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Erhöht eine Außenwanddämmung das Brandrisiko?

Wärmedämmung mit Polystyrol – Durch den Brand in einem Londoner Wohnhochhaus ist das Thema Brandschutz bei Außenwanddämmungen wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Ramona Ballod, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Thüringen, erklärt die Fakten.

Die meisten Brände in Wohnhäusern entstehen innerhalb des Hauses aufgrund von defekten elektrischen Geräten, durch Fehler bei der Elektroinstallation oder durch Zigaretten oder Kerzen. In diesem Fall sind die Schaumkunststoffe in Polstermöbeln und Matratzen wesentlich relevanter als die Dämmstoffe auf der Außenwand, erklärt Ramona Ballod und ergänzt: Trotzdem machen sich die meisten Menschen über die Brennbarkeit von Möbeln oder Teppichen weniger Sorgen als über die Wärmedämmung.

Bis das Polystyrol im Wärmedämmverbundsystem anfängt zu brennen, vergehen in der Regel 20 bis 30 Minuten ab dem Brandausbruch. Bis dahin ist die größte Gefahr für die Bewohner eine Rauchvergiftung, die tödlich sein kann. Deshalb ist seit 2008 der Einbau von Rauchmeldern in neuen Wohngebäuden in Thüringen Pflicht. Für Bestandsgebäude gilt eine Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2018.

Anders ist der Fall gelagert, wenn Gebäude über brennende Müllcontainer oder Anbauten in Brand geraten. Hier kann sich das geschmolzene Polystyrol in der Außendämmung bereits nach wenigen Minuten entzünden. Deshalb schreibt die Thüringer Bauordnung bei Häusern über 7 Meter Höhe vor, dass die Außenwände einschließlich der Dämmstoffe schwer entflammbar sein müssen. Die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser sind von dieser Regelung damit nicht betroffen.

Wer als Eigenheimbesitzer aus Brandschutzgründen auf Schaumkunststoffe verzichten will, kann Mineralfaserplatten als nicht brennbare, aber etwas teurere Alternative zu Polystyrol bei Außendämmungen einsetzen, sagt Ramona Ballod.

Alternativ könne man im Sockelbereich und am oberen Ende beim Übergang zum Dach jeweils einen sogenannten Brandriegel aus nicht brennbarem Dämmstoff einbauen.

So reduziert man im Brandfall das Risiko, dass das Feuer von der Außenwand auf das Dach übergeht, so Ballod.

Bei allen Fragen zum Thema Wärmedämmung hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale: online, telefonisch oder mit einem persönlichen Beratungsgespräch. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei). In Eisenach findet die Beratung im Bürgerbüro am Markt 22 statt. Eine Terminvereinbarung für Eisenach ist auch möglich unter 03691 670800. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Andrea T. | | Quelle:

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