Eisenach Online

Werbung
 | Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Beschreibung:
Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Walk: „Einzigartige Kulturlandschaft muss erhalten werden“

Stand der Planungen einer Stromtrasse durch die Wartburgregion angefragt

Der Landtagsabgeordnete Raymond Walk (CDU) hat eine Anfrage zu den Planungen der Windenergietransitleitung SuedLink an die Landesregierung gestellt. Derzeit führt der Übertragungsnetzbetreiber TenneT im Rahmen einer vorgezogenen Bürgerbeteiligung Infoforen zur Planung durch. In die Vorplanungen wurde auch die Region um die Wartburgstadt Eisenach einbezogen. Für den Verlauf der Erdkabelleitung gäbe es aber auch andere Alternativen.

Walk möchte nun wissen, wie die Landesregierung generell zu dem Großprojekt steht und inwieweit sie in die Planungen von TenneT einbezogen wurde. Weiterhin interessiert ihn, wie möglicherweise betroffene Kommunen unterstützt werden. Noch unklar ist auch die Trassenführung durch das unter Naturschutz stehende „Grüne Band“, dem ehemaligen Grenzstreifen.

Zweifellos ist die Erdkabeltrasse ein wichtiges Zukunftsprojekt im Rahmen der Energiewende. Sie darf aber nicht zu Lasten des Naturschutzes gebaut werden. Unsere einzigartige Kulturlandschaft rund um das Welterbe Wartburg muss erhalten werden, so Walk.

Andrea T. | | Quelle:

Werbung

Die Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft und sofern sie unseren Richtlinien entsprechen, freigegeben.

  • HansKle

    Eigentlich hätte sich der umsichtige
    Thüringer Landtagsabgeordnete, R. Walk, auch als „Hans-Dampf in
    allen Gassen“ bekannt, seine Anfrage an seinen hohen „Chef“
    sparen können. Es dürfte nämlich bereits bekannt sein, dass die
    plötzlich auf unser ehemaliges „östliche“ Gebiet verlagerten
    und ausgedehnten Planungen der zukünftig vorgesehenen Betreiber
    dieses „Mammut-Projektes“ zwischenzeitlich generell von der
    Landesregierung abgelehnt werden! Wenn der CDU-Kreisvorsitzende an
    der Eisenacher Diskussionsrunde bis zum Schluss und überhaupt bei
    der Bürgerversammlung mit gleicher Thematik in Bad Salzungen
    teilgenommen hätte, wüsste er auch, wie schwierig und
    unterschiedlich über ein grundsätzliches „Ja“ oder „Nein“
    zukünftig zu entscheiden sein wird!

    Als Teilnehmer beider Runden hat man
    den Eindruck gewinnen dürfen, dass die beteiligten Unternehmen und
    Behörden leider gleich mehrmals den zweiten Schritt vor dem Ersten
    machten, indem sie zwar die Bevölkerung aufriefen, innerhalb eines
    überraschend kurzen Zeitfensters eigene Vorschläge mit
    einzubringen, bevor sie die evtl. später direkt betroffenen bzw.
    allgemein sich dafür interessierenden Bürger mit einer offenen
    AUFKLÄRUNG über das „Für“ und „Wider“, den „Sinn“ oder
    „Unsinn“ sowie die entsprechenden Alternativen dieser jetzt schon
    mehrheitlich gefühlten umstrittenen Maßnahme konfrontierten.

    Nicht alle Zuhörer schienen gewusst zu
    haben, dass von der von unseren obersten politischen Kräften etwas
    überstürzt eingeleiteten Energiewende u.a. auch die beiden derzeit
    noch aktiven und bald abzuschaltenden bekannten Atomkraftwerke im
    Süden Deutschlands betroffen sind, die als Alternative und
    notwendiges Übel zu den beiden vom Norden nach dorthin ohne
    Zwischenanschlüsse zu leitende Windkraft-Energie dafür mit der
    „neuen“ unterirdischen Strom-Leitungstrasse als jeweiliges Endziel infrage

    kämen, die im Bedarfsfall auch den im Süden häufiger vorkommenden Solarstrom
    auch umgekehrt nach Norden leiten könnte! Natürlich fehlten bisher
    auch entsprechende Erläuterungen zu den zu erwarteten
    Umweltauswirkungen (Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfungen),
    Haltbarkeitsdauer des Kabels, Entschädigungshöhen der direkt
    betroffenen Bürger usw. Was passiert für uns als Stromkonsumenten,
    wenn das Projekt scheitert? Bleibt vielleicht dann das Licht aus oder
    werden wir uns dann aus der Not von den Nachbarländern bedienen lassen, die
    uns Atomstrom anbieten?

    Fast etwas komisch war deshalb auch die
    Reihenfolge der Referenten in Bad Salzungen. Hier lehnte zuerst unser
    sich etwas „übergangen fühlende“ Landrat Krebs den Verlauf der
    Trasse durch „sein Gebiet“ kategorisch ab, da bisher gesetzlich
    eine Verlegung durch Wald und Gebirge verboten war und er erst vor
    ca. fünf Wochen davon erfuhr! Erst danach traten die Planer,
    Betreiber und Entscheider nacheinander an das Rednerpult und hatten
    im Gegensatz zu Eisenach diesmal etwas mehr Mühe, mit ihren
    verschiedenen Erläuterungen die aufgeregte Menge im Saal zu
    beruhigen……

    Dem verschnupften Chef, der seine
    betreffenden Bürgermeister bereits einen Tag später an seinen
    Schreibtisch beorderte, wäre an dieser Stelle aus meiner Sicht
    nochmals zu empfehlen, anstelle einer eigenen Resolution, sich nach
    dem Motto, „gemeinsam sind wir stark“, der bereits erfolgten
    „Hamelner Erklärung“ anzuschließen, die die Bundesregierung
    sowie betreffende Landesregierungen als ein betroffenes Bündnis
    bittet, u.a. ALLE Gebiete für die möglichst geradlinig verlaufende
    Trasse und evtl. Umleitungen bei nur äußerst notwendigen und gering zu
    haltenden Eingriffen in die Natur genauestens zu überprüfen! Bei einer
    Befürwortung und damit gleichzeitigem auch praktischem Startschuss

    des Bauablaufes sollten die dabei entstehenden Zusatzkosten auch auf ALLE
    Netzbetreiber umgelegt werden!

    Abschließend sei noch eine persönliche
    Bemerkung gestattet: Wer weiß, welche Rechtsvorschriften in diesem
    sensiblen Bereich der Wirtschaft einzuhalten sind, wird auch einschätzen
    können, dass solch eine bisher noch nicht praktizierte Verlegung
    über fast 1000 km (!) Länge mit einer Leistung von vier Gigawatt
    (!) nicht so einfach mit „links“ durchgeführt werden kann,
    obwohl ein beteiligtes Unternehmen zufälligerweise „SuedLink“
    heißt…… Bei einem späteren „Ja“ zum Bau, sollte deshalb
    schon jetzt bei der eifrigen Vordiskussion mit einem knappen
    „Jahrhundertprojekt“ gerechnet werden, wobei sich demnach erst die
    Urenkel der jetzigen Diskutanten ernstere Gedanken über dann von
    ihnen bereitzustellende Flächen machen dürften!

  • Jakob

    Mich würde mal interessieren, welche Vorteile der Südlink für Thüringen bringen könnte. Ist es tatsächlich so, dass es keine „Abzweigungen“ von diesem Kabel geben kann? Könnte es nicht sein, dass auch in Thüringen in ein paar Jahren noch deutlich mehr Wind- und Solarenergie produziert werden wird? Dann wären wir über eine Möglichkeiten, diesen Strom ins Netz einzuspeisen, ohne dass dadurch die Netzstabilität gefährdet wird, sehr froh.

    Den Gedanken, dass man das Kabel nicht mitten durch einen Wald verlegt (und dafür den Wald mit der erforderlichen breiten Schneise verletzt), sondern um den Wald herum führt, finde ich eminent. Solche Einwendungen müssen unbedingt vorgebracht werden. Das heißt aber noch nicht, dass das gesamte Projekt komplett aus irgend einem Bundesland verschwinden müsste.

    Und wäre es technisch möglich, das Kabel einfach entlang der A7 zu verlegen? Die führt auf kurzem Weg von Nord nach Süd. Der Gedanke von Bündelung von Infrastruktur stößt doch heute an sich auf breite Zustimmung?

    Und welche Auswirkungen hätte es auf die Natur, würde man das Kabel in der vorhandenen Schneise des Grünen Bandes verlegen? Sobald die Bagger wieder weg sind und das Kabel unter der Erde liegt, kehrt die Natur einfach wieder zurück, oder nicht? Schließlich hat sich die Natur den ehemaligen Todesstreifen „neulich“ auch von selbst als Lebensraum wieder zurück erobert, nachdem Stacheldraht, Kettenhunde, Selbstschussanlagen und Grenzpatroullien abgezogen waren?

    Und dass die Netzentgelte von allen (Bundes-) Bürgern gleichmäßig getragen werden sollten und nicht diejenigen, bei denen das Kabel liegt, gleich doppelt belastet werden, nämlich mit dem Kabel und mit dessen Kosten, dieser Gedanke ist hoffentlich derart eminent, dass er ebenfalls Berücksichtigung finden wird?

    Schwieriges Thema. Dass sich unsere Landkreise nun gemeinsam Gedanken über das Projekt machen, ist jedenfalls schon mal zu begrüßen.

Top