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Sorge um das Eisenacher Theater

Der Seniorenbeirat der Stadt Eisenach schrieb an den Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Thüringens, Christoph Matschie

Sehr geehrter Herr Minister,

Angst und Sorge um schwindende Kultur in unserer Stadt Eisenach lässt uns diesen Brief an Sie richten.
Wir, die Vertreter der älteren Bevölkerung unserer Stadt , haben einst gemeinsam mit großen Kreisen der Eisenacher Bürgerschaft um den Erhalt unseres Landestheaters gekämpft. Den großen Aderlass, der unser Landestheater fast auf Unkenntlichkeit schrumpfen ließ, haben wir hinnehmen müssen. Uns wurde gesagt, das Zusammengehen von Meiningen und Eisenach in der Kulturstiftung mit der ungleichen Mittelverteilung zugunsten von Meiningen sei für eine langfristige Sicherung des Theaters und damit der Kultur in Eisenach nötig. Den Anstrengungen der Theaterschaffenden in Eisenach und Meiningen ist es zu verdanken, dass diese Hoffnungen sich teilweise erfüllt haben.

Mit ungeheurem Elan und nicht enden wollender Kreativität spielen sich die in Eisenach verbliebenen Sparten in die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Immer wieder gibt es neue Angebote, z. B. „Theater und Schule mit dem Jungen Schauspiel“, „Theater und Schule mit dem Balett“, „Theater und Schule mit der Landeskapelle“. Besonders hervorzuheben sind die Mittagsmusiken monatlich in der oft bis zur 3. Empore gefüllten Georgenkirche in Eisenach oder die Sonderkonzerte in der Wandelhalle oder der Wartburg. Kinder- und Jugendkonzerte stehen regelmäßig auf dem Programm, ebenso die „Musik zum Anfassen“ und die „Preludien“, Einführungen in die Sinfoniekonzerte, moderiert vom Chefdirigenten Carlos Dominguez-Nieto.

Uns Ältere hat das Theater ein Leben lang mit künstlerischen Höhepunkten begleitet, gestaltet von Künstlern, die in unserer Stadt lebten und sie mit prägten. Das ist ein hohes Gut. Wir wollen unbedingt, dass das auch für die nächste und übernächste Generation erhalten bleibt. Eine Musikstadt wie Eisenach, mit ihrer weltweiten Ausstrahlung als Geburtsort von J. S. Bach, ohne einen eigenen Klangkörper – das wäre mehr als ein Armutszeugnis für Thüringen. Das steht zu befürchten, wenn Eisenach nicht seinen Anteil für den Erhalt des Landestheaters zahlen kann.

Deshalb unsere Bitte: Tun Sie als Kulturminister alles in ihrer Macht stehende dafür, dass die Stadt Eisenach ihren Anteil zahlen kann und darf! Wir sind überzeugt davon, dass Sie Ihren Einfluss geltend machen können.

Wir wünschen Ihnen Gesundheit, Kraft und Weitblick für Ihr Amt.

Mit freundlichen Grüßen

Rainer Beichler |

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