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Heinrich Ehrhardt zum 160. Geburtstag

Der Begründer der Eisenacher Fahrzeugfabrik, Heinrich Ehrhardt, wäre am 17. November 160 Jahre alt geworden. 1840 wurde er in Zella St. Blasii geboren. Aufgezogen von seiner Großmutter, lebte er in ärmlichen Verhältnissen. Schon in frühen Jahren wurde sein technisches Talent sichtbar. Seine Wanderjahre begann er 1859 in der Eisenbahnerwerkstatt Erfurt. Vier Taler Wochenlohn gab es. Stationen waren u.a. die größte Maschinenfabrik Sachsen in Chemnitz, dort lernte er auch Emil Skoda kennen. Er strebte nach mathematischen, technischen und kaufmännischen Kenntnissen und wird so Werktechniker einer Pumpenfabrik.
Heinrich Ehrhardt heiratet am 29. Juni 1866 Augustine Winkler. Kurz darauf gründet er in Zella (heute Zella-Mehlis) eine kleine Maschinenfabrik.
Seine wohl interessanteste Erfindung machte er 1867. Er entwickelte einen Pfropfenzieher mit Glocke und Spindel. Diesen verkauft er für nur 25 Taler an einen Großkaufmann. Der verdiente mit diesem Korkenzieher ein Vermögen. Nicht alles wurde patentiert, so eine Maschine zum Herstellen von Holzschrauben oder Gewindeschneidzeuge.
Das erste Patent gab es 1878 es war die Nummer 4864 eine Fruchtschale mit Nussknacker. Technisch bedeutsam war die Nummer 67921 vom 28. Januar 1891. Mit diesem Patent legte er die Grundlagen für die Herstellung nahtloser Rohre. Erfindungen machte der Thüringer auch in der Militärtechnik. In Sachen Eisenbahn- und Kraftwagenbau stehen der geschlossene Achslagerkasten, eine Säge zum Abschneiden von Schienen auf der Strecke oder die Antriebsvorrichtung mit veränderlicher Übersetzung für Motorwagen und Fahrräder.
Von 1878 bis 1921 sind 128 Patente von ihm im Deutschen Reich registriert.
Im April 1889 war er Mitbegründer der Rheinischen Metall- und Maschinenfabrik AG in Düsseldorf (heute Rheinmetall).
Am 3. Dezember 1896 wurde von Heinrich Ehrhardt in Eisenach die Fahrzeugfabrik gegründet. Hergestellt wurden Munitionswagen, Fahrräder und Kraftwagen nach dem Muster Decauville aus Frankreich. Damit legte er den Grundstein für eine über 100-jährige Automobilbautradition in der Wartburgstadt.
Der Geheime Baurat Ehrhardt war auch am 19. Januar 1901 dabei, als in Eisenach der Vorläufer des Verbandes der Automobilindustrie gebildet wurde.
1921 geht Heinrich Ehrhardt mit 81 Jahren wieder in seine Heimatstadt Zella-Mehlis zurück. Er starb am 28. November 1928.
In Eisenach trägt der Stadtplatz den Namen «Heinrich-Ehrhardt-Platz».

Zum 70. Geburtstag
Grabstätte in Zella
Heinrich Ehrhardt
Der Korkenzieher
Im Museum von Zella-Mehlis

Rainer Beichler |

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