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„Kein Applaus für Podmanitzki“ mit Dieter Bellmann

«Kein Applaus für Podmanitzki»: Am Samstag, 20. November, 19.30 Uhr, gestaltet «In aller Freundschaft»-Schauspieler Dieter Bellmann im Empiresaal der Buchhandlung «Die Eule» einen satirischen Ephraim-Kishon-Abend

Am Samstag, 20. November, 19.30 Uhr, gestaltet Schauspieler Dieter Bellmann – bekannt als Professor Dr. Gernot Simoni aus der TV-Sendung «In aller Freundschaft» in der Buchhandlung «Die Eule» in der Karlstraße in Eisenach einen Ephraim-Kishon-Abend. Der 1940 in Dohna bei Pirna geborene Schauspieler und Regisseur wird Kishons hinreißende Satire «Kein Applaus für Podmanitzki» lesen. Der Leipziger Pianist Stephan König gibt dem Ganzen einen musikalischen Rahmen. Eintritt 25 Euro, Vorverkauf 15 Euro.

Die Ephraim-Kishon-Satire, die Dieter Bellmann aka Professor Dr. Gernot Simoni vortragen wird, handelt von Jarden Podmanitzki, einem – fiktiven – mittelmäßigen Schauspieler, der noch nie allein auf der Bühne gestanden hat. Arm in Arm spaziert Kishon mit ihm durch die Kulissen und verrät, wie ein Schauspieler den Regisseur systematisch zum Wahnsinn bringt, dass Ovationen keine Krankheit sind, wie man Kritiker neutralisiert und beim Theater trotzdem überlebt, warum Schauspieler niemals heiraten dürfen – und dass sie letztendlich auch nur Menschen sind.

Satiren von Ephraim Kishon sind höchstes Lesevergnügen, sie bedeuten Stunden der Heiterkeit und der Entspannung. In seinem Buch «Kein Applaus für Podmanitzki» hat er ein Thema auf gegriffen, das ihm als Bühnenautor «aus der Erfahrung langer Jahre und vieler Durchfälle» aufs innigste vertraut ist: das Theater. Der Ephraim-Kishon-Abend ist eine Kooperation der Buchhandlung «Die Eule» mit dem Eisenacher Veranstaltungsservice Andreas Wendisch.

Ephraim Kishon (hebr. ‏אפרים קישון‎) gilt als einer der bedeutendsten Satiriker des 20. Jahrhunderts. Als Ferenc Hoffmann wurde er am 23. August 1924 in Budapest in eine ungarisch-jüdische Familie geboren – und 1949 in Israel neugeboren, nachdem er ungarische, deutsche und russische Arbeitslager überstanden hatte. 1944 wurde Kishon in das Arbeitslager Jolsva in der Slowakei deportiert; im letzten Kriegsjahr gelang ihm aus einem Gefangenentransport nach Polen die Flucht. Ein Großteil seiner Familie kam in den Gaskammern von Auschwitz ums Leben. Verheiratet, drei Kinder; lebte in Tel Aviv als freier Schriftsteller, nachdem er sich zuvor eigenen Angaben zufolge als freier Schlosser im Kibbuz und in einer Reihe anderer freier Berufe betätigt hatte. Aus seiner Feder stammen sechs Theaterstücke, die unter anderem in Deutschland und Japan aufgeführt wurden, darüber hinaus Bücher in insgesamt 16 Sprachen, darunter hebräisch, ungarisch, türkisch, dänisch und holländisch. Regelmäßig schrieb Kishon auch satirische Glossen unter dem Pseudonym «Chad Gadja» («Das kleine Lämmchen») in der israelischen Tageszeitung «Ma’ariv» (מעריב). Ephraim Kishon starb am 29. Januar 2005 in Meistersrüte (Schweiz) an einem Herzanfall.

Dieter Bellmann wurde 1940 in Drohna bei Pirna geboren und absolvierte die Theaterhochschule «Hans Otto» in Leipzig. Den meisten Fernsehzuschauern dürfte er als Professor Dr. Gernot Simoni, Klinikdirektor der Sachsenklinik aus der ARD-Serie «In aller Freundschaft», ein Begriff sein. Diese Rolle spielt Dieter Bellmann bereits seit 1998. Bellmanns Filmkarriere hatte in den 60er Jahren begonnen, als der gestandene Theaterschauspieler in zahlreichen DEFA-Produktionen von Kinder- und Märchenfilmen wie «Dornröschen», «Hase und Igel» oder «Die verzauberten Brüder» Regie führte. Auch für den Deutschen Fernsehfunk stand Dieter Bellmann in den 70er und 80er Jahren häufig vor der Kamera, beispielsweise als Mitwirkender bei zahlreichen Episoden des «Polizeiruf 110» wie «Alarm am See» (1973), «In einer Sekunde» (1980) oder dem zweiteiligen «Polizeiruf»-Klassiker «Schwere Jahre» (1984). Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme Donald Sutherland und Alain Delon. Bellmanns besondere Liebe galt immer dem Kabarett, dem er bis heute die Treue hält.

Ephraim Kishon: Kein Applaus für Podmanitzki. Bastei Lübbe Verlag, Köln, 2003. 280 Seiten, ISBN: 978-3404148721.

Rainer Beichler | | Quelle:

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