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Tränen und gedrückte Stimmung zum Schulschluss

Nach rund 100 Jahren ist am 27. Juni das Ende der «Carl-Alexander-Schule» gekommen. Die Grundschule musste schließen, die Berufsakademie braucht die Räumlichkeiten, Handwerker warten auf Baufreiheiten.
Die 75 Kinder werden ab August in die 4. Grundschule in der Karl-Marx-Straße gehen. Ein Teil der Lehrer werden die Kinder behalten. So war auch die Forderung der Elternvertreter.
Im letzten halben Jahr waren die Bedingungen für einen Unterricht nicht mehr zumutbar. Es wurde am Haus gebaut, Fenster waren verklebt, Bauleute bestimmten das Bild. Ab April wurde die Fassade und das Dach saniert. Für die Direktorin der Schule untragbare Zustände.
Eigentlich sollten Kinder ihre erste Schule in guter Erinnerung behalten, hier wird es nicht so sein. Der Schulbesuch wurde ihnen in der «Carl-Alexander-Schule» vergrault.
Höhepunkt der Misslichkeiten war, als die Kinder in ihre Klassenräume kamen (sie besuchten ihre neue Schule), Stühle und Bänke weg waren. Erst nach Intervention der Schulleiterin kamen die Möbel wieder. Und so wäre beinahe die Zeugnisübergabe ausgefallen, ein offizieller Akt auch in einer Schule.
Die Verantwortlichen werden sich wohl kaum in die Psyche der Kinder versetzt haben. Schule soll auch Spaß machen und die Verwaltung ist verpflichtet bis zum letzten Schultag optimale Bedingungen zu schaffen. Ein Leerräumen der Schule und Bauarbeiten während der Schulzeit gehören nicht dazu. Von Eltern war zu erfahren, dass sich das Verhalten der Kinder in den letzten Monaten geändert hat, sie reagierten viel gereizter. Verantwortlich für den Bau sei die SWG.
Im Stadtrat wurde die Schließung der Schule am Wartenberg breit diskutiert, die Schließung zum Schuljahresende beschlossen und nicht wie praktiziert während des zweiten Halbjahres. Die Bauarbeiten haben begonnen, nur die Schüler störten. Hätten da nicht die Verantwortlichen von Stadt und SWG den Mut haben können, die Schule schon früher zu schließen? Man wusste scheinbar wie eng die Bautermine sind.
Und so gab es Tränen auf dem Schulhof, Abschied von der ersten Schule, den Lehrern und Freunden. Pünktlich 9.45 Uhr musste die Schule geräumt sein. Letzte Spiele wurden noch schnell gesichert und zum Hort ging es schon in die andere Schule. Pünktlich 9.45 Uhr wurden von Handwerkern die letzten wenigen Sachen aus der Schule getragen. Eigentlich sollte dann erst der Umzug beginnen.

Schnell noch Adressen getauscht
Aus nach über 100 Jahren
Bauarbeiter sind schon da
Ein  Spielplatz für die Studenten?
Was wird aus dem Vermächtnis des Spenders der Anlage?

Rainer Beichler |

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