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 | Bildquelle: CDU Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: CDU Eisenach

Gegen das Vergessen

Die Senioren-Union der CDU Eisenach fragt sich in Anbetracht der Wahlergebnisse, sind denn all die Verbrechen und Grausamkeiten der NS-Zeit schon vergessen? Wo Menschen in unterschiedliche Klassen bewertet und eingeteilt werden. Um diese dann zu Zwangsarbeit zu zwingen oder umzubringen.
Ist vergessen das man Menschen die Freiheit und Rechte genommen hat dort zu arbeiten und zu leben wo sie wollen?
Gut das es Gedenkstätten gibt, die uns helfen das nicht alles vergessen wird und auch in den jungen Menschen diese deutsche Geschichte wach hält und Orte des Mahnens sind.
Gedenkstätten wie Point Alpha und die vielen anderen, welche an die unmenschliche Trennung eines Volkes erinnert, oder in Schwalmstadt-Trutzhain in Hessen die Gedenkstätte zur NS – Zeit, welche nun von der die Senioren-Union besuchte wurde.
Das STALAG IX A Ziegenhain war das größte Kriegsgefangenenlager auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Hessen. Nach dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 erfolgte reichsweit die Errichtung von Kriegsgefangenenlagern.
Bis 1945 wurden im STALAG IX A Kriegsgefangene unterschiedlicher Nationen interniert: Zunächst Polen und Franzosen, darunter der spätere französische Staatspräsident François Mitterrand. Hinzu kamen Niederländer, Belgier, Briten, Serben sowie Italiener und Amerikaner. Mehrere tausend sowjetische Kriegsgefangene, die seit Oktober 1941 im STALAG IX A eintrafen, wurden in einem separaten Lagerbereich unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten. Der überwiegende Teil der Kriegsgefangenen musste außerhalb des Lagers in sogenannten Arbeitskommandos Zwangsarbeit in der Landwirtschaft und in der Industrie leisten.
Zeitzeugen und Unterlagen berichten in einem Film von diesen Unmenschlichkeiten der NS Angehörigen.
Dieses dürfen wir nie vergessen und solche Besessenheit und Rassenwahn darf es nie mehr geben, darüber waren sich alle in der Besuchergruppe einig.

Zum STALAG IX A Ziegenhain gehörten zwei getrennt voneinander angelegte Friedhöfe. Der heutige Gemeindefriedhof war der Bestattungsort für die verstorbenen westalliierten und polnischen Kriegsgefangenen. Die sowjetischen und serbischen Toten wurden hingegen auf dem weit abgelegenen Waldfriedhof anonym, mitunter in Massengräbern, verscharrt. Auch die italienischen Militärinternierten lagen dort bis 1958 begraben.

Nach der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers am 30. März 1945 diente das STALAG IX A der US-Army zunächst als Civil Internment Camp 95 (CIC 95) zur Unterbringung von Mitgliedern der Waffen-SS, der NSDAP, SA- und SS sowie Wehrmachtssoldaten. Das Lager bestand bis zum Sommer 1946.

Antisemitische Übergriffe und Pogrome im Polen der Jahre 1945 und 1946 lösten unter den osteuropäischen Juden im Sommer 1946 eine Massenflucht aus. Bis 1949 emigrierten etwa 200.000 überwiegend polnische Juden in die westlichen Besatzungszonen Deutschlands. Anfang August 1946 richtete die US-Army in den leerstehenden Baracken des STALAG IX A Ziegenhain das DP-Lager 95-443 Ziegenhain ein. Es wurde zur Durchgangsstation für die ersehnte Ausreise nach Palästina, Großbritannien, Kanada, Australien, Südamerika oder in die USA. Durchschnittlich belief sich die Belegzahl des DP-Lagers 95-443 Ziegenhain, das Ende November 1947 aufgelöst wurde, auf 2000 Personen.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges kam es zur größten Bevölkerungsumwälzung des 20. Jahrhunderts.
Etwa 12 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und dem Sudetenland wurden bis 1950 in den vier alliierten Besatzungszonen Deutschlands aufgenommen. . Als mögliches Quartier für die Flüchtlinge und Vertriebenen bot sich das geräumte Lager in Ziegenhain an. . Im Januar 1948 pachtete der Kreis Ziegenhain das Gelände des ehemaligen STALAG IX A für fünf Jahre. Im Frühjahr 1948 erfolgten die ersten Einweisungen und binnen kurzer Zeit entwickelte sich durch eine gezielte Ansiedlungspolitik die „Flüchtlingssiedlung“ in einen florierenden Handwerks-, Gewerbe- und Industriestandort. Es entstand so am 1. April 1951 eine selbständige Gemeinde Trutzhain, welche heute zu Schwalmstadt gehört.
Die Brokatweberei, wo noch mit historischen Jacquardwebstühlen gearbeitet wird, ist weltweit bekannt. Hier werden seltene Stoffe hergestellt, welch besonders zur Anfertigung historischen Kostümen und Kleidern verwendet werden.

Frank Bode | | Quelle:

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