunter einzelne Tassen, echte Biedermeier-Tassen (1820/30), Andenkentassen sowie Sammeltassen aus den Jahren 1930 bis 1980. Die Porzellane stammen aus über 40 Manufakturen – darunter Hutschenreuther und Seltmann Weiden, Kahla, Volkstedt, Wallendorf und andere mehr.

Die Ausstellung wird ergänzt durch Aquarelle des Erfurter Malers Rudolf Saal, die genau in die „Sammeltassenzeit“ passen. Dessen Nachlass gehört seit 1972 dem Thüringer Museum.

Die Ausstellung „Sammeltassenzeit“ ist bis 31. März in der zweiten Etage des Eisenacher Stadtschlosses zu sehen (Eingang über Tourist-Information). Geöffnet ist das Museum montags bis freitags von 10 Uhr bis 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 10 Uhr bis 17 Uhr.

Rainer Beichler | | Quelle:

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