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Highlander-Kirmes und Flushing-Meadows

«High», tönt es aus dem Mikrofon des Ansagers, und «…lander» skandiert die Menschenmenge daraufhin schallend zurück. Nicht nur die Schotten haben ihre «Highlands», auch zur Großgemeinde Herleshausen gehören drei Ortsteile in gehobener Position. Einer davon ist Archfeld, noch dazu einer der kleinsten, aber eben auch das Dorf mit der wohl besten Kirmes. Seit 1988 veranstalten die Dorf-jugendlichen, die inzwischen natürlich längst keine Jugendlichen mehr sind, das jährliche Erntefest in Eigenregie. Seit einigen Jahren als «Highlander-Club» zusammenge-schlossen, stellt man immer wieder ein buntes Programm auf die Beine, das regelmäßig Menschenmassen aus nah, fern und ganz fern anlockt.
So auch bei der 03er Auflage am vergangenen Wochenende als bei einer karibischen Nacht mit dem Discoteam S.O.S. am Freitag und beim Samstagstanz mit den «Hurricans» mächtig die Post abging. Die Personenzahl im Festzelt betrug an beiden Abenden ein Mehrfaches der 130-Seelen-Gemeinde. Mit einem Frühschoppen und einem weiteren Festabend, gestaltet von den «Sloopys», den Jazzdamen aus Lüderbach und dem Männerballett «Dancing Ballerinos», klang das Spektakel am Montag zünftig aus.
Zum absoluten Höhepunkt hat sich aber in all den Jahren der Kirmessonntag entwickelt. Da der Ort mit seinen wenigen Straßen für einen Festumzug nur sehr begrenzte Möglichkeiten bieten würde, kam man schon in den 1980er Jahren auf die Idee, mit einem Fußballkleinfeldturnier für Freizeitmannschaften Gäste auf den Ringgau zu locken. Ein genialer Gedanke, denn dieses Turnier mit seiner abendlichen Siegerzeremonie im Festzelt wurde schnell zum Markenzeichen der Archfelder Kirmes. Ein buntes Teilnehmerfeld von mindestens 20 Mannschaften, teilweise mit Zelt und Isomatte aus weiter Ferne angereist, sorgt ein ums andere Mal für packenden Fußballsport auf den beiden Kleinfeldern – traditionell auf einer recht gewöhnungsbedürftigen «Sportwiese» eher agrarischen Ursprungs. Der Spaß steht im Mittelpunkt, wenn in Gruppen- und Finalspielen der Sieger von «Flushing Meadows» – so der einer blühenden Phantasie entsprungene Turniername – ermittelt wird. Allein manche Namen der teilnehmenden «Bolzbrigaden» unterstreichen das eher komische Element, z. B. Die Fantastischen, Südringgau Devils, FC Waikiki, Edes Bauerntrampel (aus Goldbach), Highlander Fanclub, FC Alpenrammler, Dynamo Waldstraße etc.
Den Turniersieg sicherte sich in diesem Jahr erneut Titelverteidiger FC Waikiki, ein sportlich-witziges Ensemble, das, ausgelöst durch eine Urlaubsbekanntschaft, den Weg aus dem Raum Cottbus nach Archfeld gefunden hat. Im Neun-Meter-Schießen des Endspiels bezwangen sie die Freizeitkicker Herleshausen und nahmen den Siegerpokal mit in die Niederlausitz.
Die Pokalübergabe im abendlichen Festzelt wissen die Archfelder immer ganz besonders zu inszenieren. Man begrüßt zahlreiche «Prominente», dargestellt von talentierten Dorf-größen, die eine kurze Einlage zum Besten geben, um anschließend die Sieger zu ehren. Dabei lassen sich die Highlander immer viel Spektakuläres einfallen, und das Kirmesvolk kann sich auch am Sonntagabend noch mal so richtig austoben – und das bei freiem Eintritt an allen Tagen!

Das Endspiel: FC Waikiki Cottbus gegen Freizeitkicker Herleshausen
Entscheidung im Elfmeterschießen
Der Turniersieger zum wiederholten Male: FC Waikiki aus Cottbus
Siegerehrung am Abend mit den Zweitplatzierten, den Freizeitkickern Herleshausen e.V.
«Musikerprominenz» für die Siegerehrung
Dirty Dancing von Kirmesmädchen und Fußballjungstar
Herbert G. findet keinen Parkplatz
Wie heißt diese Sängerin reiferen Jahrgangs?
Die Moderatoren Thoralf Blum (l.) und Jens Wittich

Achim Wilutzky |

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