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Kein Verkauf von „harten“ Alkoholika mehr in Marburg-Mitte

Damit werden die Aktivitäten der Stadt Marburg, die bestehende Problematik des starken Alkoholkonsums durch Jugendliche und ihre negativen Begleiterscheinungen in diesem Stadtbereich unterstützt.
Bei der Unterzeichung der http://www.marburg.de/sixcms/media.php/20/Selbstverpflichtungserkl%E4rung%20Alkoholverkauf.pdf(Selbstverpflichtungserklärung) im Rathaus durch die Vertreter der Märkte, Uwe Kranich/Rewe und Marcus Klein/Tegut dankte Oberbürgermeister Egon Vaupel den Geschäftsleuten für ihre spontane Bereitschaft, sich gemeinsam mit der Stadt hier zu engagieren.

Diese Maßnahme sein ein Baustein des Konzeptes, mit dem man einerseits im berechtigten Interesse der Allgemeinheit, aber nicht minder wichtig auch im Interesse der Gesundheit der Jugendlichen selbst zur Problemlösung beitragen wolle.
Das im vergangenen Jahr befristet erlassene Alkoholverbot zu erneuern könne nur am Ende einer Kette von Maßnahmen stehen.
Mit verstärkten Kontrollen durch Polizei und Ordnungsbehörde, sowohl offensiv wie verdeckt, habe sich eine deutliche Verbesserung gezeigt.

Mit einer intensiveren Betreuung der alkoholauffällig gewordenen Jugendlichen, gemeinsam mit dem Jugendrechtshaus soll ebenso wie in Gesprächen mit dem Stadtschülerrat und den Vertrauenslehrern Basisarbeit betrieben werden.
Allerdings müsse, so der Oberbürgermeister, auch daran erinnert werden, dass auch die Eltern hier eine wichtige Aufgabe haben;“ da fühlt sich die Stadt etwas allein gelassen“.
Auch der im August gestartete Nachtsport, ein offenes Sportangebot der Stadt für Jugendliche in der Großsporthalle, findet eine sehr gute Resonanz.
Bei den Jugendlichen, um die es hier gehe, handele es sich um junge Menschen aller sozialen und kulturellen Bevölkerungsgruppen.

Auch seien es durchaus nicht die Marburger allein. Marburg-Mitte sei in diesem Zusammenhang auch für Jugendliche der Region ein Anziehungspunkt.
Vaupel: Wir wollen Party-machen in Marburg nicht verbieten. Aber es gilt wie auch sonst im Leben, sich an gewisse Spielregeln zu halten. Und auf deren Einhaltung werden wir mit Nachdruck achten!

Zum Hintergrund
Der Magistrat hatte am10. Dezember 2007 beschlossen, den Konsum von alkoholhaltigen Getränken auf den öffentlichen Flächen/Straßen in dem Gebiet Elisabeth-Blochmann-Platz, den Straßen Erlenring, Am Erlengraben, Kurt-Schumacher-Brücke bis zu Auffahrt zu B3a Richtung Süden mit sofortiger Wirkung in der Zeit von 18.00 Uhr bis 07.00 Uhr zu verbieten.
Die Situation im Bereich Marburg-Mitte hatte sich in einer Weise entwickelt , die einen dringenden Handlungsbedarf ergab.
Dieser Bereich hatte sich zur neuen Partymeile von Kindern und jugendlichen Erwachsenen entwickelt.
Durch die räumliche Nähe des Lebensmitteleinzelhandels, der teilweise bis 24 Uhr geöffnet hat, des Kinos und der angrenzenden Gaststätten, ist es für viele Jugendliche zur Gewohnheit geworden, sich mit Alkohol zu versorgen und danach Gaststätten zu besuchen.
Besorgniserregend war besonders, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von älteren Personen mit alkoholischen Getränken versorgt wurden.
Von einer Verlängerung des bis zum 30.4.2008 befristeten Verbotes wurde aufgrund der entspannteren Situation in der Zwischenzeit zunächst abgesehen.
Maßnahmen wie der aktuellen Selbstverpflichtungserklärung werden bessere Chancen zur Problemminderung ausgerechnet.

Rainer Beichler | | Quelle:

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