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„Packen wir es an!“: Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland zieht Bilanz

„Im Mitteldeutschland geht was“ – so beschrieb Georg Frank, Vereinsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative, die Region, die sich um das Länderdreieck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt.
Der Bundesinnenminister pflichtete ihm bei: Beim Mitteldeutschen Abend in der Landesvertretung Thüringen hielt Dr. Thomas de Maizière, zugleich Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer, die Hauptrede und lobte das Engagement der Unternehmer.

Rund 100 hochrangige Gäste, darunter zahlreiche Unternehmer der Region und Mitglieder der Wirtschaftsinitiative, hatten sich zu einem Mitteldeutschen Abend in Berlin versammelt, um über das Erreichte in den letzten 20 Jahren und die wirtschaftliche Zukunft ihrer Region zu diskutieren.
Zuvor hatten sie dem Beauftragten für die neuen Länder ein Positionspapier mit sechs Handlungsfeldern für die ökonomische Entwicklung Mitteldeutschlands vorgestellt.

Zu Beginn seiner Rede blickte der Bundesinnenminister auf die Anfänge freiheitlich-unternehmerischen Handelns vor 20 Jahren zurück und räumte ein, dass das Ausmaß der ökonomischen Misere der DDR-Wirtschaft unterschätzt wurde. „Selbst Experten haben die Lage falsch eingeschätzt. Da war viel Unkenntnis über die tatsächliche Situation“, sagte de Maizière. Zwei Dekaden später sei die Deutsche Einheit „erwachsen“ geworden. In Mitteldeutschland seien viele zukunftsweisende und für die Region strukturell bedeutende Unternehmen entstanden. Es hätte sich gezeigt, dass die traditionell wirtschaftlich starken Regionen auch nach dem Ende des DDR-Regimes wieder diese Position eingenommen hätten. De Maizière mahnte vor einem zu starren Blick auf den „Durchschnitt“ der Wirtschaftskraft in den östlichen Ländern. „Durchschnitt ist der Tod von Leistung und Innovation“, betonte der Bundesinnenminister. Vielmehr müssten regionale Besonderheiten gestärkt werden. Eine kluge Strategie für die östlichen Länder könne nur entstehen, wenn man sich nicht am „Durchschnitt“ orientiere.

De Maizière sprach in seiner Rede auch die zukünftigen Herausforderungen an. Der demographische Wandel trifft die Unternehmen in Ostdeutschland besonders schwer. Der Bundesinnenminister plädierte dafür, aus der Not eine Tugend zu machen: „Wir müssen den Mangel an Fachkräften auch positiv sehen.
Zum ersten Mal können wir den jungen Leuten in Ostdeutschland sagen: Bleibt hier – hier gibt es große Chancen“, sagte de Maizière. Eine große Aufgabe für die nächsten Jahre sei auch die verstärkte Anbindung an wichtige Wirtschaftsnetze wie den Nord-Süd-Korridor. Um die Region weiter voranzubringen, sei der Verkehrs- und Entwicklungskorridor von der Ostsee bis zur Adria unerlässlich. „Hier dürfen wir nicht den Anschluss verlieren. Das wird die nächsten 50 bis 100 Jahre prägen“, prophezeite de Maizière.
In der sich anschließenden Podiumsdiskussion konnte der Bundesinnenminister seine Thesen noch weiter ausführen. Für Diskussionsstoff sorgte auch das für 2019 vorgesehene Auslaufen des Solidarpakts II.

Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland ist ein Zusammenschluss strukturbestimmender Unternehmen aus den Ländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie zahlreicher Kommunen und Landkreise. Ziele der Initiative sind unter anderem die Stärkung der Innovationskraft von kleinen und mittelständischen Unternehmen, der Aufbau von selbsttragenden Clustern und die Verbesserung der
Standort- und Investitionsbedingungen in Mitteldeutschland. Der Verein wird von über 60 großen Unternehmen, Industrie- und Handelskammern sowie Städten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen getragen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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