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Hohe Dieselpreise gefährden die Existenz des Frachtführergewerbes

Mit Sorge verfolgen die mittelständischen Frachtführer- und Speditionsunternehmen die aktuelle Entwicklung der Kraftstoffpreise, die aktuell um fast 50% höher liegen als im Jahr 2000. Damals haben sich bereits die Mitglieder verzweifelt mit Demonstrationen gegen die Ökosteuer – eine reine Verbrauchssteuer ohne jegliche Lenkungswirkung – gewehrt.
Inzwischen ist es viel schlimmer gekommen. Heute verbraucht ein Anhängersattel- oder -gliederzug mit einer durchschnittlichen Jahreslaufleistung von 120000 km für fast 15000 EUR mehr Kraftstoff als im Jahr 2000.
Nicht, weil er mehr Kraftstoff verbraucht, sondern weil dieser inzwischen mehr kostet. Es ist heute kaum möglich, diese erhöhten Kosten trotz guter Auftragslage auf die Fracht überzuwälzen. Das gelingt schon nach wie vor nicht mit der Autobahnmaut bei Leerfahrten. Hinzu kommen zusätzliche Belastungen durch die neuen EU-Sozialvorschriften.
Also geht diese Entwicklung voll an die wirtschaftliche Substanz der Unternehmen.
Die Bundesrepublik Deutschland kann den weltweiten Ölverbrauch und die Preisentwicklung an der Börse kaum beeinflussen, aber etwas zur Senkung ihres hausgemachten Steueranteils tun. Immerhin entfallen fast 65% des Spritpreises auf Mineral- und Öko- sowie Mehrwertsteuer. Die Ökosteuer ist mit ca. 11% beteiligt.
Hier besteht akuter Handlungsbedarf. Nicht ständig belasten, sondern entlasten. Demgegenüber ist die zugesagte Harmonisierung der Kostenbelastung des privaten Verkehrsgewerbes – als Ausgleich für die Einführung der Autobahnmaut – bis heute nicht erfüllt. Zur Zeit sind es 350 Mio EUR von ursprünglich versprochenen 600 Mio EUR.

Rainer Beichler | | Quelle:

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