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Sommerferien, Urlaub, Reise: Impfung

In gut einer Woche beginnen in Thüringen die Sommerferien. Viele Bürger unseres Freistaates unternehmen während dieser Zeit eine Reise in fremde Länder. Gesundheitsminister Dr. Klaus Zeh: «Besonders bei Fernreisen sollte dabei der Impfschutz nicht vergessen werden. Lassen Sie Ihren aktuellen Impfstand überprüfen und einen Impfplan, der auf die Reise individuell abgestimmt ist, erstellen.»

Doch nicht allein bei Fernzielen sollte man sich über das Impfen Gedanken machen. «Im Prinzip sind für alle Länder Impfungen nötig», sagt Dr. Klaus Zeh. «Auch wer hier bleibt, sollte einen gewissen Impfschutz haben.» Für Erwachsene umfasst dieser: Tetanus, Diphtherie und Polio. In den Landkreisen Hildburghausen, Saale-Orla-Kreis und Saale-Holzland-Kreis komme die Impfung gegen Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME) dazu, da diese Landkreise als Risikogebiete für die durch Zecken übertragene Krankheit ausgewiesen wurden. Aber auch für Österreich, Osteuropa und einige Gebiete in Skandinavien ist diese Impfung sinnvoll.

Darüber hinaus gibt das Thüringer Gesundheitsministerium Ratsuchenden vor allem folgende Informationen und Empfehlungen mit auf den Weg:

Hepatitis A: Besonders sinnvoll bei Reisen in den mediterranen Raum wie z. B. die Türkei und Süditalien, sowie Afrika z. B. Tunesien, Marokko und Ägypten und Südostasien . Eine Infektion kann völlig unbemerkt verlaufen, vor allem bei Kindern im Vorschulalter. Aber auch schwere Infektionen besonders bei Erwachsenen sind möglich, die zu einer heftigen Leberentzündung führen. Eine einzelne Impfdosis gegen Hepatitis A kostet rund 40 Euro, nach zweimaliger Impfung besteht Schutz für 10 Jahre.

Hepatitis B: Laut Gesundheitsministerium gibt es praktisch kein Land, dass Hepatitis B frei ist. Unterschiede liegen jedoch in der Rate der chronisch infizierten Menschen. Hepatitis B ist eine Leberentzündung, mit der man sich auf demselben Weg wie mit HIV infizieren kann, durch Blut und Sexualkontakte, allerdings sehr viel leichter. Eine akute Infektion ist üblicherweise nicht spürbar, oft wird erst nach vielen Jahren festgestellt, dass die Leber schweren Schaden genommen hat. Die einzelne Impfdosis kostet rund 40 Euro und muss drei Mal verabreicht werden. Der Schutz besteht anschließend für 10 Jahre. Es gibt auch einen Kombi-Impfstoff für Hepatitis A und B. Eine von insgesamt drei nötigen Dosen kostet 55 bis 60 Euro.

Typhus: Gegen Typhus sollte sich impfen, wer in den Nahen Osten, nach Südasien, Afrika oder die Andenstaaten reist. Besonders Rucksacktouristen sollten sich schützen. Wer an Typhus erkrankt, leidet unter einer schweren Allgemeininfektion. Eine einmalige Impfung kostet etwa 15 Euro und bietet drei Jahre lang Schutz.

Tollwut: Um sich gegen Tollwut zu schützen, hilft es zunächst, Distanz zu ungewohnt zahmen Wildtieren und streunenden Hunden zu halten. Bricht die Krankheit aus, verläuft sie normalerweise tödlich. Rund die Hälfte der diagnostizierten Fälle kommt laut Gesundheitsministerium zurzeit aus Indien, allerdings wird darauf hingewiesen, dass beispielsweise in vielen afrikanischen Ländern die Krankheit gar nicht erfasst wird.

Gelbfieber: Betroffen ist das tropische Afrika sowie das nördliche Südamerika. Die Impfung ist nur bei ausgewiesenen Gelbfieber-Impfstellen möglich und wird von einigen Ländern vorgeschrieben. Sie muss mindestens 10 Tage vor der Einreise erfolgt sein. Gelbfieber führt zu einer schweren Leberentzündung. Wenn die Krankheit ausbricht, stirbt ungefähr die Hälfte der Patienten, eine Behandlung gibt es nicht. Eine einmalige Impfung kostet etwa 13 Euro und schützt zehn Jahre lang.

Auch Last-Minute-Impfungen können noch Sinn machen.
Allgemein gilt: Auslandsreisebedingte Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Zu den Kosten für die Impfstoffe kommen die Arztkosten, die bei zehn Euro pro Besuch liegen und ebenfalls privat bezahlt werden müssen.

Ideal ist es laut Gesundheitsministerium, wenn sich Urlauber vier bis sechs Wochen vor Antritt ihrer Reise von einem Arzt beraten lassen und – Gefährdung und Verträglichkeit vorausgesetzt – mit dem Impfen beginnen. Aber auch wenn diese Zeitspanne längst überschritten sei, könne die Impfung noch Sinn machen:

Besondere Gefahr bei Kindern: Hirnhautentzündung
Nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollen Säuglinge, Kinder und Jugendliche ohnehin gegen Tetanus, Diphtherie Keuchhusten, Haemophilus Influenza b, Polio und Hepatitis B geimpft werden. Ab zwei Jahre sind laut Gesundheitsminister Dr. Klaus Zeh die Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln und darüber hinaus die gleichen reisemedizinischen Impfungen möglich. Neben den gleichen Impfungen wie bei Erwachsenen spielt bei Kindern der Schutz gegen Hirnhautentzündung eine Rolle – und das auch bei Reisen in die eher als unbedenklich geltenden Länder wie Niederlande, Belgien, England, Irland, USA oder Kanada.

Eine individuelle Beratung und Aufklärung über krankheitsverhütende Verhaltensregeln gibt es beim Hausarzt und bei den örtlichen Gesundheitsämtern. Darüber hinaus gibt es eine Fülle von Informationen im Internet, z. B.:
– Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin
– Robert-Koch-Institut: Schutzimpfungen
– Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes (Malariakarte, Merkblätter, Länderinformationen)

Rainer Beichler | | Quelle: ,

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