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Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ 2017 auf der Wartburg

Die Wartburg in Eisenach ist vom 4. Mai bis zum 5. November 2017 Schauplatz der Nationalen Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“, mit der an 500 Jahre Reformation in Deutschland erinnert werden soll. Gefördert von der Bundesregierung und vom Freistaat Thüringen, beleuchtet das ambitionierte Ausstellungsprojekt die wechselvolle Beziehung zwischen dem Reformator Martin Luther und „seinen“ Deutschen – vom Thesenanschlag 1517 bis ins 20. Jahrhundert.

Mit jährlich 350.000 Besuchern ist die Wartburg heute die meistbesuchte Lutherstätte weltweit. Ein knappes Jahr lang schützten ihre dicken Mauern den Reformator Martin Luther, als er nach dem Wormser Reichstag (1521), geächtet und unter Kirchenbann stehend, das Neue Testament ins Deutsche übertrug. Damit legte er das Fundament für eine einheitliche deutsche Schriftsprache. Die Lutherstube – authentischer Wohnund Arbeitsraum des Reformators auf der Burg – ist seit Jahrhunderten Ziel unzähliger Pilger aus der ganzen Welt.

Spannende Aspekte einer komplexen nationalen Rezeptionsgeschichte
Die Wartburg ist also der perfekte Schauplatz für die Nationale Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“, die den Reformator Martin Luther als nationale deutsche Symbol- und Projektionsfigur beleuchtet und dabei zeigt, wie jede historische Epoche ihr ganz eigenes Lutherbild prägte. Prägnante reformatorische Leitmotive werden im Kontext von 500 Jahren deutscher Geschichte vorgestellt und dabei von Luthers Sicht her ein Bogen bis zur Gegenwart geschlagen. Die Ausstellung widmet sich drei großen Themenbereichen: Während im ersten Teil die Lutherstätte Wartburg als deutscher Erinnerungsort im Mittelpunkt steht, zeigt der zweite die kultur- und geistesgeschichtlichen Folgen von Luthers protestantischer Lehre auf. Die politische Instrumentalisierung der Reformation ist Gegenstand des dritten Ausstellungsteils.

Eine eindrucksvolle Objektschau in stimmungsvoller Atmosphäre
Auf einer Gesamtfläche von mehr als 1.000 Quadratmetern werden rund 300 eindrucksvolle Exponate – Gemälde, Druckwerke, Skulpturen, Grafik und Alltagsgegenstände – von nationalen und internationalen Leihgebern präsentiert. Die Wartburg selbst nimmt mit ihren geschichtsträchtigen Räumlichkeiten ebenfalls Exponatstatus ein. Ein im Eintrittspreis inbegriffener Audioguide für Kinder und Erwachsene sowie zwei Ausstellungsführer, Sonderführungen und begleitende Veranstaltungen sprechen die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse der Besucher an. Der zur Ausstellungseröffnung erscheinende Katalogband eröffnet die Möglichkeit, das breite Themenspektrum der Nationalen Sonderausstellung zu erweitern und zu vertiefen. Auf den Burghöfen laden historische Nachbauten zum Entdecken ein.

Drei Nationale Sonderausstellungen „Luther und die Deutschen“ ist eine von drei großen, staatlich geförderten Ausstellungsprojekten, die 2017 an 500 Jahre Reformation erinnern. Gemeinsam mit den beiden Partner-Ausstellungen „Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt“ (Deutsches Historisches Museum im Martin-Gropius-Bau, Berlin, 12.4.-5.11.2017) und „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ (Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Lutherhaus/Augusteum, Lutherstadt Wittenberg, 13.5.-5.11.2017) widmet sie sich dem Thema „Reformation“ in seinen vielfältigen Facetten.

Andrea T. | | Quelle:

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