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 | Bildquelle: Stadtverwaltung

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Bildquelle: Stadtverwaltung

Tag des offenen Denkmals: Teil 6 – „Waldschänke“ und „Berghof“

Der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September steht unter dem Motto „Historische Stätten des Genusses“. Zur Vorbereitung dieses Ereignisses wurde vom Eisenacher Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stadtverwaltung eine Liste von „Genussorten“ in Eisenach erarbeitet. Die folgende Serie, die der Eisenacher Karlheinz Büttner verfasst hat, soll die Bürgerinnen und Bürger neugierig machen auf den Denkmaltag.

Im Jahre 1860 entstand an der Nordseite des Johannistals eine Erfrischungsstelle für Waldarbeiter, das „Weiße Haus“. Dieses Grundstück erwarb 1906 der in der Karlstraße ansässige Hofkonditor Franz Schmitz und errichtete dort nach Um- und Ausbau die „Gaststätte Waldschänke“. Auf dem Bild sind die Gebäude noch ohne den Anbau des südlichen Flügels zu sehen.
Die Ansichtskarte entstand 1911 im Verlag des Eisenacher Hofphotographen Carl Remde. Das Haus hatte bereits bis 1950 fünf verschiedene Pächter oder Besitzer. Ganze Karawanen zogen sonntags, die Frau am Arm, die Kinder an der Hand, ins Johannistal. Hier gab es zum Nachmittagskaffee die berühmten „Windbeutel“ und zum Abschluss in der Dämmerung ein deftiges Schinkenbrot. Doch nach der Wende ebbte der Strom der Ausflügler ab.

Wollte man den Spaziergang durch das Johannistal fortsetzen, führte der Weg nun aufsteigend zur Göpelskuppe, wo sich das Burschenschaftsdenkmal und an der Südseite des Berges das Burschenhaus befinden. Seine Grundsteinlegung fand bereits im Jahr 1913 statt; die Gedenkrede hielt Prof. Rudolf Flex, Vater des Dichters Walter Flex. Eröffnet wurde das Haus jedoch erst 1922. Ein erster Umbau erfolgte 1931. Der gastronomischen Nutzung folgte die militärische, denn 1944 wurde das Haus Kommandoquartier des Abteilungsstabes der Flakgruppe Thüringen.
Im Jahr 1961 wurde das Hotel von der volkseigenen Handelsorganisation übernommen und in „HO Hotel Berghof“ umbenannt. Das Hotel Berghof wurde 1998 restauriert und ist heute ein bekanntes Tagungshotel.

Die Gaststätte „Waldschänke“ im Johannistal ist zum Tag des offenen Denkmals am 13. September von 11 Uhr bis 17 Uhr für Besichtigungen geöffnet. Zudem werden Führungen zum Berghof angeboten.

Rainer Beichler | | Quelle:

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