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Neuen Bauabschnitt für Kinderhospiz Mitteldeutschland

Mittwoch, um 7.30 Uhr wurden die Bauarbeiten am neuen Bauabschnitt des Kinderhospizes Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz aufgenommen.
Seit dem offiziellen Baustart des stationären Kinderhospizes am 7. Oktober 2008 ist auf dem Gelände der ehemaligen Thüringer Talsperrenverwaltung im staatlich anerkannten Luftkurort viel passiert. So wurde mit der Errichtung eines Neubaus mit über 1100 m² Wohnfläche ergänzend zu den bereits bestehenden Gebäudestrukturen begonnen. Eine große Photovoltaikanlage ist in Betrieb genommen worden. Weitere umfangreiche Erschließungs-, sowie Ver- und Entsorgungsarbeiten fanden statt. Im neuen Wohnbereich des Kinderhospizes werden acht der insgesamt zwölf Familien mit lebensverkürzt erkrankten Kindern Aufnahme finden. Mit der Fertigstellung dieses Rohbaus wird im September 2009 gerechnet.
Trotz vieler Bemühungen hatte das Team um den ehrenamtlichen Vorsitzenden des Vereins, Klaus-Dieter Heber auch Rückschläge zu verzeichnen. So verzögerten sich die geplanten Bauarbeiten am Neubau u. a. durch den überaus intensiven Winter um mehrere Monate. Ein finanzieller Schaden entstand dem Verein hierdurch nicht.
Auf Grund einer noch nicht verbindlich bestätigten Förderung mussten die Bauarbeiten für wenige Wochen erneut ruhen. Jetzt wird weitergebaut.

«Knapp 1,7 Mio. Euro wurden bisher durch unseren gemeinnützigen Verein investiert», so Klaus-Dieter Heber, ehrenamtlicher Vorsitzender des Fördervereins. «Wir bauen ausschließlich mit Spenden von Privatpersonen und Unternehmen, sowie Zuwendungen durch Stiftungen. Leider stehen bisher keinerlei Bundes- oder Finanzmittel des Freistaates Thüringen zur Verfügung, welche uns natürlich sehr helfen würden, so der 56-jährige Vereinsvorsitzende.
Ebenfalls freut sich der ehrenamtliche Präsident des Freundeskreises Kinderhospiz und Minister a. D. Willibald Böck (CDU) über die Baufortführung: «Beim Kinderhospiz wird bürgerliches Engagement von jedem aktiv gelebt, der dabei mithilft, dieses wertvolle Projekt umzusetzen. Aber bürgerliches Engagement kann nicht ausschließlich dabei die Verantwortung übernehmen. Jetzt ist auch der Freistaat Thüringen gefordert sich gemäß des Artikels 1. der Thüringer Verfassung für das Kinderhospiz einzusetzen», so Böck. (1.1. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie auch im Sterben zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.)
«Dass wir jetzt mitten in den Bauarbeiten stecken, ist ein riesiger Erfolg, den wir tausenden Spendern zu verdanken haben. Diese wertvolle Helfergemeinschaft hat bundesweit unsere Vision eines Kinderhospizes für und in der Mitte Deutschlands zu ihrem Herzensprojekt erklärt. Aber wir sind nicht nur stolz auf das Vertrauen unserer Spender und Förderer, auch dass wir in der heutigen Zeit, in der man tagtäglich von Finanzkrise spricht, eine Bank gewinnen konnten, die sich von Beginn an für unser Anliegen eingesetzt hat und uns, auch angesichts der nicht einfachen gesetzlichen Rahmenbedingungen (SGB V) beim späteren Betrieb der Einrichtung, bereits in der Aufbauphase mit Finanzierungsmitteln zur Verfügung stand», so Heber weiter, «ist ein großer Vertrauensbeweis.»

«Was in Tambach-Dietharz verwirklicht wird, hat Hand und Fuß! Wir verfolgen mit großer Sympathie und Anerkennung die Bemühungen zur Errichtung und den späteren Betrieb des Kinderhospizes. Dabei ist den Verantwortungsträgern des Vereins, durch innovative Spenden- und Fundraisingideen, Beeindruckendes gelungen. Aber das Kinderhospiz braucht noch viel Unterstützung und starke Partner, denn es besteht weiterhin ein großer Finanzbedarf für den Bau des Kinderhospizes. Wir sind uns aber sicher, dass es den Aktiven des Kinderhospizes auch in der Zukunft gelingt, so professionell wie bisher Spenden zu gewinnen und diese auch zu verwalten», so Eicke-Matthias Rost, Bank für Sozialwirtschaft-Erfurt.
«Das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz wird vielen der 22000 Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland von einer lebensverkürzenden Krankheit betroffen sind, wie ein zweites zu Hause sein. «Bei uns wird die gesamte Familie, bei mehrfach möglichen Aufenthalten pro Jahr Entspannung und professionelle Entlastung des schwer kranken Kindes finden. Dazu ist die Lage des zukünftigen Kinderhospizes einfach ideal. Aber wir benötigen weiter Hilfe», so Klaus-Dieter Heber.
Dass der Förderverein nicht nur um Spenden wirbt, vielmehr bereits aktiv betroffene Familien begleitet, wird durch die Arbeit des ambulanten Kinderhospizdienstes, der im Juni 2008 seine Tätigkeit aufgenommen hat, deutlich. «Mit dem Ziel des Aufbaus eines flächendeckenden Netzwerks zur Versorgung betroffener Familien zu Hause, ist der ambulante Kinderhospizdienst der wichtigste Eckpfeiler unserer Arbeit», so Klaus-Dieter Heber. 12 ehrenamtliche Familienbegleiter sind für den Bereich Nordthüringen bereits ausgebildet worden, 22 weitere befinden sich derzeit in einer einjährigen Ausbildung, um später für die einzelnen Familienmitglieder eine echte Hilfe sein zu können.

Weiterhin wird der Verein dauerhaft von einem medizinischen Kompetenzteam, bestehend aus Fachärzten, Psychologen und Pflegefachkräften unterstützt, um alle Gegebenheiten des späteren Kinderhospizes, aus fachlicher Sicht, auf die Bedürfnisse schwer kranker Kinder und deren Familien auszurichten.

Weitere Informationen unter: www.kinderhospiz-mitteldeutschland.de, Spendenkonto: 77, BLZ: 860 205 00, Bank für Sozialwirtschaft

Rainer Beichler | | Quelle:

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