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Plakatausstellung über Frauenwiderstand in der DDR der 1980er Jahre in der Stadtverwaltung

Die Plakatausstellung »Wir müssen schreien, sonst hört man uns nicht! Frauenwiderstand in der DDR der 1980er Jahre” ist vom 5. Juni bis 1. Juli in der Stadtverwaltung Eisenach, Markt 2 im Erdgeschoss zu sehen. Sie zeigt die Geschichte zahlreicher oppositioneller Frauengruppen in der DDR, die vor allem zu Beginn der 1980er Jahre als »Frauen für den Frieden” entstanden.

Diese Gruppen vernetzten sich DDR-weit und suchten mit Protestaktionen die Öffentlichkeit. Die Frauen stellten sich dem SED-Regime entgegen und wehrten sich gegen die zunehmende Militarisierung aller Lebensbereiche. Auch in Eisenach gab es eine Gruppe »Frauen für den Frieden”. Von 1983 bis 1989 trafen sich die Frauen regelmäßig einmal wöchentlich in den Räumen des damaligen Landesjugendpfarramtes der Thüringer Landeskirche.

Die Frauen protestierten gegen die Wehrpflicht von Frauen in der DDR, gegen die verharmlosende Informationspolitik der DDR-Regierung nach der Katastrophe von Tschernobyl und gegen desolate Zustände in der gynäkologischen Versorgung der Frauen im Kreis Eisenach. Sie engagierten sich im Bereich Umweltschutz, Friedenserziehung der Kinder und beteiligten sich an einer Untersuchung von geschlechtsspezifischen Rollenbildern in DDR-Schulbüchern. Einige Dokumente von der Eisenacher Gruppe »Frauen für den Frieden” werden begleitend zur Plakatausstellung gezeigt.

Die ostdeutschen »Frauen für den Frieden” sind mit ihrem Engagement Teil der europäischen Friedensbewegung. Über Ländergrenzen und Militärblöcke, über den Eisernen Vorhang hinweg verbündete sich eine von Frauen getragene Protestbewegung gegen die atomare Rüstungsspirale. Gleichzeitig drängten Umwelt- und Menschenrechtsfragen nach Antworten, die in der DDR scheinbar gewährte Gleichberechtigung wurde hinterfragt, Willkür und Repression angeprangert. Es entwickelte sich eine Frauenbewegung in der DDR, die am Entstehen der Bürgerbewegung und der Freiheitsrevolution von 1989 beteiligt ist.

Die Ausstellung wird von der Robert-Havemann-Gesellschaft herausgegeben, gefördert durch Mittel der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Der Verleih der Ausstellung in Thüringen wird durch die Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Ansprechpartnerin für die Ausstellung in Eisenach: Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Quentel, Telefon: 03691/670-160 Email: gleichstellung@eisenach.de

Weitere Informationen: http://www.havemann-gesellschaft.de/index.php?id=661

Frank Bode | | Quelle:

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