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 | Bildquelle: Stadt Eisenach

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Bildquelle: Stadt Eisenach

Von Zimtwasser, Lakritzsirup und Markgrafenpulver

Dr. Herbert Fischer aus München referierte am Samstag, 26. April, in der Bibliothek des Stadtschlosses über die Eisenacher Hofapotheke. Zum Vortrag mit anschließender Besichtigung der historischen Apotheke im Schloss hatte das Thüringer Museum gemeinsam mit dem Förderverein Freunde des Thüringer Museums Eisenach e. V. eingeladen.

Nach einem spannenden Einblick in die Geschichte des Apothekerwesens, dessen schriftlich belegbaren Wurzeln bis in die Hochkultur Mesopotamiens zurückreichen, illustrierte Dr. Fischer die Geschichte der Eisenacher Hofapotheke, die bereits vor etwa 450 Jahren gegründet wurde. Seine Familiengeschichte ist mit der Apotheke in der Karlstraße 1 seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1949 eng verbunden. Alles begann mit der Abenteuerlust seines Großvaters, der als studierter Bergmann nach Chile auswanderte, um sein Glück zu machen. Goldfunde machten den jungen Mann wohlhabend. Er beschloss in Eisenach die Hofapotheke zu erwerben und verlieh ihr um 1900 das heutige Aussehen an markanter Stelle zwischen Stadtschloss und Rathaus. Auch der Vater von Dr. Fischer führte das Geschäft als Apotheker erfolgreich weiter. Im Jahr 1949 – das Fischer als Schicksalsjahr für die Familie bezeichnete – wurde die Familie staatlich enteignet und musste daraufhin Eisenach verlassen.

Bis heute ist Dr. Fischer mit der Stadt Eisenach eng verbunden. Als Mitglied des Fördervereins stiftete er dem Thüringer Museum Eisenach zahlreiche historische Dokumente und Gegenstände. Darunter auch das Apothekenprivileg aus dem Jahr 1699, das im Stadtschloss ausgestellt ist.

Anhand von Gefäßen mit lateinischen Aufschriften und alchemistischen Zeichen erläuterte Fischer das Handwerk des Apothekers. In den irdenen und gläsernen Gefäßen wurden zahlreiche nützliche, aber auch unsinnige Tinkturen, darunter Zimtwasser, Lakritzsirup und Markgrafenpulver aufbewahrt. Nach seinem Vortrag folgten die Gäste dem Referenten in das 1. Obergeschoss des Schloss. Dort wird heute die historische Schwanen-Apotheke aus Berka/Werra museologisch präsentiert.

Karl-Heinz Brack | | Quelle:

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