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Handball-Pionier der Nachkriegszeit verstorben

Sein Herz schlug für den Handball in Eisenach. Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Gerhard Schütrumpf zu den Aktivisten der ersten Stunde, die den Handballsport in der Wartburgstadt wieder zum Leben erweckten. Nach den Kriegswirren gewann Gerhard Schütrumpf Handballer wie Horti Schmitt, Hans Otto, Erwin Hartmann, Willy Kuhn, Helmut Nothnagel, Otto Wagner, Arno Meng, Hans Engelhardt und andere zum Neuaufbau einer Mannschaft. Mit Sachverstand und Engagement baute er eine leistungsfähige Handballsektion aus den sportlichen Trümmern der verheerenden NS-Zeit auf. Auch getreu dem Motto, in einem gesunden Körper zieht kein Ungeist ein!
Als Sektionsleiter Handball der Betriebssportgemeinschaft Motor Eisenach war Gerhard Schütrumpf kein Weg zu weit, keine Stunde zu viel, kein Gespräch umsonst. Emsig wirkte Gerhard Schütrumpf, schuf die Voraussetzungen, um Spieler wie Wolfgang Eisenhardt, die Brüder Rodegast, Albert Rust und eben auch Nationalspieler Werner Aßmann an das Automobilwerk und die BSG Motor zu binden. Eisenachs Handball-Stern leuchtete.

Im Jahr 1957 (vor 50 Jahren!) die Vizemeisterschaft. Im Jahr darauf die Sternstunde: Deutscher Feldhandballmeister 1958 wurde die BSG Motor Eisenach, mit dem kürzlich 80 Jahre gewordenen Oswald Hook als Kapitän und Werner Aßmann als Spielertrainer. Zweifellos hatte Gerhard Schütrumpf gewichtigen Anteil. Handball ist seither in Eisenach nicht nur eine Sportart, Handball wird hier gelebt. Gerhard Schütrumpf und seine Mitstreiter zeichneten sich für den Nährboden verantwortlich. Die Entwicklung des Nachwuchses lag ihm stets am Herzen.
Als es 1989/90 galt, mit der politischen Wende den Handballsport in Eisenach neu zu strukturieren, Leistungshandball mit der Gründung des ThSV Eisenach zu sichern, stand Gerhard Schütrumpf mit Wort und Tat zur Seite. Mit heißem Herzen und seiner Erfahrung begleitete er die Entwicklung, mischte sich ein, sparte auch nicht mit kritischen Tönen.

Begeistert erlebte er 1997 den Aufstieg des ThSV Eisenach unter Trainer Rainer Osmann in die 1. Handballbundesliga. Er litt mit, als das Kapitel nach 7 Jahren zu Ende war.
Ob «seine Mannschaft» den Ligaverbleib schafft, das kann Gerhard Schütrumpf nicht mehr erleben. Sein Handball-Herz hat am 19. März im Alter von 84 Jahren aufgehört zu schlagen. Die Saat, die Gerhard Schütrumpf mit seinen Mitstreitern gelegt hat, wird auch diese Stürme überdauern!
Der ThSV Eisenach verneigt sich in Dankbarkeit vor Gerhard Schütrumpf!

Rainer Beichler | | Quelle:

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