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Fackelumzug ist Schlag ins Gesicht der NS-Opfer

«Dass Neo-Nazis am Gedenktag der Pogromnacht von 1938 mit einem Fackelumzug demonstrieren können, ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer und Hinterbliebenen des nationalsozialistischen Terrors», erklärt die Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende der LINKEN im Wartburgkreis Katja Wolf.

Das Landratsamt hatte den Antrag der NPD, am 9. November einen Sternmarsch zur Brücke der Einheit in Vacha durchführen zu können, genehmigt. Dieser Sternmarsch soll auch mit Fackeln begleitet werden. Die Neo-Nazis wollen den Fall der Berliner Mauer als fadenscheinigen Vorwand nutzen, um auf die noch bestehenden Unterschiede in Ost und West hinzuweisen. Der historische Tag werde deshalb auch mit der Schicksalsfrage verknüpft. «Sowohl in der Auswahl des Tages als auch in der gewählten Sprache und Symbolik wird deutlich, dass bewusst nationalsozialistische Elemente genutzt werden, um offen eine Verehrung des Hitlerfaschismus zelebrieren zu können. Damit werden die Opfer verhöhnt», betont der Vize-Chef der LINKEN Sascha Bilay.

Die LINKE im Wartburgkreis kritisiert, dass das Landratsamt als zuständige Genehmigungsbehörde nicht zumindest die offensichtlichsten Provokationen der Neo-Nazis durch Auflagen unterbunden hat. Auch wenn die NPD als Partei noch nicht verboten ist, hätte die zuständige Behörde sensibler mit dem Thema umgehen müssen. Damit der beabsichtigte Sternmarsch der Neo-Nazis nicht zum Triumphzug gegen Toleranz und Demokratie wird, ruft die LINKE alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an der Gedenkveranstaltung in Eisenach zu beteiligen und im Anschluss nach Vacha zu fahren.
«Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wie fast 70 Jahre nach der Pogromnacht die Demokratie durch Neo-Nazis erneut gefährdet wird. Hierzu gehört auch eine Debatte über ein NPD-Verbotsverfahren», fordert die Landtagsabgeordnete Wolf abschließend.

Rainer Beichler | | Quelle:

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