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Bildquelle: Stadtverwaltung

Sonderausstellung über Hans Sachs in der Reuter-Villa

Eine Sonderausstellung mit dem Titel „Hans Sachs – ein Reformator in Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg“ wird vom Thüringer Museum Eisenach präsentiert. Die Ausstellung stellt einen weiteren Beitrag zur Lutherdekade dar und ist vom 30. Juni bis 4. Oktober in der Reuter-Villa zu sehen. Eröffnet wird sie am 28. Juni um 15 Uhr im Rahmen der „Hausmusik bei Reuters“.

Die Ausstellung im Rahmen der Lutherdekade zeigt hauseigene Exponate aus der Sammlung Nicolaus Oesterlein zur Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner. Darunter befindet sich neben dem Original-Theaterzettel der Opern-Uraufführung in München aus dem Jahre 1868 auch die Chronik über Johannes Christoph Wagenseil (1633 bis 1705), die Wagner als wichtigste Quelle für sein Werk diente. Außerdem zeigt das Thüringer Museum zwölf Figurinen der handelnden Personen der Oper.

In der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ treten zwölf Hauptfiguren auf. Neben Protagonisten wie Stadtschreiber Sittus Beckmesser und Kürschner Kunz Vogelsang wird die Oper hauptsächlich von dem Schuster, Poeten und Meistersinger Hans Sachs (1494 bis 1576) dominiert. Sachs galt als Anhänger der Lehre Martin Luthers. 1523 verfasste er eine volkstümliche Darstellung der Lehren Luthers in Gedichtform mit dem Titel „Die Wittenbergische Nachtigall“. Das Gedicht stellt eine der künstlerisch bedeutsamsten Flugschriften im Umfeld der Reformatoren dar. Sachs war ein Verfechter der Reformationsbewegung – ebenso wie später der Komponist Richard Wagner.

Richard Wagner beschäftigte sich mehrmals mit dem Thema Reformation. Neben den „Meistersingern von Nürnberg“ plante er unter anderem im Jahre 1868 ein Schauspiel zu „Luthers Hochzeit“. Zentrales Thema der Meistersinger ist die Frage nach der gesellschaftlichen und politischen Vorbildfunktion der Kunst. Andererseits verarbeitete Wagner auch eigene Erlebnisse in seinem Werk. So diente ihm beispielsweise eine Schlägerei, die der Komponist 1835 in Nürnberg beobachtete, als Vorlage für eine Prügelszene am Ende des zweiten Aktes der Oper.

Die Ausstellung wird in der zweiten Etage der Reuter-Villa präsentiert. Diese Villa liegt im Südviertel der Wartburgstadt und diente dem niederdeutschen Schriftsteller Fritz Reuter als Altersruhesitz. Dort lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1874.

Die Sonderausstellung „Hans Sachs – ein Reformator in Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg“ ist dienstags bis sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 3 Euro.

Rainer Beichler | | Quelle:

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