 | | |
| |
|
| |
| | | | | Mo 16.07.2001 14:50 | | Eisenach - Nach einer mehr als sechsmonatigen Schließung ist die Predigerkirche mit ihrer Sammlung mittelalterlicher Kunst wieder geöffnet. Das Museum am Predigerplatz erwartet dienstags bis sonntags von 9 bis 17 Uhr Besucher. Führungen sind nach Voranmeldung unter Telefon 784678 möglich. Der Eintritt beträgt fünf Mark, ermäßigt drei Mark, die Familienkarte kostet zehn Mark und eine «Doppelkarte" mit Eintritt auch für das Reuter-Wagner-Museum sechs Mark.
Die Schließung des Museums war aus zwei Gründe nötig: Zu einen wurde in dieser Zeit gebaut, zum anderen wurde die Ausstellung auch konzeptionell geändert.
Zum Bau: 1993 wurde während der Sanierung der Predigerkirche (Eröffnung: 1994) ein sogenannter Opferputz auf die Wände aufgetragen. Dieser Putz zieht Feuchtigkeit und schädliche Salze aus dem Mauerwerk. Er muss nach fünf bis zehn Jahren entfernt werden. Ende 2000 wurde festgestellt, dass der Putz vollgesogen war. Er wurde abgenommen und durch den neuen, endgültigen Putz ersetzt. Nur an einer etwa sieben Quadratmeter großen Stelle musste nochmals Opferputz aufgebracht werden, da die Mauer hier noch nicht von Feuchte und Salz befreit war.
Nach dem Verputzen folgten Malerarbeiten und kleinere Arbeiten an der Elektroanlage. Die Arbeiten kosteten insgesamt rund 30.000 Mark.
Zur Ausstellung: Da die Kirchgemeinde Heilsberg bei Rudolstadt ihren Leihvertrag für deren gotische Schnitzplastiken nicht verlängerte - sie stehen jetzt in der restaurierten Kirche des Ortes - ergaben sich konzeptionelle Veränderungen. Außerdem wurden alle Datierungen der Kunstwerke überprüft und zum Teil korrigiert. Zu sehen sind die bekannten Bildwerke wie z.B. «Trauernder Johannes" aus Braunsdorf, (1. Hälfte 12. Jahrhundert), die sogenannte Heinrich-Raspe-Figur (nach 1293) und Reliefs aus Waltershausen (Erfurter Werkstatt um 1490/95).
Zur Geltung kommen nun daneben auch Kunstwerke, die bisher nach der Konservierung im Magazin des Museums lagen. Zu sehen sind z.B. der «Thronende Bischof aus Reinsfeld bei Arnstadt (um 1300), die Madonna aus Rödelwitz bei Orlamünde (letztes Drittel 13. Jahrhundert). In deren Nachbarschaft befinden sich Kruzifixe aus Elxleben (um 1180) und Osthausen ( um 1230/40).
Gezeigt werden weiterhin zwei Altarflügel, St. Hubertus und St. Rochus - qualitätvolle Ta-felmalereien der Saalfelder Werkstatt (um 1500). Daneben der Probstzellaer Altarschrein des Hans Gottwald von der Lohr aus der Saalfelder Werkstatt des Valentin Landenstreich (um 1507). (pm/rbr) | |
| V.i.S.d.P.: Rainer Beichler |
|
|
|
|