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Thüringer Verhältnisse befördern Altersarmut von Frauen

«Altersarmut von Frauen ist eine direkte Folge der verfehlten Politik der Thüringer Landesregierung. Schließlich propagierte sie jahrelang Billiglöhne als Standortfaktor», sagt Katja Wolf, Sprecherin für Frauenpolitik der Landtagsfraktion DIE LINKE, nach der vorgestellten Studie zu Alterseinkommen von Frauen.

Immer mehr Frauen in Thüringen müssten damit rechnen, im Alter nicht mehr von ihrer Rente leben zu können. Schon heute bekämen die jetzt ins Rentenalter eintretenden Frauen 26 Euro weniger als Frauen, die im Jahr 2000 Rente neu beantragt haben. Ursache dafür sei vor allem die Einkommenssituation von Frauen in Thüringen. «Wesentlich verantwortlich für das Niedriglohnland Thüringen ist die Landesregierung. Die CDU will uns seit zwei Jahrzehnten Glauben machen, niedrige Löhne wären ein Arbeitsplatzmotor. Davon ist in der Realität allerdings nichts zu spüren. Insbesondere für Frauen hat sich diese Behauptung als Trugschluss erwiesen», konstatiert Wolf.

88 Prozent der geringfügigen Beschäftigungen seien mit Frauen besetzt. «Von geringfügiger Beschäftigung kann man nicht leben», sagt die Frauenpolitikerin der LINKEN. Nach Angaben von Dr. Wolfgang Kühn, dem Autor der Studie, müssten mehr als ein Drittel der erwerbstätigen Frauen in Thüringen mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 700 Euro auskommen. Besonders tragisch sei das angesichts der hohen Qualifizierung von Thüringer Frauen. In der Lohnstatistik schlage sich das allerdings nicht nieder. Frauen in Thüringen verdienten im Durchschnitt 800 Euro weniger als in Hamburg, 500 Euro weniger als in Nordrhein-Westfalen, und immer noch 180 Euro weniger als in Sachsen-Anhalt.

«Da ist es kein Wunder, dass für die Rente nicht viel übrig bleibt», fügt Wolf hinzu. DIE LINKE erneuert ihre Forderung an die Landesregierung, ihre Blockadehaltung gegen gesetzliche Mindestlöhne endlich aufzugeben, und sich glaubwürdig für Rentenangleichung einzusetzen. Zudem sollte mit wirksamer Frauenförderung und Tariflöhnen die fatale Entwicklung bei den Einkommen und somit auch bei der Rente von Frauen begegnet werden.

Rainer Beichler | | Quelle:

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