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Theaterlandschaft in der Region erhalten und weiterentwickeln

Rede zum Antrag der FDP/LAD-Abgeordnetengruppe zur Begründung des entsprechenden Antrags in der Kreistagssitzung am 16.4.2014
Sehr verehrte Frau Vorsitzende, werter Herr Landrat, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Gäste –
Wir möchten, dass für das vierte Quartal des laufenden Kalenderjahres eine Kultur-konferenz zur perspektivischen Entwicklung der Theaterlandschaft im Wartburgkreis – oder kurz: Theaterkonferenz – vorbereitet wird. Warum wollen wir das? Und warum wollen wir das jetzt?
Ausgangpunkt ist zunächst das Auslaufen des jetzigen Finanzierungsmodells für das Landestheater in Eisenach mit dem Ende des Jahres 2016. Dieses Haus – im Ver-bund der Kulturstiftung Meiningen-Eisenach – ist zweifelsohne für die Stadt Eisenach und sehr große Teile des Wartburgkreises das zentrale Theater, für dessen Erhalt alle Kräfte mobilisiert werden sollten. Aber: Über die Zukunft dieser Produktions- und Spielstätte nachzudenken, heißt auch die Theaterlandschaft im Wartburgkreis inklusive der Stadt Eisenach insgesamt ins Auge zu fassen. Da wird sehr viel geleistet, da passiert sehr viel – sozusagen im „Hinterland“ des Landestheaters. Und genau da liegt – ohne dass man zuallererst über Geld reden müsste – ein entscheidendes Potential für die perspektivischen Ent-wicklung unserer Theaterlandschaft: nämlich über eine effektive Vernetzung aller Akteure und Freunde des darstellenden Spiels. Das im Übrigen unverzichtbar für uns ist und nicht bloß eine zusätzliche freiwillige Aufgabe: Wer ein kulturvolles Mitein-ander in unserer Region will, wer Lebensqualität hier möchte, dem muss ein reichhaltiges Theaterangebot am Herzen liegen – schon allein, um den Fehlentwicklungen entgegenzusteuern, für die das alltägliche Fernsehprogramm zunehmend leider in unrühmlichen Maße verantwortlich gemacht werden muss. Die von uns angestrebte Vernetzung wird helfen, erhebliche Synergie-Effekte freizu-setzen, die allen Beteiligten zugutekommen können. Eine Konferenz steht als Möglichkeit zur Bestandsaufnahme hier am Anfang eines gewiss nicht leichten Entscheidungsprozesses. Aber die notwendigen Entschei-dungen müssen vorbereitet werden und nicht erst, wenn in erheblicher Zeitnot dann wieder alle nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen können ob der Vor-gaben des Landes Thüringen. Jetzt – und nicht irgendwann – muss das Land Thüringen mit an den Tisch gebeten werden. Und diese Konferenz wird zeigen, wie erhaltens- und bewahrenswert die Theaterlandschaft im Westen des Freistaates ist. Und es werden gemeinsam Möglichkeiten angedacht werden können, sie zu stabi-lisieren (auch bei entsprechender größerer Kosteneffizienz) und weiterzuentwickeln. Wenn wir heute – und nicht erst mit der neuen Legislaturperiode – diesen Beschluss fassen, haben der Landrat und unsere Verwaltung ausreichend Zeit, diese Konferenz gediegen vorzubereiten. Und jeder – auch unsere Partner im Land Thüringen, wo ja bekanntlich am 14. September ein neuer Landtag gewählt wird – kann sich rechtzeitig darauf einstellen und sich positionieren. Ein klares Bekenntnis zur Teilnahme an die-ser Konferenz von Seiten der Landespolitiker wäre nämlich sicherlich sehr wün-schenswert.
Übrigens hat es erste – wenngleich nicht offizielle – Gespräche mit Vertretern der Stadt Eisenach längst gegeben – auch Frau Professor Dr. Hegele z.B. fand den Gedanken einer solchen Theaterkonferenz sehr interessant. Wir denken, dass zudem für die Gespräche unseres Landrats mit der Stadt über die künftige Einkreisung von Eisenach in den Wartburgkreis diese (wie man so schön sagt:) „Baustelle“ eine ganz wesentliche ist, die wir ab sofort verstärkt im Auge haben sollten. Denn was würde passieren, wenn wir die Entscheidung dem neu gewählten Kreistag überlassen und damit auf die Zeit nach der Sommerpause vertagen? Vor Mitte 2015 könnte nichts Entscheidendes erreicht werden – weil eine solche Kon-ferenz ja auch einen nicht unerheblichen Aufwand zur Vorbereitung erfordert. Und Theater denken und planen bekanntlich in Spielzeiten und nicht in Finanzjahren. Das heißt: Die Saison 2015/16 wäre vielleicht gerade noch abgesichert, aber spätestens im Sommer 2016 wäre das Kind dann wieder einmal in den Brunnen gefallen. Lassen Sie uns die Landespolitiker motiviert und rechtzeitig im IV. Quartal 2014 mit der Stiftung und mit einer breiten Auswahl an Verantwortlichen, Akteuren und Freun-den des Theaters ins Gespräch bringen … Lassen Sie uns mit dem heutigen Beschluss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Theaterakteure und – freunde einerseits noch viel enger an das Landes-theater als „Leuchtturm“ gebunden werden, dass aber andererseits auch interessante Möglichkeiten des Zurückwirkens dieses Eisenacher Theaters in die „Fläche“ des Wartburgkreises erschlossen werden.

Karl-Heinz Brack |

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