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Das Team der Notfallseelsorge Eisenach sucht neue Mitstreiter/Informationsveranstaltung

Ich bin jetzt für Sie da; Beistand nach tragischen Ereignissen…
Die Polizei sichert die Spuren, die Rettungssanitäter verbinden die Wunden. Dann müssen sie zum nächsten Einsatz. Wer kümmert sich aber um die psychischen Verletzungen der Hinterbliebenen? Auch in Eisenach und im Umland tun dies Ehrenamtliche – beileibe nicht nur Pfarrer, sondern Menschen aus vielen Berufsgruppen, auch ohne religiösen Hintergrund.

Es klingelt. Vor der Tür stehen zwei Polizisten und ein Zivilist. Die Beamten stellen sich vor, und der Dritte sagt, er sei Mitarbeiter des Notfallseelsorge-Teams. Die Eheleute ahnen nichts Gutes. Bald eröffnet ihnen einer der Polizisten, dass der Sohn in der Nacht zuvor an den Folgen eines Verkehrsunfalls verstarb. Für die Eltern ist nun mit einem Schlag nichts mehr, wie es war. Alles wirke unbegreiflich und unwirklich. Die Welt ist aus den Fugen.

Doch die Polizeibeamten verabschieden sich bald. Zurück bleibt der Mitarbeiter der Notfallseelsorge, den die Eltern in ihrem Schmerz und ihrer Verzweiflung erst jetzt wirklich wahrnehmen. Er nimmt sich Zeit, allmählich entwickelt sich ein Gespräch, und der «Gast» hilft den verwaisten Eltern, die nächsten Schritte in ihrer Trauer um ihren Sohn tun zu können.

Auch das kommt vor: Mitten im Alltag ist ein älterer Mann in der Wohnung zusammengebrochen. Seine Frau ruft den Notarzt, der versucht alles, um das Leben des Mannes zu retten. Doch am Ende kann der Notarzt nur noch den Tod feststellen. Das Rettungspersonal muss zum nächsten Einsatz, hat keine Zeit, sich weiter um die Frau zu kümmern. Da fordert der Notarzt über die Leitstelle die Notfallseelsorge an. In den nächsten Stunden begleitet die ehrenamtliche Mitarbeiterin die Frau, hilft ihr, sich vom Verstorbenen zu verabschieden und ein «soziales Auffangnetz» zu knüpfen.

In den letzten Jahren ist das Gespür gewachsen, dass es bei Unglücksfällen oft nicht ausreicht, Wunden zu versorgen oder den Tod festzustellen. Die Betroffenen brauchen psychosoziale Betreuung. Auch die Einsatzkräfte, die oft enorm belastet sind, brauchen Begleitung. Eine sensible Aufgabe. Und genau für diese Aufgabe sucht unser Team noch weitere Mittstreiterinnen und Mittstreiter!
In Thüringen existieren einheitliche Ausbildungsrichtlinien. Alle, die sich dieser Aufgabe widmen, haben sich der speziellen Ausbildung unterzogen.

In unserem Team arbeiten evangelische und katholische Christen eng mit Nichtchristen aus unterschiedlichen Berufen zusammen.
In der Wartburgstadt ist der Evangelische Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen der Träger.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zu einer Informationsveranstaltung mit dem Landespolizeipfarrer für Thüringen, Herrn Michael Zippel, am 21.Oktober 2014 um 19:00 Uhr in das Diakonische Bildungsinstitut Johannes Falk gemeinnützige GmbH, Ernst Thälmann Straße 90 in Eisenach herzlich eingeladen.

Lisa H. | | Quelle:

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