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Drei von vier Thüringer Frauen sind erwerbstätig – aber weniger als ein Drittel der Führungspositionen werden von Frauen besetzt

Endgültige Ergebnisse des Zensus 2011 ermöglichen einen umfassenden Blick auf die Erwerbstätigkeit von Frauen

Wie die Ergebnisse des Zensus 2011 zeigen, waren am 9. Mai 2011 in Thüringen insgesamt 532 190 Frauen erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote von Frauen lag mit 74,6 Prozent unter der, der Thüringer Männer (80,0 Prozent), zugleich aber über der des gesamten Bundesgebietes von 71,3 Prozent. Die Erwerbstätigenquote der Männer im gesamten Bundesgebiet war dagegen mit 79,8 Prozent nur geringfügig niedriger als im Freistaat.

Entscheidenden Einfluss auf die Erwerbstätigkeit von Frauen hat der Berufsabschluss. Erwerbstätige Frauen ohne Berufsabschluss sind eher die Ausnahme: Nur 9,1 Prozent aller erwerbstätigen Frauen haben keinen Berufsabschluss, während es bei den erwerbslosen Frauen 18,0 Prozent sind. Erwerbs-lose Frauen, die zuvor nie gearbeitet haben, besitzen sogar zu 27,7 Prozent keinen Berufsabschluss.

Auffallend ist zudem, dass erwerbstätige Frauen überdurchschnittlich häufig einen Fach- oder Hoch-schulabschluss besitzen (18,4 Prozent). Demgegenüber ist der Anteil der erwerbslosen Frauen mit Hochschulabschluss gering (7,9 Prozent). Bei erwerbslosen Frauen, die zuvor nie gearbeitet sind es gar nur 5,8 Prozent.

Insgesamt arbeiteten in Thüringen 12 460 Frauen in Führungspositionen. Damit waren sie gegenüber ihren männlichen Kollegen deutlich in der Unterzahl (28 480). Der sich daraus ergebende Frauenanteil von 30,4 Prozent lag über dem deutschen Durchschnitt von 28,8 Prozent aber deutlich hinter dem Ergebnis der anderen Neuen Bundesländer.

Die Differenz war bei den unter 30-jährigen noch gering gewesen: Von den Führungspositionen, die von Personen bis unter 30 Jahren besetzt waren, haben Frauen einen Anteil von 45,1 Prozent und Männer von 54,9 Prozent. Danach ging die Schere auseinander: In der Altersgruppe der 30 bis unter 40-jährigen lag der Anteil der Frauen nur noch bei 34,9 Prozent, in der Altersgruppe der 40 bis unter 49-jährigen gar nur noch bei 29,9 Prozent und in der Altersgruppe der 50 bis unter 60-jährigen bei 32,1 Prozent.
Die Frauen in Thüringen stellten im Vergleich zu Männern nicht nur einen geringen Anteil an Füh-rungspersonal, sondern arbeiteten mehrheitlich auch in deutlich weniger Berufsgruppen: Während 70 Prozent der Thüringer Frauen sich auf 20 der 144 Berufsgruppen1 verteilten, arbeiteten 70 Prozent der Thüringer Männer in 31 verschiedenen Berufsgruppen.
Auch bezüglich der Stellung im Beruf gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während der Frauenanteil an allen Erwerbstätigen bei 46,7 Prozent lag, waren es bei den Selbstständigen nur 31,6 Prozent. Demgegenüber halfen Frauen im familieneigenen Unternehmen öfter mit (59,7 Prozent) als Männer (40,3 Prozent).

Die meisten erwerbstätigen Frauen in Thüringen waren im Büro- und Sekretariat beschäftigt (35 120), in der Erziehung, Sozialarbeit oder Heilerziehungspflege (31 690) sowie im Verkauf (28 870).
Das Vorhandensein von minderjährigen Kindern in der Familie hat einen signifikanten Einfluss auf die Erwerbstätigkeit der Thüringer Frauen, wobei vor allem die Anzahl der Kinder entscheidend ist: Je mehr minderjährige Kinder es sind, desto schwerer wird es, Familie und Beruf zu vereinbaren und als Frau Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen. Lag die Quote bei Frauen mit einem minderjährigen Kind bei 78,0 Prozent und bei zwei Kindern bei 74,3 Prozent, sinkt sie bei drei Kindern bereits auf 59,9 Prozent. Bei vier und mehr minderjährigen Kindern in der Familie ist dann nicht einmal mehr jede zweite Frau erwerbstätig (41,8 Prozent).

Bei Frauen ohne minderjährige Kinder im Haushalt lag die Erwerbstätigenquote demgegenüber bei 74,5 Prozent.

Frank Bode | | Quelle:

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