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Kammeroper JAKOB LENZ hat Premiere

Mit JAKOB LENZ von Wolfgang Rihm hat am Donnerstag, dem 8. März, um 19.30 Uhr als „Theater auf der Bühne“ im Haus Eisenach des Thüringer Landestheaters als Studioproduktion des Musiktheaters eine Kammeroper Premiere, die zu den oft gespielten Opern des Gegenwartsschaffens gehört und die nicht nur dem Dichter und zeitweiligem Freund Goethes, Jakob Michael Reinhold Lenz, ein besonderes musikalisches Denkmal setzt, sondern auch in ihrer Thematik hochaktuell ist: Lenz‘ Genie zerbricht an den starren Regeln einer Gesellschaft.

Wolfgang Rihm – Jahrgang 1952 – ist ein Komponist, der nach einem Höchstmaß an Expressivität strebt und weit über Insider-Kreise hinaus anerkennende Resonanz findet. Seine zweite Kammeroper «Lenz», die 1979 in Hamburg uraufgeführt wurde, ist ein Schlüsselwerk der Siebziger Jahre. Das Libretto von Michael Fröhling stützt sich auf die Novelle «Lenz» von Georg Büchner, die 1835 geschrieben wurde und auf Briefe des Dramatikers und auf das Tagebuch des Pfarrers Oberlin zurückgeht. Fröhling versuchte dabei, den fragmentarischen Charakter der Novelle beizubehalten.
Die Dramaturgie des «Lenz» ist ganz auf die innere Entwicklung der Hauptfigur konzentriert, die die Musik in ihrem kammermusikalischen Ton nuanciert nachzeichnet. Es geht Rihm um die komplexe Darstellung von Gefühlszuständen, um deren Verständlichkeit willen er eine ebenso komplexe Musik fordert.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der Aufenthalt des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz im Hause des Elsässer Pfarrers Oberlin. Lenz wurde von dem Literaturfreund Christoph Kaufmann dorthin vermittelt, nachdem die Freundschaft des Dichters zu Goethe zerbrach, der das «Kranke» an Lenz‘ Charakter ablehnte. Jedoch können ihn weder der gütige und großherzige Oberlin noch der verstandesmäßig argumentierende Kaufmann vor dem aufkommenden und sich fortsetzenden Wahnsinn bewahren. Er quält sich und die Freunde mit extremen Stimmungswechseln, Halluzinationen und wiederholten Selbstmordversuchen. Er bleibt allein, unfähig sich der Umwelt anzupassen und von ihr unverstanden.

Unter der musikalischen Leitung von GMD Wolfgang Wappler/Rainer Eichhorn sind in den Hauptpartien Hans Gröning als Jakob Lenz, Edilberto Regalado Ordonez (Kaufmann) und Michael Brieske (Oberlin) zu erleben.
Die sehr heutige, brisante Umsetzung dieses noch immer hochaktuellen Stoffes liegt in den Händen von Operndirektor Dieter Reuscher, der vor jeder Aufführung seiner Inszenierung eine kurze Einführung gibt.
Die Ausstattung entwarf Heinz-Dieter Ruhland . Es spielen Mitglieder der Landeskapelle Eisenach.

Karten für die Premiere am Donnerstag, 8. März, 19.30 Uhr und die nächsten Vorstellungen am Freitag, 16. März, und am Karfreitag, jeweils 19.30 Uhr, sind noch an der Theaterkasse (Tel. 03691 / 256 219) erhältlich.

Rainer Beichler |

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