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Luther in der Hölle

Spottbild der Gegenreformation wird in Nationaler Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ auf der Wartburg gezeigt

Zur Zeit der Glaubenskämpfe des 16. bis 18. Jahrhunderts gerieten auch die Künstler in einen Wettstreit und schufen bildmächtige Werke zur Dämonisierung und Verteufelung ihrer Gegner. Besonders die protestantische Propaganda um Lucas Cranach war erfindungsreich und setzte den Papst mit derben Sujets unter Druck. Doch auch die katholische Seite wurde nicht müde, im Gegenzug Martin Luther anzugehen und ihn mit furchterregenden Monstern, höllischen Dämonen und Teufeln in Szene zu setzen. Im Spottbild „Luther in der Hölle“, das der Maler – Exilholländer in London und Anhänger des abgesetzten katholischen Königs Jacob II. – als Pendant zur Höllenfahrt Calvins schuf, ist ein gutes Beispiel für die internationale prokatholische Bildpropaganda um 1700. „Weil er das Wort Gottes verdreht hat“, muss Luther inmitten eines Gewimmels von teuflischen Kreaturen aller Couleur „zur Hölle fahren“. Diese tut sich als riesiges Fischmaul auf beleuchteter Felsbühne auf. Die Motive knüpfen an die phantastische Bildwelt des Hieronymus Bosch an, rekurrieren vor allem aber auf antikatholische Spottbilder der Reformation.

Vom 4. Mai bis zum 5. November zeigt die Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ auf der Wartburg wie die Reformation den Verlauf der deutschen Geschichte bestimmte, wie sich Luther im Gedächtnis der Deutschen verankerte, wie ihn Generationen vor uns sahen, gebrauchten und missbrauchten, wie sich das Bild des Reformators im Laufe der Neuzeit veränderte und Machtinhaber sein Werk und Wirken für ihre Zwecke zu instrumentalisieren wussten.

Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“
Auf der Wartburg 1, 99817 Eisenach • 04.05.- 05.11.2017

Andrea T. | | Quelle:

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