|
| | | |  | Mi 17.02.2010 14:16 | | | | | Vielfach engagierter Eisenacher Bäckermeister verstarb 73-jährig | | | | Eisenacher Lions trauern um Horst Rabe
Vor wenigen Tagen verstarb der Mitbegründer des Eisenacher Lions Clubs Horst Rabe. Als Urgestein ist Horst Rabe vielen Eisenachern wohlbekannt. In der Wartburgstadt 1936 geboren, besuchte er hier die Charlottenschule. Seinen eigentlichen Berufswunsch, Förster, konnte er sich nicht erfüllen. Doch blieb er der Natur zeitlebens verbunden. Lange Spaziergängen und Wanderungen gehörten zu den Dingen, die er in seiner Freizeit am liebsten tat. Dass er schließlich Bäcker und Konditor wurde, hatte viel mit seinen familiären Wurzeln zu tun. Gewissermaßen verpflichtete ihn diese Tradition, jenes Handwerk zu erlernen, mit dem er über Jahrzehnte hinweg manchen Eisenacher Gaumen erfreuen sollte. Zunächst Meister in der hiesigen PGH, übernahm er schließlich 1980 das noch heute in der Marienstraße bestehende Geschäft, von wo aus die «Rabe-Brötchen» und seit 2007 das «Elisabeth-Brot» ihren Siegeszug antraten. Mehr als 15 Jahre war er zudem als Obermeister der Bäcker-Innung aktiv.
Doch war Horst Rabe den Eisenachern nicht nur durch seine Brötchen bekannt. Er war einer, der sich «einmischten». Zunächst in der LDPD aktiv, gehörte er nach 1990 zu jenen, die den Ortsverband der FDP trugen, ehe er sich, und darin zeigt sich die tiefe Verwurzelung in seiner Heimatstand, den Bürgern für Eisenach anschloss. Die Möglichkeit, das Leben in der Wartburgstadt mit gestalten zu können, empfand er nie als Last. So ist es kein Wunder, dass er auch im Lionsclub von Beginn an mitmachte. Insbesondere der Stand des Clubs auf dem Eisenacher Weihnachtsmarkt wäre ohne Zutun Rabes nicht denkbar gewesen.
Ihm war es gegeben, an das Gute im Menschen glauben zu können. Humorvoll, immer freundlich, unterhaltsam, selbstlos, zufrieden und stets dankbar für alles, was ihm das Leben bot - so werden ihn alle jene, die ihn kannten, in Erinnerung behalten.
ThSV Eisenach trauert um sein Gründungsmitglied und ehemaligen Schatzmeister Horst Rabe
In stürmischen Wendejahren, der Zeit der Wiedervereinigung Deutschlands, als es galt, den Leistungshandball in Eisenach neue Strukturen und ein neues Fundament zu geben, krempelte Bäckermeister Horst Rabe die Ärmel hoch. Obwohl in seiner Bäckerei mit den Problemen des Übergangs in die Marktwirtschaft kämpfend - es andere rasch westwärts zog, weg von Eisenach - gehörte Horst Rabe zu den Aktivisten im von ihm mit gegründeten ThSV Eisenach. Er übernahm in wahrlich ganz stürmischen Zeiten Verantwortung im Vorstand, fungierte als Schatzmeister, an der Seite der damaligen Präsidenten Hans-Joachim Alban, Arnd Herrmann und Helmut von Moltke. Mit viel Herzblut, aber ohne Wissen und Erfahrung bei der Führung eines professionellen Vereins, ging Horst Rabe gemeinsam mit seinen Mitstreitern die riesige Aufgabe ThSV Eisenach an. Manche Vorstandssitzung fand im Morgengrauen in der Backstube in der Marienstraße statt. Manch schlaflose Nacht verbrachten Horst Rabe und seine Ehefrau Ursula wegen «ihres» ThSV Eisenach. Das waren oftmals alles andere wie schöne Stunden und Begebenheiten. Etwa, wenn Spieler morgens im Laden vor der Kundschaft mit «geplatzten Schecks» auftauchten, die ihnen ein «alles wissender und alles könnender aus dem Westen als Helfer des ThSV Eisenach eingeflogener Manager» ausgestellt hatte. Horst Rabe warf auch sein ganzes Ansehen in die Waagschale, als nur über einen Kredit das Überleben des ThSV Eisenach noch zu sichern war. Auch nach seinem Rückzug aus dem Vorstand blieb Horst Rabe seinen «ThSV-Jungen» stets verbunden. Ein Auswärtsspiel ohne Proviant aus der Bäckerei Rabe, einfach unvorstellbar! Wenn es die Zeit erlaubte, fieberten Horst und Ursula Rabe in der Werner-Aßmann-Halle mit. Ganz klar, sie waren im Besitz von Dauerkarten.
Mit tiefer Bestürzung erreichte den ThSV Eisenach in dieser Woche die Nachricht vom Ableben Horst Rabes. 73-jährig verstarb der vielfach sozial engagierte und beliebte Bäckermeister und Mitglied des Eisenacher Stadtrates nach schwerer Krankheit. Unvergessen werden die Verdienste von Horst Rabe um den Handball in Eisenach bleiben. Der ThSV Eisenach verneigt sich in tiefer Dankbarkeit. Das Mitgefühl gehört seiner Frau und seiner Tochter. Der ThSV Eisenach wird seinem Gründungsmitglied und ehemaligen Schatzmeister Horst Rabe ein ehrendes Gedenken bewahren!
Bürger für Eisenach gedenken Rabe
Die Wählergemeinschaft «Bürger für Eisenach» trauern um ihren Freund und langjährigem Mitglied Horst Rabe. «Der Verstorbene hat uns über viele Jahre im Stadtrat mit Verantwortlichkeit und Engagement vertreten. Mit besonderer Leidenschaft ist er für die Interessen der Bürger unserer Stadt offen und ehrlich eingetreten. Wir kannten ihn als hilfsbereiten und liebenswerten Menschen und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren», heißt es in einem Nachruf der Bürger für Eisenach. (eol/rbr) | |
| V.i.S.d.P.: Rainer Beichler |
|
|