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Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag

In Deutschland rauchen 17,8 Millionen Menschen zwischen 18 und 59 Jahren. In Thüringen sind es über 600000. Sie gefährden damit ihre Gesundheit, denn das Inhalieren von Tabakrauch ist verantwortlich für eine Vielzahl von Erkrankungen. Der «Blaue Dunst» kann Lungenkrebs und chronische Atemwegserkrankungen auslösen – aber auch Herz-Kreislauf-Krankheiten, Blasen-, Nieren- und Kehlkopfkrebs gehen in vielen Fällen auf das Konto des Rauchens. An den Auswirkungen des Tabakkonsums sterben jährlich 100000 Menschen in Deutschland – das sind 300 Personen pro Tag.

Thüringens Gesundheitsminister Dr. Pietzsch: «Die Raucher schaden nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Mitmenschen. Passiv rauchen erhöht die Gefahr, an Krebs zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu erleiden. Allein an einem durch passiv rauchen ausgelösten Lungenkrebs sterben in Deutschland 400 Menschen im Jahr.»

Das Rauchen schade aber nicht nur der Gesundheit, sondern ziehe auch nicht zu unterschätzende Folgen für die Volkswirtschaft nach sich. Schätzungen gehen davon aus, dass 20 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage auf das Rauchen zurückzuführen seien.

Besonders alarmierend ist es für den Minister, dass die Zahl der jugendlichen Raucherinnen und Raucher sehr hoch ist. In der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen greifen rund 26 Prozent zur Zigarette. Eine Werbekampagne des Thüringer Sozialministeriums gegen das Rauchen richtet sich daher in erster Linie an diese Zielgruppe und soll sie zu einer positiven Einstellung gegenüber dem Nichtrauchen motivieren. Mit einer Mischung aus verschiedenen Informationsmitteln, wie Plakaten und Postkarten werden die Jugendlichen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Rauchen angeregt.

Darüber hinaus wurde auch in diesem Jahr erneut in den Thüringer Schulen das Nichtraucherprojekt «Be smart, Don‘t start!» an den Thüringer Schulen durchgeführt. Die teilnehmenden Schulklassen verpflichten sich, für sechs Monate nicht zu rauchen. Im laufenden Schuljahr haben 149 Schulklassen daran erfolgreich teilgenommen. Das Thüringer Gesundheitsministerium unterstützt die Schulen bei der Durchführung dieses Projektes.

Zum anderen muss für Jugendliche der Zugang zu Zigaretten erschwert werden. Alle Experten gehen davon aus, dass der Suchtmittelkonsum von der Verfügbarkeit beeinflusst wird. Bisher dürfen Kinder und Jugendlich zwar keine Zigaretten in der Öffentlichkeit rauchen, aber kaufen dürfen sie sie völlig legal – eine absurde Situation.

Dr. Pietzsch: «Auch hier gilt, dass vorbeugen besser ist als heilen und kostengünstiger ohnehin. Gesetzliche Regelungen sind das eine, aber noch mehr verspreche ich mir von Information und Aufklärung. Es darf nicht mehr «smart» sein, zu rauchen. Dazu brauchen wir mehr als einen Nichtrauchertag, am besten alle Tage. Gesundheitserziehung ist auch ein wichtiges Ziel der Erziehung in Schule und Elternhaus. Gerade in der Zeit des Erwachsenwerdens ist es wichtig, dass Jugendliche das Rauchen ächten und nicht so leicht an Zigaretten herankommen dürfen.»

Gesundheitsminister Dr. Pietzsch verweist in diesem Zusammenhang auch auf einen weiteren Beitrag der Thüringer Landesregierung zur Prävention des Rauchens: Die vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit initiierte und gemeinsam mit dem Verband der Angestellten-Krankenkassen (VdAK) und Arbeiter-Ersatzkassenverband (AEV) sowie der Thüringer Landesstelle gegen Suchtgefahren erarbeitete – und in Deutschland bisher einmalige – «Rahmenempfehlung zur Raucherentwöhnung». Seit Jahresbeginn werden auf Basis dieser erfreulich gut angenommenen Rahmenempfehlung in Thüringen flächendeckend in 25 Beratungsstellen Nikotinentwöhnungen angeboten. Inzwischen hätten weitere Krankenversicherungsträger Interesse bekundet, ihren Versicherten ebenfalls Raucherentwöhnungen nach dieser Rahmenempfehlung zu ermöglichen. Das hohe bundesweite Interesse an den Thüringer Aktivitäten zur Raucherentwöhnung wurde in einer Vielzahl entsprechender Anfragen offensichtlich.

Rainer Beichler | | Quelle: ,

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