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Architektenwettbewerb für das Schlossareal in Berlin ist entschieden

Nach zweitägiger Preisgerichtssitzung stehen die Gewinner des Wettbewerbs um den Bau des Humboldt-Forums in Berlin fest.
Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee gab heute gemeinsam mit dem Juryvorsitzenden, Professor Vittorio Lampugnani, die Entscheidung der Jury bekannt: Der mit 100000 Euro dotierte erste Preis geht an das Architekturbüro Francesco Stella aus Vicenza.

„Wir haben einen engagierten Meinungsaustausch geführt. Die architektonische Herausforderung bestand darin, unter Einhaltung der Vorgaben des Bundestags die Rekonstruktion der barocken Fassaden des 1950 gesprengten Schlosses mit einer zukunftsweisenden, zeitgemäßen Nutzung an diesem bedeutsamen Ort zu verbinden“, sagte Tiefensee, selbst Jurymitglied. „Das war eine schwierige und sehr komplexe Aufgabe. Der prämierte Entwurf löst sie auf überzeugende Weise. Der erste Preis entspricht den hohen Anforderungen, die wir mit dem Wettbewerb gestellt haben. Die weiteren Preisträger bieten zu einzelnen Aspekten interessante Teillösungen. Ich freue mich sehr über dieses Ergebnis, gratuliere den Preisträgern und freue mich darauf, das Ergebnis dem Deutschen Bundestag vorzulegen und vorzuschlagen, den Startschuss für die
Realisierung des Projektes zu geben.“

Der Entwurf von Francesco Stella verbindet die Wiederherstellung der historischen Mitte Berlins mit dem innovativen Konzept eines ‚Humboldt-Forums‘, das Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Austausch unter einem Dach vereint.

„Das vom Parlament mit großer Mehrheit beschlossene geschichtsbezogene Erscheinungsbild wird jetzt durch ein überzeugendes Raumkonzept mit Leben gefüllt“, würdigte Tiefensee den Entwurf.

Das international besetzte Preisgericht hat den Entwurf einstimmig zur Realisierung empfohlen.

Vier mit je 30000 Euro dotierte dritte Preise gehen an folgende
Büros:
– Eccheli e Campagnola Architekten aus Verona
– Christoph Mäckler aus Frankfurt
– Kleihues und Kleihues aus Berlin
– Kollhoff Architekten aus Berlin

Die Jury hat zudem besonders bemerkenswerte Ideen mit so genannten „Ankäufen“ gewürdigt:
– ein Ankauf (10000 Euro) geht an NRS Tchoban
– ein Ankauf (10000 Euro) geht an Rainer Herbst Architekten

Die Jury war im Übrigen von einer Arbeit, bei der statt einer Kuppel ein leicht anmutender Glasbau über dem Humboldtforum schwebt, so beeindruckt, dass sie ihm einen mit 60000 Euro dotierten Sonderpreis zuerkannt hat. Dieser Preis geht an Kuehn Malvezzi Architekten aus Berlin.

In der ersten Phase des Wettbewerbs waren 85 Beiträge in einem offenen Bewerberverfahren ausgewählt worden. Im Juni 2008 wählte das Preisgericht daraus 30 Entwürfe für die abgeschlossene zweite Wettbewerbsphase aus. Das Ergebnis wird jetzt dem Bundestag zur Billigung vorgelegt. Nach Abschluss der Planungsphase soll 2010 der erste Spatenstich erfolgen.

Der Deutsche Bundestag hat für das Bauprojekt einen Gesamtkostenrahmen von maximal 552 Millionen Euro festgelegt. Davon trägt der Bund 440 Millionen Euro. Das Land Berlin beteiligt sich für eigene kulturelle Nutzungen unter dem Dach des Humboldtforums neben den landeseigenen Grundstücken mit 32 Millionen Euro.
80 Millionen sollen aus privaten Spenden für die Rekonstruktion der historischen Schlossfassade beigesteuert werden. Um das zu erleichtern, wird eine Stiftung Humboldtforum eingerichtet, die neben der Spendensammlung auch Bauherrenaufgaben übernimmt.

Auf dem Gelände stand einst der Palast der Republik, der gegenwärtig schrittweise mit viel Aufwand abgerissen wird.

Modell , Architekturbüro Francesco Stella, Vicenza

Foto: ©BMVBS

Stand Palast der Republik vom Oktober 2008
Nur noch die Treppentürme standen bis Dienstag
Modell , Architekturbüro Francesco Stella, Vicenza

Foto: ©BMVBS

Rainer Beichler | | Quelle:

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