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Brücken statt Mauern – am 13. August in Vacha

Am 13. August jährt sich zum 50. Mal der Tag, an dem eine Mauer gebaut wurde. Quer durch Deutschland. Von dem gleichen Mann initiiert, der noch wenige Wochen zuvor von sich gab: «Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.» Eine von vielen Lügen, die ein ganzes System trugen.

50 Jahre danach reichen Brücken über die Mauer. Manche symbolisch, andere körperlich, viele auch emotional. So hat Geschichte eine gesellschaftliche Dimension, wird aber auch ganz persönlich gefühlt und wahrgenommen.

Eine der angenehmen Möglichkeiten, Historisches zur erfahren, ist eine Fahrradtour. So sind die Menschen beiderseits der Mauer eingeladen, sternförmig nach Vacha zu kommen. Vacha (Thüringen) und Philippsthal (Hessen) verbindet mehr als eine imposante gemauerte Brücke: Hier wird deutlich, wie Mauern überwunden wurden.

Die am Fluss, wo ein Rest noch steht. Aber auch die in den Köpfen, wo sicher trotzdem noch der eine oder andere Brocken schmerzt.

12.30 Uhr starten am Point Alpha, in Bad Salzungen und in Gerstungen die Fahrrad-Gruppen und fahren auf Werratal- und Rhönradweg nach Vacha. Auf dem Marktplatz treffen sich alle Radler und Besucher gegen 14.00 Uhr. Dort werden Minister Matthias Machnig und die Kreisbeigeordnete Claudia Döring stellvertretend für alle Gäste von den beiden Hausherren, den Bürgermeistern Frank Pach und Ralf Orth begrüßt.

Bei aller Freude über die Kraft, die die Mauer zum Einsturz brachte, birgt der 50. Jahrestag aber auch Besinnung und Mahnung. Dem wird die Point Alpha Stiftung gerecht, die für 19.00 Uhr zu einer anspruchsvollen Veranstaltung ins Haus auf der Grenze einlädt. «Checkpoint Q – Botschafter für Freiheit und Demokratie» – eine Filmdokumentation mit anschließendem Podiumsgespräch mit Zeitzeugen Steffi Barthel, Michael Klug, Ehrhard Gohl und Rosemarie Skibka.

So spannt sich der Bogen – einer Brücke gleich – von Freude über zerborstene Mauern über angenehme Begegnungen bis hin zur intellektuellen Auseinandersetzung mit unserer gemeinsamen Geschichte. Einem Jubiläum würdig.

Rainer Beichler | | Quelle:

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