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10-Jahres-Vertrag mit Deutscher Bahn verabredet

Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster und der Vorstandsvorsitzende der DB AG, Hartmut Mehdorn, haben in einem Spitzengespräch den Verkehrsvertrag zwischen Thüringen und der DB AG für die nächsten 10 Jahre verhandelt. Dabei ist es gemeinsames Ziel, den Verkehrsvertrag Ende Februar zeitgleich mit der Finanzierungsvereinbarung des ICE-Bahnhofes Jena-Paradies in Jena zu unterzeichnen. Land und Bahn haben in diesen Verabredungen Einigkeit über die wesentlichen verkehrlichen und infrastrukturellen Maßnahmen der mittel- und langfristigen Zukunft erzielt. Der Verkehrsvertrag beinhaltet die Bestellung des Nahverkehrs durch das Land Thüringen bei der DB AG.

Man stimmte überein, dass für das ICE-Projekt Nürnberg-Erfurt-Berlin in diesem Jahr zur Sicherung des Baurechts die Planungen fortgeführt werden und ab 2003 mit Baumaßnahmen begonnen wird.

Weiterhin wurde über die Mitte-Deutschland-Verbindung, die Elektrifizierung der Strecke Weimar-Gera und die Bahnhofssituation im Lande gesprochen. Ebenfalls angesprochen wurde die Zukunft des Güterverkehrs in Thüringen.

Land und Bahn haben damit gemeinsame Schritte zur langfristigen Verbesserung des Schienenverkehrs in Thüringen vereinbart.

Damit bleibt die Deutsche Bahn AG einer der größten Arbeitgeber Thüringens.

Die Deutsche Bahn ist größter Arbeit- und Auftraggeber in Thüringen

Die Deutsche Bahn ist in Thüringen der mit Abstand größte Arbeit- und Auftraggeber. Sie sichert hier knapp 6.500 eigene Arbeitsplätze. Als zentrale Dienstleister für den gesamten Bahnkonzern sind in Erfurt mit insgesamt 247 weiteren Arbeitsplätzen die DB Informatikdienste zur Entwicklung und Bereitstellung spezieller Software, das Call-Center für die über 52.000 vernetzten Computer der Bahn sowie die auf die Dieselbetankung spezialisierte Sparte von DB Energie ansässig.
Darüber hinaus sichert die Deutsche Bahn durch Einkäufe und Investitionen etwa 6.000 weitere Arbeitsplätze bei Unternehmen aus der Region. Hinzu kommen Bauaufträge bis 2006 mit einem Volumen von rund 2,6 Milliarden Mark, wodurch mehrere tausend Beschäftigte im Baugewerbe in Lohn und Brot stehen. Von keinem anderen Unternehmen in Thüringen gehen stärkere arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Impulse aus.

Seit 1994, dem Beginn der Bahnreform, hat die Bahn an Unternehmen in den neuen Bundesländern Aufträge für rund 45 Milliarden Mark vergeben. Allein in Thüringen sind es im laufenden Jahr 311 Millionen Mark, u. a. für wichtige Bauteile elektronischer Stellwerke, Zugfunktechnik und Bremssohlen.
Zu den 100 Milliarden Mark, die die Bahn insgesamt in Deutschland seit Beginn der Bahnreform im Jahr 1994 bereits investiert hat, kommen bis 2005 weitere 79 Milliarden Mark hinzu. Ein großer Teil der Milliarden wird in die Kundenzufriedenheit – insbesondere auch im Nah- und Regionalverkehr fließen. Für rund 8,5 Milliarden werden entweder völlig neue Züge mit modernster Technik angeschafft oder noch sehr hochwertige Fernverkehrswagen für den Nahverkehr umgerüstet. Hinzu kommen Streckenausbauten für höhere Reisegeschwindigkeiten, modernisierte Bahnhöfe und innovative Services.

Thüringen marschiert bei dieser Offensive weit vorn. Im November 2000 rollten die ersten Nahverkehrszüge mit Neigetechnik auf der Strecke Göttingen – Erfurt – Gera – Glauchau/Zwickau. Zuvor war der 67 Kilometer lange Abschnitt Gotha – Leinefelde mit einem Investitionsvolumen von rund 119 Millionen Mark ausgebaut und für die Neigetechnik ausgestattet worden. Auch der Abschnitt Weimar – Gera als Teil der so genannten Mitte-Deutschland-Verbindung wird bis 2006 mit einem Investitionsumfang von 665 Millionen Mark grundlegend erneuert, in drei Abschnitten zweigleisig ausgebaut und für den Einsatz der Neigetechnik-Züge ausgerüstet. Allein im Jahr 2001 fließen in den Streckenausbau «unterm rollenden Rad» zwischen Weimar und Gera rund 100 Millionen Mark.

Bereits ab Ende 2002 wird sich die Fahrzeit zwischen Erfurt und Gera von jetzt 96 Minuten um 15 auf etwa 75 Minuten und nach Abschluss aller Arbeiten im Jahr 2006 auf weniger als eine Stunde verkürzen.

Für das Großprojekt «Umbau und Neugestaltung des Hauptbahnhofs und des Bahnknotens Erfurt» war im September dieses Jahres Spatenstich. Bis 2006 wird mit einem Kostenaufwand von 350 Millionen Mark, woran sich Land und Stadt mit 86, 2 Millionen Mark beteiligen, der Bahnhof und der gesamte Gleisbereich neu gestaltet. In einer gelungenen Symbiose von historischem Vorempfangsgebäude und moderner Bahnsteighalle mit darunter liegendem Dienstleistungszentrum und Tiefgarage sowie unmittelbarer Verknüpfung mit dem städtischen Nahverkehr entsteht ein Bahnhof, der allen Ansprüchen an modernes Reisen gerecht wird.
Der weitaus kompliziertere Teil der Aufgabe ist der Umbau der Gleise im Knoten Erfurt, der bei laufendem Zugbetrieb höchste Ansprüche an die Baulogistik stellt. Ziel ist es, innerhalb der Stadt den Gleiskörper zu verbreitern und 19 Betriebsgleise und 43 Weichen so zu installieren, dass der Bahnknoten von den Zügen flüssiger als bisher passiert werden kann. Daher umfasst das innerstädtische Baufeld nicht nur den Bahnhof, sondern die Gleisanlagen auf rund sieben Kilometer Länge. Dabei sind nicht nur Brücken zu erneuern, sondern teilweise der alte Bahndamm auf dem ehemaligen Festungswall durch Ingenieurbauwerke zu ersetzen. Für diese Arbeiten sind zusätzlich 157,5 Millionen Mark erforderlich.

Das Baugeschehen ist indes nicht nur auf die Mitte-Deutschland-Verbindung im Abschnitt Weimar – Gera sowie Bahnhof und Knoten Erfurt beschränkt. Die Deutsche Bahn ist dabei, ihr Bestandsnetz zu sanieren und durch Investitionen in moderne Leit- und Sicherungstechnik weitgehend zu standardisieren, leistungsfähiger und wirtschaftlicher zu gestalten. Durch die von der Bundesregierung bis zum Jahr 2003 bereitgestellten zusätzlichen Mittel aus den UMTS-Erlösen in Höhe von 6 Milliarden Mark kann dies früher als bisher geplant geschehen. Die auf das Fern- und Ballungsnetz in Thüringen entfallenden 373 Millionen Mark bis 2003 (davon 210 Mio. DM UMTS-Mittel) werden neben der Beseitigung von Mängelstellen in der Schieneninfrastruktur vor allem für die Erneuerung von Eisenbahnbrücken im Abschnitt Großheringen – Bad Kösen, den Bau elektronischer Stellwerke in Großheringen sowie zwischen Erfurt und Sömmerda und den Beginn des Neigetechnik-Ausbaus der Strecke Neudietendorf – Ritschenhausen ( – Schweinfurt) eingesetzt.

Neue Fahrzeuge, saubere und attraktive Bahnhöfe und Haltepunkte sowie verbesserte Service-Angebote tragen weiter zur Kundenzufriedenheit und der Gewinnung neuer Bahnkunden bei. Im Fernverkehr wird dies deutlich durch einen Fahrgastzuwachs von knapp 20 Prozent seit Einführung der neuen neigefähigen ICE zum Fahrplanwechsel 2000/2001 auf der Relation Frankfurt – Erfurt – Leipzig – Dresden.

Im Regionalverkehr in Thüringen bestimmen bereits heute auf der Mehrzahl der Strecken neue Fahrzeuge mit komfortabler Innenausstattung das Bild. So fahren im Thüringer Nahverkehr 15 der neigefähigen VT 612 sowie 45 Triebfahrzeuge des Typs VT 642. Sie sind Bestandteil des zwischen dem Freistaat Thüringen und der Deutschen Bahn vereinbarten Fahrzeugbeschaffungsprogramms, in das beide Partner – je zur Hälfte – insgesamt 225 Millionen Mark investieren. Bis Anfang 2002 sollen auch die weiteren 12 georderten Triebfahrzeuge des Typs VT 641, die auf kurzen Strecken eingesetzt werden sollen, von der Industrie geliefert werden.
Neben einer landesweiten Vertaktung – und damit günstigen Umsteigebeziehungen – ist ein Zuwachs von rund 20 Prozent Fahrgästen in den vergangenen drei Jahren im Thüringer Schienen-Nahverkehr vor allem auf die attraktiven neuen Fahrzeuge zurückzuführen.

Ein weiteres Beispiel für Investitionen in Thüringen ist das Modernisierungsprogramm für die Bahnhöfe. So wurden in den vergangenen Jahren die Bahnhöfe in Eisenach, Gotha, Sonneberg, Weimar, Suhl, Heiligenstadt, Arnstadt und Sömmerda umgestaltet, die Bahnsteige erneuert und die Personentunnel teilweise mit Aufzügen zu den Bahnsteigen ausgestattet. Derzeit im Umbau sind die größeren Stationen in Nordhausen und in Saalfeld.

Darüber hinaus wurden mit maßgeblicher Unterstützung des Freistaates Thüringen viele kleinere Haltepunkte modernisiert, beispielsweise nahezu alle Stationen an der Ilmtal-Bahn Weimar – Kranichfeld. Im Zuge dieses Programms wurden seit 1993 neun Haltepunkte in unmittelbarer Ortsnähe neu gebaut, die die alten, historisch überkommenen und kilometerweit entfernten Bahnstationen ablösten, wie beispielsweise in Niederwillingen,
Hörselgau, Wolfsgefärth, Bad Berka – Zeughausplatz oder Crossen-Ort. Für die Bahnhofsbauten wurden und werden jährlich rund 30 Millionen Mark investiert.

Außerdem sorgt ein mit jährlich einer halben Million Mark ausgestattetes «Verschönerungsprogramm» des Landes Thüringen unter Einbeziehung von Beschäftigten der Deutschen Bahn und kommunalen Kräften dafür, dass auch kleine Stationen einen frischen Anstrich, ein dichtes Dach oder gepflegte Grünanlagen erhalten.

Einen weiteren Aufschwung im Sachen Ordnung und Sauberkeit erfahren die Bahnhöfe seit dem Frühjahr 2001. Mit einem hohen zweistelligen Millionen-Betrag bringt die Bahn ihre Stationen in Ordnung. Allein in Thüringen
wurden in diesem Jahr über 3 Millionen Mark verausgabt, um Fassaden zu sanieren, Hallendächer aus Glas zu säubern, Grünanlagen «in Schuss» zu bringen, abgelagertes Altmaterial zu entsorgen, Zäune zu reparieren oder auch nur Unkraut zu entfernen.

Daten und Fakten der Bahn in Thüringen:

Mitarbeiter: 6500
Auszubildende: 258
Streckennetz Schiene:1650 km
davon mehrgleisig: 406 km
elektrifiziert: 265 km
Anzahl der Bahnhöfe: 322
Züge Fernverkehr/Tag: 70
Züge Nahverkehr/Tag: 911 (nur DB Regio)
Fahrgastaufkommen Nahverkehr/Jahr: 19,5 Mio
Züge Güterverkehr/Tag:169
Güterverkehraufkommen Versand/Jahr: 5,4 Mio t
Güterverkehraufkommen Empfang/Jahr: 2,5 Mio t

Rainer Beichler |

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