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Vereine und Firmen legten «M» frei

Von der Wartburg-Schanze aus ist das 6,5 Meter Hohe «M» seit Freitag wieder deutlich zu sehen. Fast 50 Jahre war das in eine Felswand des Marientals gehauene gewaltige «M» zugewachsen.
1805 besuchte das Erbprinzenpaar von Sachsen-Weimar-Eisenach die Stadt und zu Ehren Maria Pawlownas, einer Zarentochter, erfolgte die Umbenennung des Frauentals in «Marienthal», was in einem ca. 6,5 Meter hohen «M» in einer Felswand des Breitengescheids Ausdruck fand.
Ab 1830 wurden unter Oberforstrat Dr. Gottlob König viele der vorderen kahlen Hänge aufgeforstet. 1832 ließ er den Weg durch die Drachenschlucht anlegen, deren Tal den Namen «Annatal» nach Anna, der Schwester Maria Pawlownas, erhielt. Später wurde die Landgrafenschlucht ausgebaut.
Damit wurde das Mariental touristisch erschlossen und wurde noch bis 1850 als Weidegebiet der Eisenacher Ackerbürger genutzt. Königs Nachfolger setzten seine Arbeit fort. Das Mariental erhielt einen immer mehr parkähnlichen Charakter.
Im Laufe der Zeit verlor das Mariental den Charakter eines «Almenlandes» und das Breitengescheid den der «Granitalpen». Die Talsohle verwilderte, die Hänge wuchsen zu.

In vielen ehemaligen Wirkungsstätten von Maria Pawlowna wird der russischen Großfürstin und Erbprinzessin in diesem Jahr gedacht. Vor 200 Jahren kam sie nach Weimar. Am 3. Juni 1805 besuchte sie erstmals die Wartburgstadt.

Im Pawlowna-Jahr 2004 wurde nun am Freitag der Einzug von Pawlowna und Carl Friedrich szenisch nachgestaltet.
Empfangen wurde das Paar und ihr Hofstaat, u.a. mit Goethe und Charlotte von Stein, vom Eisenacher Oberbürgermeister. Vom Rathaus ging es mit Oldtimern zum Luther- und Bachhaus. Frau Cotta und Herr Bach wurden wieder lebendig. Auf der Schanze der Wartburg erlebten die Gesellschaft und viele Schaulustige die feierliche Enthüllung des «M».

Eisenacher Firmen hatten die Idee von Vereinen (u.a. Verein zur Erhaltung des Eisenacher Südviertels) aufgegriffen, und sanierten die Felswand mit dem in Stein gehauenen «M» – kostenlos. Durch den Forst wurde der Hang frei geschlagen.
Eigens für diese Enthüllung gab es vom Wartburghotel Gebäck mit den Buchstaben M.
Von der Wartburg ging es zum Carl-Alexander-Denkmal, das Herzogliche Ehepaar legte Blumen nieder. Weiter ging die Fahrt in den Oldtimern zum Schloss Wilhelmsthal.

Das "M" am Breitengescheid

Rainer Beichler |

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