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Verrückt, empathisch, liebenswert

«Schwurpel-Tok-Schetuk-Ieeh-Gtung-Pff-Pff-Pff» – nein, diese Worte entstammen keiner afrikanischen Sprache, sie entstanden nicht durch wildes «Herumklimpern» auf einer Tastatur und sie sind auch kein Zauberspruch.
Viel mehr sind diese Laute ein Auszug aus dem Duodrama «Kleine Engel», welches zur Zeit im Landestheater Eisenach aufgeführt wird.

Es ist die Geschichte der Putzfrau Assunta und des Arbeiters Rocco. Seit langer Zeit schon sind beide arbeitslos, bis sie in einer U-Bahn einen alten Mann treffen. Bis zur letzten Straßenlaterne schickt er sie, auf dass sie dort Arbeit finden – bei Engeln.
Rocco allerdings weiß noch gar nichts von Engeln, er bezweifelt ihre Existenz, glaubt nicht an Wesen mit Flügeln aus Federn und auch die Möglichkeit, dass Arbeitsengel fliegen können, scheint ihm irreal.
Anders ist Assunta. Seit Jahren schon sucht sie eine Anstellung als Putzfrau. Alles schrubbt, poliert und reinigt sie. Und Engel sind sowieso ihre große Leidenschaft. Eine Anstellung als Arbeitsengel steht für sie ganz außer Frage.
Mit Rocco hat sie nun aber erst einmal eine neue Aufgabe gefunden. Sie muss Überzeugungsarbeit leisten. Also beginnt sie mit Flugstunden, sie präsentiert ihm Federn und zeigt Rocco, wie schön es ist, wenn man in einer weißen Tunika und mit wallendem güldenem Haar durch die Gegend fliegen kann.
Mit der Zeit lässt sich Rocco darauf ein. Er nimmt die Flugstunden an, sieht in Gedanken sein Heimatdorf von oben und verfestigt damit seine und Assuntas Hoffnung, dass sie doch einmal gebraucht werden und in ihrem Traumberuf, im Himmel arbeiten können.

Doch es ist mehr als die Geschichte von Assunta und Rocco. Es ist die Geschichte einer Freundschaft. Es ist die Geschichte von anfänglicher Missgunst und späterem Vertrauen. Es ist eine Geschichte voller Empathie und Gefühle, frei von Kitsch, Schnickschnack und frei Falschheit.
Dafür mit einem gehörigen Schuss Verrücktheit und Tiefgang.
Authentisch aber amüsant spielen Sophie Pompe (als Assunta) und Alexander Beisel (als Rocco) im Stück von Regisseur Carsten Kochan die kleinen Engel. Ohne viele Requisiten aber mit großem Körpereinsatz und viel Anschauungsvermögen präsentieren sie menschliche Stärken und Schwächen in einer einzigartigen und empathischen Art und Weise.

Die nächsten Vorstellungen des Stücks „Kleine Engel“:
29.05.14 um 15Uhr
11.06.14 um 11Uhr

Paul-Philipp Braun |

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