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Sängerkrieg-Festival: Bärbel Röhl und Jalda Rebling

Nach dem Eröffnungskonzert mit Bettina Wegner, geht das Sängerkrieg-Festival im Jahr der Heiligen Elisabeth am 28. Oktober mit einem Konzert von Bärbel Röhl im Jazzkeller Alte Mälzerei weiter.
Unter dem Titel «I’am a stranger here myself» singt die Berliner Schauspielerin und Sängerin Lieder einer Emigrantin, begleitet wird sie von Thomas Möckel am Klavier. Anhand der fiktiven Geschichte von Emigrantin Lotte geht es um die Kunst des Erhaltens von Lebensfreude, Würde und Menschlichkeit trotz widriger Lebensumstände – ein musikalischer Gang auf Messers Schneide. Links ein Abgrund der Entmündigung und des Selbstmitleids. Rechts der Abgrund des Neuanfangs unter Verleugnung des Geschehens. In der Mitte der Tanz auf dem Hochseil. Hier geht es um das Überleben durch das Bewahren einer Balance trotz fehlenden Netzes. Zu hören sind Werke von verfemten und emigrierten Komponisten wie Paul Dessau, Hanns Eisler, Friedrich Hollaender, Georg Kreisler, Kurt Weill sowie der Schriftstellerin Mascha Kaléko. Bärbel Röhl führten Gastspiele in zahlreiche europäische Metropolen, sie war an Theaterbühnen engagiert, arbeitete für Film-, Fernseh- und Rundfunkproduktionen und war mit „L’art de passage“ unterwegs. Thomas Möckel ist studierter Dirigent und Pianist und arbeitet lange Jahre als Schauspielkappellmeister am Schweriner Staatstheater. Seit 1996 unterrichtet er an der Rostsocker Musikhochschule und ist als freischaffender Musiker tätig. Das Konzert beginnt 20 Uhr.

Am 30. Oktober folgt in der Alten Aula im Martin-Luther-Gymnasium der Auftritt von Chasan Jalda Rebling mit dem Programm «Rachel und der König». Zu hören sind Lieder und Romanzen der spanischen Juden, begleitet von Susanne Ansorg (Fidel und Rebec). Das Märchen «Rachel und der König» stammt aus Neapel um 1500 und handelt von einem klugen Mädchen, das sein Volk rettet. Die Künstlerin singt sefardische Lieder und Romanzen mit einer mediterran farbenprächtigen Sprache und Musik. Nicht nur der mutige Einsatz für Entrechtete sorgt hier für die Verbindung zu Elisabeth sondern auch die mittelalterliche Musik, die vor allem von Frauen bewahrt und überliefert wurde. Susanne Ansorg ist eine international renommierte Spezialistin für die historische Aufführungspraxis.
Jalda Rebling gilt als Spezialistin für europäisch-jüdische Musik vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Eine Pressekritik: „Sie gilt als anrührendste, einfühlsamste und bei aller Freude am Traditionellen auch innovativste Interpretin von jiddischem Liedgut.“
Am 7. Januar 2007 erhielt sie in den USA ihre Smicha als Chasan. Damit ist sie die zweite ordinierte jüdische Kantorin in Deutschland. Sie ist die Gründerin von Ohel-Hachidusch: Eine europäische Initiative von Jüdinnen und Juden, die richtungsübergreifend aus der Tradition schöpfend Wege in die Moderne sucht.
Jalda Rebling macht ihr Publikum mit alten kaum bekannten Kostbarkeiten jüdischer Kultur in Deutschland und Europa bekannt. Musikalische und literarische Zeitdokumente werden in ihren Programmen als Lieder und Geschichten in historischem Kontext inszeniert. Damit schlägt die Schauspielerin und Sängerin eine Brücke zwischen trockener Wissenschaft und sinnlichem Erleben.
Sie steht in der Tradition der Maggidim. Ein Maggid ist ein Wanderprediger, der von Ort zu Ort ziehend jüdisches Wissen mit Geschichten und Liedern lehrt.
Karten gibt es im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Das Kartentelefon: 0180/5055505.

Rainer Beichler | | Quelle:

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