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Theater: Vorsprechen-Versprecher-Versprochen

Tragisch, komisch, klassisch, modern, musikalisch? Von Friedrich Schiller bis Werner Schwab, Höhen und Tiefen des menschlichen Daseins in der Dramatik von Gestern bis Heute. Das ist es, was Intendanten im Allgemeinen von ihren Bewerbern erwarten und auch zu sehen bekommen. Aber warum sollte ein solches Programm nur für einen so kleinen Personenkreis vorbehalten sein.
Sophie Pompe kramte in ihrer Repertoirekiste und zauberte einen musikalisch angehauchten Abend hervor, der nicht nur neue Sichten auf Monologe bietet, sondern auch einiges über den Horror des Vorsprechens offenbart.

Fünf Monologe aus Klassik und Moderne. Zum einen ist da die Tragödie «Die Jungfrau von Orleans» von Friedrich Schiller, in der Johannas Zerrissenheit zwischen ihrem göttlichen Auftrag und ihren irdischen Gefühlen zu einem Mann aus dem Feindeslager deutlich wird. Zum anderen der Monolog der «Mirandolina» aus der gleichnamigen Komödie von Carlo Goldoni, darin macht sich die Wirtin über diverse Freier lustig. Ebenfalls zum klassischen Repertoire gehört der Dritte, der eigentlich kein Monolog ist, denn Anton Tschechow hat der Mascha aus den «Drei Schwestern» ursprünglich gar keinen Monolog zugedacht. Ein fiktives Gespräch hat Sophie Pompe zusammengestellt und fängt damit die melancholische Stimmung des Stücks aus Maschas Sicht ein. Der härteste Brocken ist wohl der vorletzte Monolog: ein kleines von Terroristen aufgezogenes Mädchen spricht zu einem Opfer ihrer Erzieher. Den krönenden Abschluss bildet die Vision einer Putzfrau, der Mariedl aus Werner Schwabs «Die Präsidentinnen». Träume von Gulasch, Bier und Parfum spielen darin eine Rolle und was es heißt, dass es «die Mariedl auch ohne macht».
Abgerundet wird das Ganze mit Liedern und Chansons, begleitet wird sie dabei von Albert Sadebeck. Und natürlich gibt es auch Plaudereien aus dem Nähkästchen über den Bewerbungsalltag des Schauspielers.

Das Soloprogramm mit Sophie Pompe gibt es am Dienstag, 13. Januar im Theater Eisenach. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Rainer Beichler | | Quelle:

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