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 | Bildquelle: Theater

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Bildquelle: Theater

Theaterjugendclub mit einer Uraufführung: «Paulas Katze»

Seit über dreißig Jahren schreibt die Berliner Autorin Waldtraut Lewin für Jugendliche und Erwachsene historische Romane und beweist, dass sich anspruchsvolle Literatur und ein hoher Unterhaltungswert nicht ausschließen müssen. Für «Paulas Katze» wurde sie 2000 mit dem Bad Harzburger Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.
Ulrike Lenz, die den Roman für die Bühne dramatisiert hat, bringt mit dem kompletten Ensemble des Theaterjugendclubs am Meininger Theater das Stück als Uraufführung am 8. November um 19.30 Uhr im Landestheater Eisenach auf die Bühne.
Für den Herbst 2005 schon einmal geplant, ruhte dieses Vorhaben, denn das spielerische Potential der jungen Meininger Mimen sollte durch andere Inszenierungen und viele Vorstellungen erst noch wachsen. Die Herausforderung für alle Spieler ist enorm, spielt das Stück doch im Jahr 1935 als die Nationalsozialisten ihren Terror speziell gegen die jüdische Bevölkerung massiv ausweitete.
Katharina Sander, genannt «Katze» wächst in ärmlichsten Verhältnissen bei ihrer Oma Agnes in einem Hinterhof auf. Einzige Lichtblicke sind die Malstunden im Atelier ihrer Tante Paula. Paula darf, weil sie nach den sogenannten Rassegesetzen als Halbjüdin gilt, nicht mehr als Lehrerin arbeiten. Bei einer Prügelei auf der Straße verliebt sie sich in Gerolf Ginzel, einen liebenswürdigen jungen Mann, der mit seinen Eltern gerade in das Vorderhaus eingezogen ist. Der Obersturmbannführer, Dr. Hasso Ginzel, hat die nationalsozialistische Ideologie an seinen Sohn weitergegeben. Als Katharina erfährt, dass Dr. Ginzel dafür verantwortlich ist, dass man ihrer Tante Paula die gerade eröffnete Kunstausstellung zerstört hat und dass der gehbehinderte Freund ihrer Großmutter, Bruno Klempner, verschleppt und zwangssterilisiert wurde, «damit sein angeblich krankes Erbgut die arische Rasse nicht mehr verseuchen kann», ist es zu spät, um das Unglück von Paula zu verhindern. Aber es ist noch nicht zu spät aus Deutschland zu fliehen. Und das muss sie auch, denn Luise – so nennt Paula ihre Mutter – lüftet ein folgenschweres Familiengeheimnis…

Adele Schlichter, 19 Jahre alt und gebürtige Eisenacherin, schlüpft in die Rolle der Paula Glücksmann. Als Katharina Sander ist die achtzehnjährige Thea Rasche aus Bad Salzungen zu erleben. Beide spielen seit vielen Jahren Theater und wollen nach dem Abitur eine Schauspielausbildung beginnen.
Vier Monate haben die jungen Darsteller mit ihrer Regisseurin, Ulrike Lenz, an den Rollen gearbeitet. Die Uraufführung dieses historischen Stoffes ist eine doppelte Herausforderung: zum Einen fordert das Spiel auf der Grossen Bühne eine größere Präsenz; zum Anderen sind sich alle ihrer Verantwortung gegenüber dem Thema bewusst, denn nicht von ungefähr findet die Uraufführung von «Paulas Katze» am Vorabend des 70. Jahrestages der so genannten Reichspogromnacht von 1938 statt.

Karten für die Vorstellung am 8. November 2008 um 19.30 Uhr im Landestheater Eisenach können im Besucherservice unter Tel.: 03691-256232 bestellt werden.

Foto: ©Theater

Foto: ©Theater

Rainer Beichler | | Quelle:

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