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Neue Sonderausstellung des Thüringer Museums Eisenach:
„Zeitschalen – Gläsern“ von Florian Lechner im Stadtschloss

Das Thüringer Museum Eisenach präsentiert, ab Samstag, 27. September, eine neue Sonderausstellung im Marstall des Stadtschlosses. Bis zum 30. November werden unter dem Titel „Zeitschalen – Gläsern“ Arbeiten des Glaskünstlers Florian Lechner gezeigt. Die Sonderausstellung wird am Freitag, 26. September, 18.30 Uhr, von Oberbürgermeister Matthias Doht eröffnet.

Den süddeutschen Glaskünstler Florian Lechner inspirierte der architektonisch widersprüchliche Raum des Marstalls im Eisenacher Stadtschloss, sich mit verschiedenen Glasskulpturen dazu zu äußern. Unter dem Titel „Zeitschalen – Gläsern“ entwarf er ein Gesamtensemble „Licht-Glas-Klang“. Dabei setzt er sich besonders mit in der Stadt wirksam gewordenen historischen Persönlichkeiten wie der Heiligen Elisabeth, Martin Luther und Johann Sebastian Bach auseinander. So nehmen seine Glasschalen zeichenhafte Informationen in sich auf – beispielsweise Worte von Luther oder Noten von Bach. Glaskugeln rollen über die Schalen und stellen so eine Verbindung zu den unterschiedlichen Epochen her und dokumentieren zugleich das Verrinnen der Zeit.

Florian Lechner, geboren in München, schuf 1974 die erste gläserne Säule für die Zentralbibliothek der Universität Regensburg. Die Säule ist sechs Meter hoch und hat ein Gewicht von 1800 Kilogramm. Weitere bedeutende Arbeiten von Lechner sind eine Skulptur für das Kongresshaus Rosengarten im Zentrum von Coburg, die 1991/92 entstandene „Säule und Augen“ für die Max-Reger-Halle in Weiden, die Gestaltung der Christopherus-Kapelle 1992 im Zentralbereich des Münchener Flughafens, die Winter- und Anbetungskirche in Ettal 1997 sowie das „Glasfarbenspiel“ in Wunsiedel 2003. Im Rahmen eines Projektes von 22 U-Bahnhöfen in Rouen, die von 22 Künstlern – darunter Keith Sonnier und David Nash – gestaltet wurden, schuf Lechner eine Lichtstrahlende Glassäule. Diese ist aus blau-grün getönten Glasprismen zusammengesetzt, wird belichtet und ist mit Edelstahlseilen zwischen der Decke und einer Plattform oberhalb des Metroschienenstranges verspannt. Florian Lechner hält Patente für Sicherheitsglas und „Seilgläser“. Der Glaskünstler fühlt sich dem Material Glas im künstlerischen Sinn verbunden. Licht, Klang und Bewegung werden stets ins Verhältnis gesetzt.

Die Sonderausstellung „Zeitschalen – Gläsern“ bildet den Auftakt zu einer Reihe von Ausstellungen und Installationen von national und international renommierten Glaskünstlern, die künftig im Thüringer Museum vorgestellt werden. Diese Reihe soll anknüpfen an die Ausstellung „Glas von der Antike bis zur Gegenwart“, die von September 2007 bis Februar 2008 im Stadtschloss gezeigt wurde. Sie war zur Herbsttagung der Deutschen Glas Gesellschaft konzipiert worden und bot ein hochkarätiges Forum für die wissenschaftlichen Diskussionen.

Das Thüringer Museum besitzt eine umfangreiche Sammlung von etwa 900 historischen und modernen Glasobjekten aus dem deutschsprachigen Raum. Diese Sammlung gehört zu den überregional bedeutenden Kunsthandwerk-Beständen und gab bereits mehrfach Anlass zu weithin beachteten Sonderausstellungen.

Die neue Ausstellung „Zeitschalen – Gläsern“ von Florian Lechner wird bis zum 30. November im Marstall des Eisenacher Stadtschlosses präsentiert und kann dienstags bis sonntags jeweils von 11 Uhr bis 17 Uhr besichtigt werden. Die Ausstellung wird unterstützt von der Wartburg-Sparkasse, dem Thüringer Kultusministerium und der „Art regio“ – einem Kulturengagement der Sparkassen-Versicherung.

Rainer Beichler | | Quelle:

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